RUSSLAND KULTUR
Russland Film & Russland FAKE. Satire - Russland TV
ROSEN, DORNEN UND TRÄUME
Von unsterblichen Diven und Exzentrikern:
Die Künstlerveteranen von St. Petersburg
Dokumentarfilm, Russ. m.dt. Ut., 75 Min.
_____________________________________________________________________
Für 17 Euro als DVD !
Abgeschieden
von der Außenwelt leben 95 Bühnenkünstler aus der ehemaligen
Sowjetunion gemeinsam in ihrem Altenwohnsitz "Haus der Veteranen der
Bühne"
in St. Petersburg. Schauspieler, Opernsänger, Tänzer und
Maler haben sich hier gemeinsam ihre eigene Theaterwelt erschaffen.
Leben und Theater war für die Künstler aus St. Petersburg immer eins -
und so spielen sie auch heute noch ihre Rollen, im
Alltag und auf der hauseigenen Bühne. Im Wettbewerb mit den Künstlerkollegen
möchte jeder wieder im Rampenlicht stehen. Das "Haus der Veteranen der Bühne"
ist ihre letzte große Bühne, ein Ort der Hingabe, leidenschaftlicher Gefühle, Sehnsüchte
und Träume.
Vier
Jahre haben die Hamburger Filmemacher Tatiana Yankina und Ralf Brings
das Künstleraltenheim an der Newa besucht. Ihr Film zeigt, wie die
Bühnenveteranen mit Pathos, Eitelkeit, Witz, aber auch eiserner
Disziplin dem schleichenden Verlust ihres Könnens trotzen und
dokumentiert liebevoll den leidenschaftlichen Lebensabend eines
unsterblichen Ensembles von Exzentrikern und Diven.
Der Film wurde von der Filmbewertungsstelle der Länder (FBW) mit dem Prädikat "wertvoll" ausgezeichnet.
ROSEN ZUM VERSCHENKEN !
Der Film ist erhältlich auf DVD und VHS.
17 Euro inkl. Versand direkt über uns:Brings & Yankina
Dokumentarfilme
Hegestr. 1
20251 Hamburg
Kontakt
______________________________
ROSEN, DORNEN UND TRÄUME
Diven und Exzentriker in St. Petersburg
von Tatiana Yankina u. Ralf Brings,
D 2003, Russisch m. dt./ eng. Ut, 75 Min.

Auf Anfrage auch Vorführungen in Kinos, kulturellen Einrichtungen und bei Privat:
Festivals: FILMFEST HAMBURG 2003.
DOKUMENTARFILM-WOCHE HAMBURG 2004
RUSSISCH-GEORGISCHE FILMWOCHE WEIMAR 2004
TV-Austrahlungen in Slowenien (2005) und der Schweiz (2006).
"Ein berührendes Portrait" (Hamburger Morgenpost)
"Eine Hommage an das Alter" (Russland-Aktuell)
"Humor und Altersmilde" (taz)
"Inspired by the retired" (The St. Petersburg Times)
_______________________________________
ALLES ÜBER RUSSLAND:
www.russen-art.de
RUSSEN-ART : Russland-FAKE: Satire, Literatur & Russland-Texte: Moskau-Babylon, Visawahn & Freeman, Musik-Clips, Kunst-Galerie: Bilder & Fotografien, Russen-Film, Trickfilme & Anti-Trick, Anti-Putin, Putins Palast & Opposition, Russische Frauen, Germanen-ART, Wodka-Knigge & Russisch Brot, Russland-Infos u.a....

Putins Palast : Zu Besuch auf Putins Datscha ... Wladimir, ganz privat
_____________________________________________________________________
S A T I R E _____________________________________________________________________

RUSSLAND - FAKE
Vom Elend der Russland-Reportagen
Satire von Ralf Brings
"Sie gingen aufeinander los,
wie zwei Kampfhunde
in einem Moskauer Hinterhof."
(aus dem Sportteil der Süddeutschen Zeitung)
In den Auslandreportagen, in Dokumentationen und Magazinen
begegnet er uns leibhaftig und auf allen Kanälen: der Russe. Kaum
ein Abend, an dem er nicht wenigstens für Minuten aus seinem
Reich ewiger Finsternis emporgestiegen und ins grelle Kameralicht
der Fernseh-Reportagen getaucht, seinen eisigen Atem gen Westen
haucht - und unter friedliebenden deutschen Fernseh-Konsumenten
Angst und Schrecken verbreitet. Ganz gleich, ob als Reality-Produkt
der Privaten oder Quoten(ver)brecher Öffentlich Rechtlicher Fernseh-
Anstalten, der Russe ist im gewinnträchtigen Tele-Spektakel unter
den Bösewichten, Finsterlingen und Barbaren derzeit wieder die
unbestrittene Nr. 1. Iwans Rückkehr fesselt Millionen vor den
heimischen Empfängern. Abschalten können Sie woanders.
Es ist, wie's war: Russland: Frontland. Orte des Verbrechens sind
natürlich Moskau und St. Petersburg, die gefährlichsten und sündig-
sten Städte der Welt. Russlands Rest - so scheint es - besteht aus
endlos-trostlosen sibirischen Weiten und kleinen Dörfern mit kleinen
dicken, mal lustigen, mal betrunkenen Frauen unter bunten Kopftü-
chern, die geduldig darauf warten, von Gerd Ruge oder Dirk Sager
interviewt zu werden: "Ist es Ihnen damals in der Sowjetunion nicht
besser gegangen?". Die Idylle aber ist weit weg und trügt schon
deshalb, weil die Regie auf Idylle stets Gulag folgen lässt.
Was uns die deutschen Reportagen über Russland zu sagen
haben, sind nicht mehr als drei Dinge: Armut, Sex und Gewalt.
In allen denkbaren und undenkbaren Spielarten flimmert die
elende Sex-und-Crime-Tragödie über die Mattscheibe in deutsche
Haushalte und erzählt, was ohnehin alle schon zu wissen glauben
- weil sie es immer schon so und nicht anders gehört und gesehen
haben.
Dafür dass das so bleibt, sorgen professionelle Erzähler, die
im Ausland stationiert und doch nie von zu Hause weggekommen
sind. Russland-Reporter sind meist einfallslos und erfinderisch
zugleich. Sie finden immer, was sie sich zu finden vorgenommen
haben. Das Drehbuch ist bereits geschrieben: in den Köpfen, zu
Hause und in den Backstuben der Redaktionen - aber selten vor Ort.
Also nur noch hingehen und die vorgedachten Bilder einsammeln.
Und die heißen: Elend, Elend, Elend. Russlands Straßen sind
voll damit - mit Säufern, Bettelkindern, jungen Nutten und
alten Frauen, die im Akkord Kreuze schlagen, wenn sie nicht
gerade beim Tüten verkaufen gefilmt werden. Die Straßenkinder
von Moskau, die Straßenkinder von St. Petersburg, die Straßen-
kinder von Wladiwostok, die Straßenkinder von Irgendwo-in-
Russland ... Die endlosgnadenlose Soap mit immer gleicher
Handlung schickt sich an, alle Städte Russlands zu erfassen
und produziert stereotype Elendsbilder am laufenden Band.
Natürlich spielt die Handlung meist im Winter, denn jedermann
weiß, in Russland ist es kalt, eiskalt - und das erhöht die
Elendigkeit des Elends noch um einige Grade.
Das weiß auch der Sibirien-Reisende Klaus Bednarz und deshalb
liefert er, nachdem er sein Pulver bei Baikalsee Reloaded end-
gültig verschossen hat, im Minutentakt die neuesten Temperatur-
grade frei Haus: Der Zuschauer, ergriffen von soviel journali-
stischem Spürsinn, staunt nicht schlecht, denn er erfährt aus
erster Hand: In Russland, da ist es aber kalt! Wer jetzt nicht
erfrieren will, der muss schnell in den warmen Westen - und
vielleicht ist das auch der Grund, warum manche Fernsehjourna-
listen russische ReNtiere unaufhörlich als ReNNtiere bezeichnen:
Nur schnell weg hier, scheint sich so ein ReNNtier in Russland
ständig zu sagen.
II.
Keine Russland-Rundreise ohne Rentierherde - und
Ureinwohnern hinterher. Aber egal ob nun im hohen Norden, im
fernen Osten oder bei "Mythos Ural" - irgendwie scheinen unsere
Reiseexperten doch immer die selbe Strecke abzufahren, die sie
dann auch mit den immer selben Liedern besingen: Man steigt in
einen Wagen, der hier "Schneepanzer" heißt, trotzt Schnee und Eis
- und schon erleben wir die erste Autopanne: Eine Panne! Eine
Panne! So ein Glück aber auch, da hat man was zu berichten.
Reiseberichte von zivilisationsmüden Journalisten sind aus gutem
Grund zu einem guten Teil immer auch Pannenberichte. Im Film wird
die Panne dann auf Russisch, d.h. ohne Hightech dafür aber mit
viel Muskelkraft von Sergej und Serjoscha weggestemmt und weg-
geschoben. Die Deutschen, denen schon bei deutschen Schlaglöchern
das Herz stehen bleibt, staunen dann nicht schlecht und erinnern
sich an ihren Job und daß sie hier doch eine Reportage zu zaubern
haben.
Also, Schlagzeile: Autopanne bei minus 40 Grad. "Ist das nicht
gefährlich?" fragt Jungreporterin Bröker dann ängstlich und
vermummt bis auf zwei Augen. "Nö", sagt Serjoscha ganz
unvermummt und friert dabei noch nicht einmal, "sowas ist hier
ganz normal". Anja Bröker aber kriegt die Krise. Seit sie gehört
und berichtet hat, dass sogar russische Motoren bei minus 40 Grad
ihren Geist aufgeben, fürchtet sie um Leib und Leben. Eigentlich
wollte sie ja über all-inklusiv und Castro auf Kuba berichten. Dann
hat das Zentralkomitee der ARD spitz gekriegt, dass sie nicht nur
eine Frau, sondern auch aus dem Deutschen Osten ist und unge-
nutzte Schulrussischkenntnisse in ihr schlummern. Schon war´s aus
mit Cuba Libre und Sonne satt. Ab nach Russland! Daweidawei!
ging der Befehl.
So zittert sich denn Bröker bei Eis und Schneegestöber ihre Repor-
tage zusammen: "Jetzt sind es schon minus 50 Grad!" ermittelt sie,
kriegt wieder ne Krise und verschwindet nun ganz hinter dicken
Schals und hundert Prozent Wolle. Der Rest des Berichts wird mit
dem Thermometer geschrieben und kreist um die Worte "kalt", "sehr
kalt, "unglaublich kalt" und "eiseskalt". Damit steht auch schon der
Titel: "Notruf in der Tundra. Unterwegs in Russlands eisigem Norden"
Hilfe! Hilfe!
Währenddessen kämpft sich ARD-Studioleiter Albrecht Reinhardt
weiter durch Schnee und Eis auf der Suche nach dem "Mythos Ural"
im Ural. Frei nach Reinhardts Devise: Wir sehen nichts, kennen aber
den Weg, entsteht hier gerade der obligatorische Reportagezweiteiler
für das ARD-Weihnachtsprogramm 2003 - der Deutschland daran
erinnern soll, dass die ARD auch dieses Jahr für keine Überraschung
gut ist, aber ein Herz hat für überbezahlte und überforderte Korrespon-
denten.
Aber Reinhardt ist nun mal der neue Generalsekretär in Sachen ARD-
Russlandbild. Und vielleicht will er ja die Zuschauer nur nicht mit
Neuigkeiten verwirren. Gemäß dem Motto: Schone den Zuschauer - und
schone Dich selber - nur keine Ansprüche wagen, steuert der General
mit seinem Schneepanzer das nächstbeste Zelt ("Zelt am Ende der Welt")
an. Mal sehen wer da ist! Dann guckt Reinhardt ins dampfende Zelt und
sagt: Hier arbeitet die Frau vom Rentierzüchter. Der Rentierzüchter hat
getrunken und legt sich schlafen. Das Zelt ist aus Rentier. Die Kla-
motten sind aus Rentier. Dann guckt Reinhardt in den Kochtopf: auch
hier Rentier. Hier ist alles Rentier, denkt sich Reinhardt, führt
dann aber doch ein kleines Gespräch mit der Jüngsten und fragt nach
ihren Zukunftsperspektiven: Rentierherde oder Studium? Mythos oder
Zivilisation? Das ist hier die Frage. Dann dampft er ab, um das Thema
Gulag abzuhaken. Dafür ist ihm kein Weg zu weit. Worüber auch sonst
berichten in Tundra und Taiga? Als in Workuta ein vollbesetzter
Linienbus an ihm vorbeifährt, verkündet Reinhardt komischklaustropho-
bisch in die Kamera: Jetzt gibt's hier keine Lager mehr. Trotzdem
fühlt man sich hier immer ein bißchen gefangen, von der Außenwelt
abgeschnitten und eingepfercht."
Dann verliert sich der Gefangenentransport mit den eingepferchten
PostGulagianern zwischen Einerlei und Nirgendwo. Die ARD fährt Erste
Klasse in entgegengesetzte Richtung, dem Mythos immer noch dicht auf
den Fersen. Dann geht die Sonne unter.
Im hohen Norden hat sich derweil Kollegin Bröker einer Gruppe Tschuk-
tschen angeschlossen. Nachdem sie sich davon überzeugt hat, dass im Zelt
der Nomaden Plustemperaturen herrschen, hat sich die Journalistin vor-
sichtig aus ihrem Thermopanzer geschält und denkt nun daran, im wonne-
warmen Tschuktschenzelt zu überwintern. Und Hunger hat sie auch! Wird
wohl gleich gekochtes Rentier zu Mittag geben! Dann aber zupfen die
Tschuktschen aus dem Rentierfleisch quabbelige, fette Maden. Eine Deli-
katesse und "lecker, lecker", wie die Tschuktschen auf Tschuktschisch
sagen. Da wird es der Bröker aber dann doch zu bunt. Die rasende
Reporterin springt zurück in ihren Schneepanzer und fährt ganz ohne
Panne in einem einem Rutsch zurück in die Moskauer Sendezentrale: Nie
wieder Tundra! Nie wieder Rentiere! hört man sie noch bis in die Taiga
fluchen.
Seit diesem Erlebnis ist die Jungjournalistin nicht mehr die Alte. Wie
man hört, hat sie sich dem Alkohol zugewandt - und wie man leider auch
gesehen hat, im Delirium eine Reportage mit dem Titel "Nasdrowje! Wodka
- Treibstoff der russischen Seele" gemacht.
III.
Zurück in den Städten muss sich der Korrespondent dann also wieder mit
der Tagespolitik herumschlagen. Sagt er. Tatsächlich aber macht er sich
sogleich wieder auf die Suche nach verkrachten Existenzen. Thomas Roth
kämpft sich am 1. Mai schnurstracks durch ein gut gelauntes Moskau in
Partystimmung, umkurvt Frohsinn und Normalität und steuert zielstrebig
den Bahnhof an: dort gibt's Alkoholiker und Gestrandete satt - und genau
die will er haben. Es folgt: Investigativer Journalismus in besoffene
Gesichter und der Bericht zur Lage der Nation, von Russen, die den
vollen Durchblick haben: Journalisten Fragen, Alkoholiker antworten!
Roth hat für den Weltspiegel gerade wieder eine "Krise" in Russland
ausgemacht. Und wo's keine gibt, kann man sie ja herbeireden: Steht
der Roth also am 1. Mai auf dem Roten Platz und fragt: "Was halten Sie
denn von der Krise?" Antwortet der Russe: "Welche Krise?" Pech gehabt.
Falsche Antwort. Der nächste Bitte! Da sind die Säufer schon verläß-
lichere Partner. Im Zweifel machen die auch für wenig Geld, eine volle
Pulle, oder nur für ein bißchen Aufmerksamkeit was man will und für
einen anständigen Bericht braucht. Säufer suchen ist denn auch in der
Russland-Berichterstattung ein absolutes Muss: Iwan, der Säufer,
bestätigt sämtliche Russlandklischees, ein Traumprotagonist, Nasdrowje!
Da schweben in einem Zug auf der Strecke zwischen Moskwa und Stolich-
naya, wie von Geistes Hand, Wodkagläser durch die Abteile. Iwan Iwano-
witsch, noch müde vom durchzechten Arbeitstag und nun auf der Heimreise,
ist mächtig entzückt als ihm unsichtbare deutsche Hände, das Gläschen vor
die Nase halten - und greift freudig nach der Gage. Mal ganz was Neues:
Korrespondenten inszenieren die Wirklichkeit, so dass jeder die Inszenie-
rung als Inszenierung erkennt. In ihrer Säufer-Reportage "Nasdrowje!"
gibt Bröker einen tiefen Einblick in die russische Säuferseele. Auf
tiefschürfende Fragen: "Warum trinken Sie?" folgen gehaltvolle Antworten:
"Weil Sie mir gerade was eingeschenkt haben!" Für Bröker sind alle Russen
im Zugabteil Alkoholiker und Säufer - nur weil sie ein Gläschen in der
Hand halten, einfach nur schlafen, oder noch einfacher: weil sie Russen
sind. Von der herbeigeredeten Sauforgie in dem "stinkenden" Zug, ist
zwar auch bei genauerem Hinsehen keine Spur. Dafür aber trumpft die
Journalistin mit Fakten, Fakten, Fakten auf: 60.000 Alkoholtote jährlich
in einem Land, in dem es laut Reinhardt nicht nur am Tag, sondern auch in
der Nacht dunkel ist. Wenn das kein Grund ist. Dann fängt der Kameramann
noch schnell drei Torkelrussen ein. Was Bröker nicht sagt: Für Deutsch-
land und Frankreich ermittelt man ziemlich genau die selbe Zahl Alkohol-
tote. Wenn man nun die Einwohnerzahlen der drei Länder miteinander ver-
gleicht, kann sich jeder darauf seinen eigenen Reim machen - und freuen
auf die nächste entlarvende ARD-Reportage. Intro: Bierflaschen schweben
durch den ICE oder eine Boing. 747 Ballermänner unterwegs und Harald
Juhnke im Bierzelt als Experte. Die Reportage, ausgestrahlt zu Karne-
val, wird natürlich "Prost" heißen, Untertitel: "Gerstensaft schmiert
deutsche Leber.
Zurück nach Russland. Immer wieder auf den Wunschzetteln von
Öffentlich und Privat stehen neben den Säufern auch die Betteljungs.
Top Drehadressen sind Quartiere unter Gullideckeln - und dann eine
Runde Kleber schnüffeln bis die Linsen beschlagen. Sind die Kids
dann so richtig hey, stellen die Journalisten Fragen: Z.B, wie es
sich denn so lebt im winterlichen Russland, bei xy Grad und was sie
denn mal Schönes werden wollen. Da lachen die Jungs beschwipst,
denn nach dem Berufswunsch hat sie schon lange keiner mehr gefragt.
Naja, sagt da einer, er gehe halt zur Mafia, was denn sonst. Da lachen die
Jungs wieder und auch der Reporter ist bester Stimmung. "Gestorben"
sagt der und meint damit, dass die Szene im Kasten ist: gut gelaufen,
Aufstieg aus der Gulliwelt und ab ins Studio. Die Kids bleiben im Loch.
IV.
Russland ist ein armes Land. Und seltsame Menschen leben dort.
Die Männer tragen Uniform, Sonnenbrillen oder eine Flasche
40 Prozent. Und irgendwie sind alle ein bißchen kriminell:
Die Armen, weil sie arm sind und sich durchs Leben schlagen.
Und die Reichen, weil sie reich sind und - wie Russen nun mal
sind - mit stolzer Russenbrust ihren Reichtum vorzeigen. Und
die Frauen? Russische Frauen heißen alle Tatiana oder Natascha.
Und die Frauen haben es schwer: mit ihren versoffenen Männern,
die das wenige Geld in Promille anlegen und nichts außer Sorgen
nach Hause bringen. Aber russische Frauen stehen ihren Mann -
im Sozialismus als Kranführerin und auch im Kapital. Zwei Sorten
Frauen schlagen sich durch die Härten des russischen Lebens. Die
kleinen Dicken mit den bunten Kopftüchern, die leben auf dem Land,
sind laut und lustig und seit Gerd Ruge fester Bestandteil des ARD-
Weihnachtsprogramms. Für "heiße" Geschichten aber taugen die
nicht: da langt man lieber nach den Töchtern. Die sind dünn und
dünner, haben auffallend rote Lippen, sind auffallend grell geschminkt,
tanzen in einer Stripp-Bar und gehen auf den Strich oder in die
Abtreibungsklinik. Meistens in dieser Reihenfolge.
"24 Stunden" mit Natascha durchleuchtet den Alltag einer 24jährigen
aus St. Petersburg. Vom Anbaggern bis auf den gynäkologischen Stuhl
in der Abtreibungsklinik recherchieren die SAT1-Männer detailversessen
und mit schonungslos aufklärerischem Blick - bis fast hinein in den weit
aufgefächerten Unterleib der jungen Russin. Der Zuschauer vernimmt,
wie Natascha der Gynäkologin mit der Kochmütze und der Metzger-
mentalität von ihrer 24. Abtreibung im 24. Jahr berichtet, was dann
sogar die hart gesottene Abtreiberin kurz in Richtung Kamera brüskiert.
Spätestens jetzt wird klar, die Kundin ist Prostituierte, und Verhütung
in Russland vollstreckt frau nicht mit Gummis oder Pillen, sondern mit
Messer und Sauger. Ein kurzer Blick noch in die Rekonvaleszenz: drei
Frauen, blutjung und alle Wiederholungstäterinnen, gerade entsorgt und
schon scherzen und lachen sie wieder. Mein Gott, was für Menschen!
Aber eine gut gerührte Geschichte! Redaktionen und Konsumenten
lieben Geschichten über strauchelnde und gefallene Mädchen. Und
deshalb werden die Tatianas und Nataschas gleich scharenweise vom
Laufsteg abgegriffen und treten als medial vorzeigbare Lustobjekte ihre
Reise gen Westen an. Von Katalogmädchen, Models, Stripperinnen,
Prostituierten und Pornodarstellerinnen können die deutschen Programm-
Macher gar nicht genug kriegen. So ist denn auch Herr Deutschmann
schnell im Bilde: Russische Mädchen wollen Model werden oder so was
ähnliches, oder reich, oder in den Westen - und das alles am besten
gleichzeitig. Auch Dirk Sager weiß anschaulich über die russischen
Lolitas zu berichten. Fünf braven jungen Frauen, die sich gelegentlich
durch brave Tanzeskunst ein paar Rubel dazu verdienen, verpasst der
ZDF-Mann, kaum dass er sie vor die Kamera bekommen hat, den
Prostituzia-Stempel der Käuflichkeit. Sager: "Jetzt haben sie sich
daran gewöhnt, ihre Haut zu Markte zu tragen, werden gemietet für
Feste einiger wenigen Reichen."
Dann zaubert der Russland-Experte vom zweiten Kanal ein Szenario,
als wolle er Lenin mit Stalin austreiben: Russland, ein Wintermärchen.
Bezaubernde Schneelandschaften. Dann eine Sauna, daneben ein
Swimmingpool. Der Pool dampft, Sager schwitzt und haucht mit
Lilo Wanders Worten:
"Und dann noch Sibirien von der ganz heißen Seite..."
Das war das Stichwort: Aus der Sauna treten nun, eine nach der
anderen, fünf junge Frauen in knappen, bunten, unverbrauchten
Bikinis und tragen, wie der Reporter schon so treffend vorhersah:
... "ihre Haut zu Markte" Aha! Typische russische Mädchen! Lassen
für Geld und Gagen, für reiche Russen und TV-Teams aus dem
goldenen Westen mal wieder die Hüllen fallen! Schnitt. Da stehen
also fünf Bikinimädchen im sibirischen Schnee. Und? Was sollen
wir JETZT tun? fragt da eine. Pause. Denn Herr Sager ist sprachlos
glücklich und lässt seine Mietmädchen noch ein Weilchen in
dem von ihm geschaffenen Szenario stehen. Und dann, natürlich
und unvermeidlich, der Höhepunkt des Abends, man ahnt es
schon: Die Mädchen springen in den vor Freude
dampfenden Pool.
Dann ist nur noch Plantschen. ...
Und Ende. Der flotte Fünfer verabschiedet sich vom ZDF, um auf
dem heimischen Markt noch ein bißchen Kohl, Kartoschka und
Kascha zu kaufen. Die Kamera zeigt derweil wieder: Russischen
Winter. Besonders beeindruckend, weil hier in Sibirien besonders
kalt! Dirk Sager aber bleibt nur eine wehmütige Erinnerung an eine
unvergeßliche Poolparty. Dann nimmt er die Hand von seinem ersten
Auge, vergießt eine Träne und schreibt in den ewigen Schnee die
Worte:
"Lockruf der Wildnis ... Warme Quellen
- eine Verlockung auch für den auf
Sachlichkeit bedachten Reisenden."

V.
Moskau. Montagmorgen. In der Redaktionsstube vom Zweiten sitzen die
Russland-Reporter, knabbern Prjaniki und Bubliki und überlegen, was sie
dem Zuschauer in der Heimat noch Schönes über Russland zu erzählen
haben. Schweigen. "Alles schon da gewesen!" murrt da einer. Will denn
keinem mehr was einfallen?
Konfetki. Baranki. Petschenki. Suchariki.
Vollmundiges Geknabber. Ratlose Gesichter. Leere Köpfe.
Und dann doch eine Idee:
"Mal sehen, was die vom Ersten machen?!"
Das deutsche Erste sendet auch 2006 seine Standard-Reise-Leier:
Wieder-durchkämmen-deutsche-Entdecker-Russland-von-West-nach-Ost-
und-erzählen-süßsauere-Geschichten, so als hätten Ruge, Bednarz und
Sager nie russischen Boden betreten.
"Kaltes Sibirien!” ... “Schönes Sibirien!” ... “Unendliches Sibirien!”
Katastrophen und "Impressionen zwischen Wodka, Balalaika und Kalaschnikow".
Russland wie aus dem "Lehrbuch der Stereotypen". Eigleiche Berichte, geklont,
geklaut, abgeschrieben, abgeschaut. Und Phrasen, Phrasen, Phrasen.
"Atemberaubend” faselt der Sprecher, während es aus seinem Mund unablässig
Zahlen dampft: Minus 20, ... minus 30, ... minus 40, ...minus 50 Grad. Geteilt durch
4.000 Russen-Kilometer + Pleiten, Pech und Autopannen. Mit Rain Man durch
Russland sinnlos den Kältegraden hinterher jagen. Einblicke in den TV-Autismus
von Öffentlich und Rechtlich. Gesendet wird, was gängigen Klischees und
Vorurteilen entspricht. Neue Blicke, neue Themen: Fehlanzeige. Russland banal.
Jenseits allen Einfallsreichtums nennt das Erste seinen neuen Reise-Mehrteiler
denn auch "Jenseits der" ... Schnitt! ... durchatmen, man wagt es kaum auszu-
sprechen: “ ... W-Ä-R-M-E". Da mag es einen schütteln, frösteln und frieren,
ob der Leere in den Köpfen von Fernsehmachern, die Russland wie einen
Rosenkranz runterbeten - und denen kein Schlagwort zu abgedroschen ist,
wenn sie Plagiat an Wiederholung reihen.
VI.
"Russische Woche" im Mitteldeutschen Fernsehen. Nachtmenschen und
Nostalgiker erfreuen sich zu mitternächtlicher Stunde an sowjetischer Filmes-
kunst. Bei schnödem Tageslicht betrachtet frohlockt der Sender mit dem schrill
medialen Russland-Bild der Gegenwart. Ein Programm für die ganze Familie:
Gestern RussenNazis. Heute Aids. Morgen, der Gipfel aller Grausamkeiten:
Kommunalkas.
"Kommunalkas? ... Kommunalkas? ... Da war doch was?!“ Praktikant German
Gesse, frisch fürs ZDF akkreditiert, schnappt nach dem Happen. Schon hat er
aus dem "Das-haben-die-anderen-über-Russland-geschrieben”-Stapel eine
langes Stück Papier gefischt. Die Redaktion ganz Ohr. Gesse liest:
Kommunalkas: "Jeder fünfte Petersburger ist zu einer Existenz im Gestank von
Toilette und vergammeltem Fisch, im Eintopfdunst, zwischen Kernseife und
trocknenden fremden Unterhosen verurteilt."
Klare deutsche Russland-Prosa, recherchiert mit deutschem Blick und deutscher
Spürnase. Vermag der Russe zwischen Küchen- und Toilettengestank noch zu
unterscheiden? Woraus frisst er? Worein pisst er? Zwischen Stinkefisch und
Unterhosen kapituliert auch die ZEIT vor dem Zeitgeist und beteiligt sich am
medial gepflegten Russland-Einerlei.
Gut so. So soll es sein, sagen die vom Zweiten und sind entzückt. Denn neben
üblen Gerüchen liefert der ZEIT-Bericht auch finstere Gestalten. So vereint die
Russland-WG Kinderschänder, Giftmischer, Alkoholiker, Betrüger, Diebe und
eine vor sich hin gammelnde Leiche. Typische Russen eben.
Dem ZDF-Jungmann tropft derweil der Zahn. Schon sieht er sich seinem ZEIT-
Kollegen gleich, hochnäsig-tiefschürfend-investigativ und ach so betroffen
zwischen Kernseife und Leiche journalistische Wühlarbeit leisten. Eine Karriere
nimmt ihren Lauf: Vom Petersburger Abort über den Karriereteich nach...
Aber nein. Redaktionsleiterin Britta Hilpert zieht die Stirn in Falten: “Und? ...
“Und? ... fragt sie barsch: "Wo sind die KA-KER-LA-KEN!?”... Betretenes
Schweigen. Die Redaktion entsetzt. Sollte Print-Kollege Jogi Voswinkel bei
seiner Aufzählung alttestamentarischer Plagen doch glatt die gemeine
deutsche Küchenschabe, der Deutschen liebstes Gruselkind, vergessen
haben? Russische Elendshütten ohne die medial taugliche, vielbeinige
Krabbelschar? Ein Fauxpas!
Undenkbar. Denkt auch Frau Hilpert. “Kommunalka ohne Kakerlaken, das
ist wie Russland ohne Winter! Wodka ohne Alkohol! Geht mir nicht über den
Sender. Schluss! Aus!”
Oha! So also sieht Fernsehmachen in der Praxis aus, denkt sich die jung-
dynamische Abteilung. Und sieht sich um die geklaute Reportage betrogen.
Doch Highlight-Hopper Gesse, schon ganz Profi, lässt nicht locker. Nun will
er zeigen, was er im Grundstudium und bei Scholl-Latour gelernt hat:
“Reportage und Vision”. Gesse laut:
“Alle mal herhören! Vielleicht ja so:"
Deutscher Spender auf Brautschau in St. Petersburg heiratet Prostituierte,
adoptiert Straßenkind. Wird dann von einem Alkoholiker mit einer Wodka-
Flasche erschlagen, dann von der Mafia beraubt, dann von einer Horde
Ren(n)tiere totgetrampelt - erfriert bei minus 150 Grad auf einer Straße mit
vielen Schlaglöchern. Wird dann am frühen Morgen von einer Horde Plastik-
tütenbepakter Babuschkas aufgefunden, mit viel Borschtsch und Schtschi
wieder zum Leben erweckt. Konvertiert zum orthodoxen Glauben, wird
Mönch auf Sotschi, macht zur Buße einen Rundgang um den Baikalsee,
dann Karriere, wird Businessman, dann Oligarch und reich.
Wird wegen Steuerhinterziehung verhaftet und nach Sibirien verbannt.
Kommt durch Bestechung wieder frei, wird Polizist und gründet unter dem
Namen Vissarion mit 50 Models eine Sex- und Öko-Sekte in der Tundra.
Entsorgt Putin durch Polonium, wird Alleininhaber von Gazprom, kauft
Schalke 04, die Deutsche Bahn, die Deutsche Post, die und Deutsche Bank
- und die SPD. Wird Kanzler der zwangsvereinigten Deutschen Allparteien-
koalition (DAK) und unter dem Namen "Der große Drushba" 1. Vorsitzender
eines mit Russland wiedervereinigten Deutschgroßrussland.
Und das alles in 5 Minuten.
Pause ... Und? ... Die Redakteure blicken kurz auf, knabbern stoisch
an ihren Plätzchen. Dann winken sie ab:
"Hatten wir auch schon!"
... FORTSETZUNG FOLGT...
Demnächst:
"Deutschland, Deutschland über alles"
Copyrights: Ralf Brings
Veröffentlichung nur nach Rücksprache.
Veröffentlichungen u.a:
RUSSLAND.RU.
Russische Internet-Zeitung
WIENZEILE
Supranationales Magazin für Literatur, Kunst und Politik
PETERSBURGER DIALOG
INRUSSLAND.NET
____________________________________________
RUSSLAND TV
Russland und die ehem. UdSSR im deutschen Fernsehen
Aktuelles Fernsehprogramm Januar - Juli 2007
! NEU !Das aktuelle Fernsehprogramm finden Sie nun auf
http://www.russen-art.de
Montag, 15. Januar
13.30-14.00 RBB
Europa und die Welt: Mit dem Skizug durch Sibirien -
Ein "Wintermärchen" in der Taiga
Eine Reportage von Arndt Lorenz und Wolfgang Karg
Der Skizug Szimnjaja Skaska bringt die Wintersportfreunde auf einer Nachtfahrt in die sibirische Taiga, inmitten eines Ausläufers des Altai-Gebirges, wo sie ideale Ski-Bedingungen vorfinden. Skifahren bei minus 20 Grad, und das mitten in der sibirischen Taiga. Kein Wintermärchen, sondern ein beliebtes Wochenend-Abenteuer
für Menschen aus der russischen Metropole Nowosibirsk. Nach einer Nachtfahrt hält
der Skizug "Szimnjaja Skaska", zu deutsch "Wintermärchen", auf einem Abstellgleis im Nirgendwo der sibirischen Taiga. Hier dienen die mit Kohleöfen beheizten Waggons
nun zwei Tage lang als Hotel. Ob Langlauf, Schneewandern oder Abfahrtslauf: In der Weite und Einsamkeit der Region an der Grenze zur Mongolei und Kasachstan finden
die Nowosibirsker Spaß und Erholung. Nach Pistenabfahrten mit Ski oder Snowboard vergnügen sich Jung und Alt, Singles und Familien gemeinsam rund um den Zug. Höhepunkt ist eine Disko unter dem sibirischen Sternenhimmel. Bei Schaschlik, Tee
und Wodka tanzen die Großstädter um ein Lagerfeuer gegen die Kälte an.
Der Skizug "Szimnjaja Skaska" ist kein abgehobenes Luxusvergnügen für neureiche Russen, sondern wird vor allem von jungen Sibirern und Familien genutzt, die unkompliziert ein erholsames Wochenende mit Skispaß mitten in der grandiosen
Natur der russischen Taiga verbringen wollen.
20.15-21.00 WDR
Länder - Menschen - Abenteuer: Lettland - Unterwegs im Baltikum
Ein Film von Sven Jaax
Schweinehälften, Wodka und Zeppeline haben eines gemeinsam: Sie gehören zum Alltag im Zentralmarkt der lettischen Hauptstadt Riga. Die Hallen sind traditioneller Treffpunkt und wichtiger Umschlagplatz für das ganze Land. Hier beginnen oder enden die Geschichten des Films. Sven Jaax hat Menschen begleitet, die in den riesigen
Hallen arbeiten oder dort einkaufen. Arme und Reiche. Städter und Dörfler aus den lettischen Provinzen.
Da ist zum Beispiel Tekla, die alte Bäuerin, die regelmäßig 100 Kilometer mit dem Bus aus ihrer Heimat Aizkraukle in die Markthallen nach Riga fährt - nur um dort den Käse
aus der Milch ihrer 5 Ziegen zu verkaufen. Oder Inta Ruka, die international anerkannte lettische Fotografin. Sie ist Stammkundin in den Hallen, kauft dort ein und trifft Menschen aus ihrer Heimat Balvi an der russischen Grenze. Der Film begleitet sie auf dem Markt und bei einer Fotoreise durch die Landschaft ihrer Kindheit.
Da ist Martins Ritinsch, der lettische Starkoch, der in den Markthallen Lebensmittel für sein Edelrestaurant "Vincents" einkauft. Bei ihm treffen sich die Aufsteiger des Landes,
die es in der Hauptstadt Riga zu Wohlstand gebracht haben. Seit der Unabhängigkeit
im Jahre 1991 hat sich Lettland enorm verändert. Die meisten Menschen genießen die neue Freiheit und erleben einen wirtschaftlichen Aufschwung. Für viele Letten hat der Wechsel jedoch ein Leben in Armut gebracht. Trotzdem herrscht in dieser stolzen baltischen Nation Aufbruchstimmung
_____________________________________________________________________
Dienstag, 16. Januar
14.00-14.45 WDR
Länder - Menschen - Abenteuer: Lettland - Unterwegs im Baltikum
Ein Film von Sven Jaax
(Wh. vom Vortag)
_____________________________________________________________________
Donnerstag, 18. Januar
21.00-21.30 3sat
Fremde Kinder: Ein Sohn der Taiga
Ein Dokumentarfilm von Andreas Voigt, Deutschland 2006
German lebt mit Vater, Mutter und sechs Geschwistern in einem Holzhaus im tiefsten Sibirien, weit über 1.000 Kilometer nordwestlich von Nowosibirsk. In früheren Zeiten
hätte er weder Schulbildung noch Schreibkenntnisse besessen, doch schon die Regierung der Sowjetunion sorgte dafür, dass die Kinder der Ureinwohner der sibiri-schen Flussregion Ob, das Volk der Chanten, das Schulinternat in der nächsten Stadt Nowoagansk besuchen. Und so pendelt German zwischen Welten und Zeiten, zwischen Computerspielen und den Ritualen der Ahnen. Gleichzeitig beginnen sich die weiten Ebenen zwischen Taiga und Tundra zu verändern, denn die Suche nach Erdöl hinterlässt immer mehr Spuren in den einst verwunschenen Wäldern.
"Ein Sohn der Taiga" ist ein Beitrag der 3sat-Dokumentarfilmreihe "Fremde Kinder", die sich Jungen und Mädchen bis zu 14 Jahren aus allen Ländern der Welt in ihren oftmals schwierigen Lebenssituationen widmet, für sie Partei ergreift und ihnen eine Stimme verleiht.
_____________________________________________________________________
Samstag, 20. Januar
12.55-13.00 Arte
Zapping International: Das Fernsehen der Ukrainer
Ein Magazin
Im ukrainischen Fernsehen gibt es einen neuen Publikumserfolg: "Chance" heißt die Sendung. Dabei handelt es sich um einen riesigen Karaoke-Wettbewerb, der immer samstags vom Platz der Unabhängigkeit in Kiew übertragen wird und bei dem jeder
sein Glück versuchen kann. Bevor hier junge Talente ihrem ersten Auftritt entgegen- fieberten, war der Platz Bühne für Leidenschaften ganz anderer Art, denn dort versammelten sich die Demonstranten der "Revolution in Orange".
Der Journalist Daniil Yanevski nutzt den Unabhängigkeitsplatz auch heute noch, um unbequeme Themen anzusprechen, und zwar in "Sag deine Meinung" auf dem kriti- schen Canal 5. Hier werden alle Probleme der ukrainischen Gesellschaft behandelt: Korruption, die Haftbedingungen in den Gefängnissen, Pädophilie und vieles mehr.
Den landesweit größten Erfolg im gleichen Stil verzeichnet allerdings die Sendung "Redefreiheit" des Privatsenders ICTV. Die Politshow wird jeden Freitag um 22.00 Uhr ausgestrahlt, und 70 Prozent der Ukrainer schauen zu.
Vor 15 Jahren war in der Ukraine nur einen einziger Staatssender zu empfangen. Heute gibt es acht nationale Sender, sieben davon sind privat. Bei den Fernsehfilmen steht die Ukraine noch unter dem kulturellen und sprachlichen Einfluss Russlands. Die bislang einzige auf Ukrainisch gedrehte Fernsehserie ist die regional adaptierte Version der bekannten Reihe "Un gars, une fille" aus Quebec.
_____________________________________________________________________
Sonntag, 21. Januar
10.55-12.00 Arte
Kino - Unsere Zeit: Ein Tag im Leben des Andrej Arsenjewitsch
Eine Dokumentationsreihe, Frankreich 1998, ARTE F, Synchronfassung
Andrej Tarkowski war gesundheitlich schon stark angegriffen, als sein Sohn Andrjuscha 1986 Russland endlich verlassen und nach Frankreich gehen durfte. In seinem "Tagebuch" kommentierte Tarkowski damals die Videoaufnahmen von der Ankunft
seines Sohnes in Paris: "Ich sehe darauf schrecklich linkisch und unnatürlich aus. Ich versuche, meine Gefühle zu verbergen und sage nur dummes Zeug. Auch Larissa, Tarkowskis Frau ist nicht schlecht, sie führt Monologe, hält trinkspruchartige Reden,
lacht und weint gleichzeitig." Die Videoaufnahmen stammen von Tarkowskis Freund
Chris Marker.
Sie bilden den Ausgangspunkt für Erinnerungen, Zitate und Reflexionen zur Sprache eines der größten Filmstilisten aller Zeiten. Anhand von Ausschnitten aus Tarkowskis Werk - einschließlich seiner ersten Arbeit an der Moskauer Filmhochschule und seines
so gut wie unbekannten "Boris Godunow", den er 1983 in "Covent Garden" inszenierte - werden die großen Themen und die einzigartige Handschrift des Meisters deutlich.
Chris Markers Dokumentation enthält weiteres Videomaterial: Zum einen von seinem Besuch in Gotland, wo Tarkowski, der damals noch nichts von seiner Krankheit wusste, Außenaufnahmen zu seinem Film "Das Opfer" machte, und zum anderen Material, das Tarkowski im Bewusstsein seines nahen Todes selbst in Auftrag gegeben hatte. Es
zeigt ihn, wie er vom Krankenbett aus den Schnitt dieses Films leitet.
Der Titel der Dokumentation spielt auf Solschenizyns berühmten Roman "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch" an. Vor allem aber bezieht er sich auf das heute legendäre Russland, das, bereits in den letzten Zuckungen liegend, noch immer seine größten Künstler ins Exil schickte, dessen einzige Zeugen paradoxerweise aber gerade jene Künstler geblieben sind.
15.00-15.10 3sat
Weltweit: Lettland - Straßenbahn in Riga
Samstag, 18.00 Uhr, in Lettlands Hauptstadt Riga: Mit nur einer Minute Verspätung rollt die im Führerhaus der Straßenbahn Linie 5 sitzende Irina in der Zentralhaltestelle ein. Irinas Gefährt ist fast so alt wie sie selbst. Neu an Riga sind die Häuserfassaden entlang des innerstädtischen Streckenabschnitts. Doch obwohl Lettland mit einem Wirtschafts- wachstum von elf Prozent protzt, klafft die Schere zwischen arm und reich weit auseinan- der. "Weltweit" zeigt am Beispiel der Straßenbahnführerin Irina das Leben in Riga.
15.10-15.40 WDR
Von Wladiwostok nach Moskau - In einem Zug durch Russland
Eine Reportage von Wolfgang Ettlich und Andreas Dirr
17.15-18.00 SWR
Länder - Menschen - Abenteuer: Rückzug in die Taiga
Ein Film von Maria Ingrid Bandmann
Leontij lebt mit seiner Familie versteckt in der Taiga. Wie alle priesterlosen Altgläubigen
in seinem Dorf lehnt er aus Überzeugung jedweden Fortschritt ab. So wie vor 100
Jahren sind und bleiben Pferde für ihn das einzige Transportmittel. Leontij hat sechs Kinder. Viel zu wenig für eine altgläubige Familie, wie er meint. Eine Schule kennen
seine Kinder nicht. Sie werden, wie alle Kinder hier nach alter russischer Tradition erzogen. Lesen und Schreiben bringt traditionell die Mutter zu Hause aus der Bibel bei. Und was man zum Überleben in der Taiga braucht, lernen die Kinder vom Vater. Kartoffeln und Getreide sind die Hauptnahrungsmittel der Altgläubigen. Von ihnen, dem selbstangebauten Gemüse und den in der Taiga gesammelten Zirbelnüssen hängt ihr Überleben ab.
Seit drei Jahrhunderten nehmen die Altgläubigen Russlands ein mühseliges, entbehrungsreiches Leben in der freiwilligen Verbannung Sibiriens auf sich - aus Liebe zu Gott. Jahrhundertlange Verfolgungen zwangen sie, sich immer tiefer in die Abgeschiedenheit zurückzuziehen, in der Wildnis zu überleben, von niemandem abhängig zu sein. Zurückgezogen von der Zivilisation leben sie irgendwo in Sibirien.
Während die Gruppe der Priesterfreundlichen Altgläubigen ein Minimum an Zivilisation zum Überleben in der Wildnis der Sibirischen Taiga bejaht, lehnen viele Priesterlose auch jedweden mit Strom und Benzin verbunden Fortschritt ab. Sie leben ohne landwirtschaftliche Maschinen, ohne Autos, ohne Benzin und vor allem auch ohne Strom. Fotografiert und gefilmt zu werden gilt als Sünde. Zwei Jahre Recherche und viel Überredungskunst waren nötig, um die Leute zu überzeugen, Dreharbeiten zuzulassen. Zwei Dörfer stellt der Film vor.
_____________________________________________________________________
Montag, 22. Januar
07.50-08.35 SWR
Länder - Menschen - Abenteuer: Rückzug in die Taiga
Ein Film von Maria Ingrid Bandmann
(Wh. vom Vortag)
14.30-15.00 Arte
Zapping International: Das Fernsehen der Ukrainer
Ein Magazin
(Wh. vom 20.01.2007)
15.15-16.00 NDR
Von Tallinn zur Insel Muhu: Eine Reise durch Estland
Ein Film von Peter Moers und Jörg Daniel Hissen
2001 hat Estland als erstes osteuropäisches Land den Eurovision Song Contest gewonnen. Am 25. Mai 2002 fand dieser in der Hauptstadt Tallinn statt. Für die Esten
ist das kein Zufall. Musik ist für sie fast so wichtig wie die Ostsee. Wie aber sieht Estland aus? Und wer sind seine Bewohner?
Peter Moers und Jörg Daniel Hissen begleiten 2002 den 39-jährigen Villu Veski, er stammt von einer kleinen Insel vor Estlands Küste. Als Musiker ging er an die Musikakademie in Tallinn, jetzt lebt er mit seiner Familie in dieser Stadt. Villu Veski ist einer von drei Komponisten, die eine Showeinlage für das Schlagerfinale gestalteten.
Für das Jahr 2002 hat er sich etwas Besonderes vorgenommen, er will auf seiner Heimatinsel in der Ostsee das Musikfestival "JuuJääb" veranstalten - zur Halbzeit des langen, dunklen estnischen Winters. Die Vorbereitungen führen ihn auf eine Reise quer durch das wald- und seenreiche Estland. Villu besucht seinen Freund, den Bierbrauer, um für das Fest das starke, süße Muhu-Bier zu brauen. Er muss ein Schwein am Grill organisieren, er lädt Tanzkapellen ein, und er wird eigens ein nagelneues Klavier aus Tallinn herbeischaffen lassen. Zwischendurch entspannt sich Villu bei typisch estnischen Freizeitvergnügungen: Er ist zur Fuchsjagd eingeladen und besucht die Rauchsauna.
Nur 1,5 Millionen Menschen bewohnen den nördlichsten der baltischen Staaten, der 1991 unabhängig wurde und einen weitgehend unbekannten Winkel Europas darstellt. Mit aller Macht versuchen sich die Esten vom Ostblockimage zu befreien, hin zu Skandinavien, hin zu Europa.
20.15-21.00 3sat
Russlands eisige Trasse - 10.000 Kilometer auf der Transkontinentalen (1/2):
Business, Buddhisten und Bakal-Taucher
Ein Film von Britta Hilpert
Sie ist 10.000 Kilometer lang und erst halbfertig: Russlands einzige Straße von Wladiwostok bis zur Metropole Moskau. Die Reise auf der Transkontinentalen birgt viele Schwierigkeiten und Überraschungen - zumal im Winter, bei Temperaturen bis zu minus 40 Grad.
In dem zweiteiligen Film "Russlands eisige Trasse" werden Menschen vorgestellt, für die dieses Wagnis der Alltag ist. In der ersten Folge begegnet Britta Hilpert unter anderen Sascha und Aljona Sergejew. Die Eheleute bringen im Schnitt einmal im Monat die halbe und wildeste Strecke der Straße hinter sich. Sie kaufen in Wladiwostok billig gebrauchte Autos aus dem nahen Japan. Dann fahren sie nach Krasnojarsk, wo sie die Autos teurer verkaufen. Mit an Bord der rund einwöchigen Fahrt ist die Angst vor Banditen, Schlaglöchern und Unfällen.
21.00-21.45 Phoenix
Russlands eisige Trasse - 10.000 Kilometer auf der Transkontinentalen (2/2):
Halunken, Helden und Hasardeure
Ein Film von Joachim Bartz, ZDF/2007
Sie ist die längste Straße Russlands, die transkontinentale Trasse, 10.000 Kilometer Asphalt. Sie verbindet Wladiwostok im Osten mit Moskau im Westen, Verbindungslücken in den Weiten Sibiriens wurden erst kürzlich geschlossen. Eine Autofahrt auf dieser "Buckelpiste" ist Strapaze und Abenteuer zugleich. Im zweiten Teil der Reportage reist das ZDF-Team von der Stadt Kemerowo Richtung Westen nach Moskau. 5.000 Kilometer mit dem Auto, und das im russischen Winter.
_____________________________________________________________________
Dienstag, 23. Januar
05.20-06.05 Phoenix
Russland - Eine Winterreise: Schätze im ewigen Eis
Ein Film von Katrin Eigendorf, ZDF/2004
06.05-06.45 Phoenix
Russland - Eine Winterreise: Sibiriens goldene Träume
Ein Film von Joachim Bartz, ZDF/2004
06.45-07.30 Phoenix
Russlands eisige Trasse - 10.000 Kilometer auf der Transkontinentalen (1/2):
Business, Buddhisten und Baikal-Taucher
Ein Film von Britta Hilpert, ZDF/2007
07.30-08.00 Phoenix
Russlands eisige Trasse - 10.000 Kilometer auf der Transkontinentalen (2/2):
Halunken, Helden und Hasardeure
Ein Film von Joachim Bartz, ZDF/2007
10.35-11.05 Arte
Zapping International: Das Fernsehen der Ukrainer
Ein Magazin (Wh. vom 20.01.2007)
_____________________________________________________________________
Donnerstag, 25. Januar
01.05 - 02.40 Uhr arte
Familiendrama
Babuschka
Ihr ganzes Leben hat die 80-jährige Babuschka - russisch für Großmütterchen - aufopferungsvoll für die Ihren gelebt: Jahrzehntelang hat sie ihre Kinder und Enkel liebevoll umsorgt und auf Händen getragen. Nun ist sie alt und selbst hilfebedürftig.
Doch als ihre Tochter stirbt, scheint niemand Platz für die alte Frau zu haben: Sämtliche Familienmitglieder finden eine Ausrede, um das Großmütterchen nicht bei sich aufneh- men zu müssen. Herum geschoben und allein gelassen beschließt Babuschka schließ- lich, ihren eigenen Weg zu gehen. Zuvor jedoch vollbringt sie noch ein kleines Wunder...
Ihr ganzes Leben lang hat sich Babuschka um ihre Familie gekümmert: Voller Hingabe und Liebe hat sie ihre Kinder und Enkel großgezogen und dabei stets ihre eigenen Ansprüche hinter die der anderen gestellt. Jetzt ist die alte Frau 80 Jahre alt. Die Jahre sind vergangen und haben ihre Spuren hinterlassen: Krieg, Kommunismus, der Konflikt mit Afghanistan, die grausame Lage in Tschetschenien - am schweren Erbe Russlands hat ein Jeder seinen Teil zu tragen. Alkoholismus, Armut und Krankheit machen das Leben von Babuschkas Verwandten nicht einfacher.
Als ihre Tochter stirbt und die Schwester in ein Krankenhaus muss, beginnt für die alte Frau eine Reise durch das winterliche Russland auf der Suche nach einer neuen Unterkunft: Babuschka, die stets für die Anderen da war, ist inzwischen selbst hilfe- bedürftig. Da sie den Erlös vom Verkauf ihres Hauses unter ihren Enkelkindern verteilt
hat, ist sie mittellos und ganz auf die Unterstützung ihrer Umgebung angewiesen.
Die allerdings verweigert ihr das Obdach und flüchtet sich in allerlei Entschuldigungen, um Babuschka nicht aufnehmen zu müssen. Dennoch verliert die alte Frau ihre Liebesfähigkeit nicht. In der Begegnung mit ihrer psychisch erkrankten Urenkelin voll- bringt sie ein kleines Wunder und hinterlässt auf diese Weise ihren undankbaren Nachkommen ein letztes Geschenk.
Mit "Babuschka" zeichnet Regisseurin Lidiya Bobrova ein wirklichkeitsnahes Bild der Folklore und postkommunistischen Gesellschaft Russlands. Darüber hinaus wirft sie in diesem Familiendrama grundsätzliche Fragen der Menschlichkeit auf, die sich angesichts einer im Wandel begriffenen Gesellschaft stellen. Im Zentrum des Films steht - leuchtend, anrührend - die Figur der Babuschka, die von der Laiendarstellerin Nina Shubina mit ihrem vom Leben gezeichneten Gesicht voller Güte und echter Emotionen verkörpert wird.
Entlang der Darstellung des Einzelschicksals der alten, allein gelassenen Frau entwickelt der Film das brandaktuelle Thema der Verantwortung der Generationen für einander. "Babuschka" zeigt ein Russland, in dem sich nicht nur eine Schere zwischen arm und reich und zwischen Land und Stadt, sondern auch zwischen alten und neuen Russen auftut, deren Umgangsformen sich nachhaltig verändert haben. Zwei Generationen
stehen sich gegenüber: Die alte Generation - verkörpert durch Babuschka und ihre Schwester - hat Krieg und Kommunismus erlebt und durchlitten und sehnt sich vor allem nach Ruhe und Frieden. Die nachwachsende Generation hingegen kämpft um Geld, Besitz und Karriere, um die Erinnerung an eine schmerzvolle Vergangenheit zu verdrängen - und vergisst, dass sie ihren Komfort nur den Entbehrungen der Eltern und Großeltern zu verdanken hat. Letztlich ist "Babuschka" aber vor allem ein Film über die Liebe, welche in der Figur der alten russischen Großmutter ihren schönsten mensch- lichen Ausdruck findet.
Der Film verdankt seine Authentizität nicht zuletzt der klugen Besetzung, die sich sowohl aus Laiendarstellern als auch aus professionellen Schauspielern zusammensetzt. Die Folkloreelemente sind bunte Tupfer in den klaren, kargen Winterlandschaften, welche
die Kulissen für die Geschichte bilden.
Regisseurin Lidiya Bobrova hat mit "Babuschka" ihren dritten Spielfilm realisiert. Bereits
in ihren ersten beiden "Oy, vy, gusi" ("Hey you Geese", 1991) aus dem Jahre 1991 und
"V toy strane" ("In jenem Land", 1997) arbeitet die 1951 in Sibirien geborenen Lidyia Bobrova mit Laiendarstellern zusammen und wird für beide Werke vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Auch "Babuschka" bringt Lidyia Brobova Ehre ein: 2004 wird der Film mit dem Goldenen Schwan im Rahmen des Internationalen Filmfestival von Kopenhagen sowie mit dem Spezialpreis der Jury gewürdigt. Bereits beim Festival des osteuro- päischen Films in Kottbus ein Jahr zuvor wird der Film mit dem Haupt- und dem Publikumspreis belohnt. Ebenfalls 2003 wird "Babuschka" in Paris beim Festival "Rencontres Internationales de Cinéma" mit dem großen Publikumspreis gewürdigt.
Babuschka - Familiendrama, F,RUS 2003
Donnerstag, 25.01.2007
Beginn: 01.05 Uhr
Ende: 02.40 Uhr
Länge: 95 Min.
VPS: 01.05
Darsteller:
Nina Shubina (Babuschka), Olga Onishchenko (Liza), Anna Ovsyannikova (Anna), Vladimir Kulakov (Viktor), Sergei Anufriyev (Nicolai), Yuri Ovsyanko (Ivan), Valentina Cherkozyanova (Valentina), Mariya Lobachyova (Taya), Sergey Gamov (Tolik), Tamara Tsyganova (Masha), Polya Tilge (Olya), Sergei Kabanovskiy (Leonid), Pavel Derevyanko (Viktors Freund)
Buch: Lidiya Bobrova
Original Titel: Baboussia
Regie: Lidiya Bobrova
13.05-14.00 Arte
WunderWelten: Kirgisistan im Wandel
Eine Dokumentation, Frankreich 2006, ARTE F, Synchronfassung
Die ehemalige Sowjetprovinz Kirgisistan, die 1991 unabhängig wurde, besitzt im Unterschied zu Usbekistan oder Kasachstan keine Bodenschätze. Aber das mittelasiatische Kirgisistan hat sich als gelehriger Schüler der liberalen Wirtschaft erwiesen und sich als erstes Land der Region bereits 1999 der Welthandelsorgani- sation angeschlossen, um die von der Weltbank und vom Internationalen Währungsfond geleiteten Privatisierungsprojekte durchzuführen.
Doch der private Sektor ist zu schwach, um die Wirtschaft anzukurbeln, und das Land versinkt in Armut. Unterdessen haben jedoch die NGOs im Lande Fuß gefasst. Die international finanzierten Nichtregierungsorganisationen, von denen in jedem Dorf
gleich mehrere tätig sind, versuchen die im Ausland beschlossenen Reformen - oft
unter Umgehung der kirgisischen staatlichen Gremien - durchzusetzen. Ein Prozess,
der die Machtverhältnisse neu mischt.
Im Mittelpunkt des Films stehen der gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Wandel, der anhand des 1.500-Seelen-Dorfes Togo Molok exemplarisch aufgezeigt wird. Die früher von Viehzucht lebende und gemeinsam wirtschaftende Gemeinschaft zerfällt allmählich, und jeder versucht auf eigene Faust, sich in den neuen Verhältnissen zurechtzufinden. Es entstehen neue Ungleichheiten, neue Privilegien und neue Konflikte.
20.15 -21.00 3sat
Russlands eisige Trasse: 10.000 Kilometer auf der Transkontinentalen (2/2):
Halunken, Helden und Hasardeure
Ein Film von Joachim Bartz
Die zweite Folge von "Russlands eisige Trasse" führt von der Stadt Kemerowo in Richtung Westen nach Moskau. 5.000 Kilometer mit dem Auto, und das im Winter. Die Reise ist so unberechenbar wie gefährlich. Die Straßen sind meistens schlecht, obwohl Russland in seinen Petrodollars schwimmt und viel investieren könnte. Es geschieht
aber so gut wie nichts. Bauarbeiten, wenn es sie denn gibt, ziehen sich über Jahre hin.
An der Autobahnbrücke über den Fluss Ob bei Nowosibirsk wird zum Beispiel seit zehn Jahren gebaut. Viele Autos sind reinste Schrottkisten und stellen ein erhebliches Verkehrsrisiko dar. Bei Fernfahrern ist außerdem die Angst vor Raubüberfällen groß, besonders nachts auf Raststätten, wenn die meisten in ihren Fahrerhäuschen übernachten. Der Film begleitet unter anderen den Fernfahrer Pawel auf seiner 1.700 Kilometer langen Fahrt von Omsk nach Nishnewartowsk und stellt Fidaus Kabirow vor, den Weltmeister der Lastwagen-Rallye Paris-Dakar. Er ist berühmt und reich und könnte überall auf der Welt leben - doch Kabirow bleibt seiner Heimat treu. Deshalb ist er zu Hause besonders beliebt.
_____________________________________________________________________
Freitag, 26. Januar
(Wh. vom 18. Januar)
14.00-14.30 3sat
Fremde Kinder: Ein Sohn der Taiga
Ein Dokumentarfilm von Andreas Voigt, Deutschland 2006
_____________________________________________________________________
Montag, 29. Januar
00.00-00.45 WDR
Peremoha - Ein Dorf in der Ukraine
Ein Film von Elke Suhr
Vor mehr als 60 Jahren begann der Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion. In der Ukraine, rings um Kiew, gingen die Deutschen besonders grausam gegen die Zivilbevölkerung vor, weil dort die Partisanenbewegung sehr stark war. Rund 250 Ortschaften wurden buchstäblich ausradiert. Peremoha ist solch ein "verbranntes Dorf". Einige hundert Menschen verbrannten damals in ihren Häusern oder wurden auf dem Marktplatz erschossen. Die übrigen, vor allem Kinder und Frauen, wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland abtransportiert. Wer den Krieg überlebte und heimkehren konnte, galt nun in der Sowjetunion als Kollaborateur - viele verschwanden in den Gulags.
Peremoha ist bis heute ein bitter armes Dorf, wo die Menschen mit einfachsten Mitteln Landwirtschaft betreiben. Für alle, die dort leben, Alte und Junge, sind der Krieg und seine Folgen Teil des eigenen Lebens. Sie sind gleichermaßen Opfer des Nationalsozialismus wie des Stalinismus - und niemand hat ihnen bisher eine Entschädigung angeboten. Die Erinnerungen der Dorfbewohner an diese schmerzhafte Vergangenheit stehen im Mittelpunkt dieses Films, der am Beispiel eines kleinen Dorfes dokumentiert, was der Krieg in der Ukraine angerichtet hat.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Dienstag, 30. Januar
00.45-01.30 Phoenix
Sternflüstern. Jenseits des Polarkreises (1/4): Sehnsucht Sibirien
Ein Film von Bernd Reufels, ZDF/2004
01.30-02.10 Phoenix
Sternflüstern. Jenseits des Polarkreises (2/4): Abenteuer Tundra
Ein Film von Bernd Reufels, ZDF/2004
02.10-02.55 Phoenix
Sternflüstern. Jenseits des Polarkreises (3/4): Der Ruf der Rentiere
Ein Film von Bernd Reufels, ZDF/2005
02.55-03.40 Phoenix
Sternflüstern. Jenseits des Polarkreises (4/4): Polarnacht
Ein Film von Bernd Reufels, ZDF/2005
03.40-03.50 Phoenix
Russland. Der fahrende "Supermarkt" im Polarkreis
Ein Film von Sonia Mikich, MDR/1998
_____________________________________________________________________
Mittwoch, 31. Januar
11.30-12.15 NDR
Lettland: Wildnis zwischen Russland und Riga
Ein Film von Aija Bley und Valdis Abols
Musikprofessor Valdis Muktupavels ist immer auf der Suche nach neuen Melodien. Er wandert durch seine lettische Heimat und sammelt traditionelle Lieder seiner Lands- leute. Beim Brotbacken, beim Heuernten oder beim Fischfang tragen sie ihm ihre Lieder vor. Auf seinem Weg lernt Valdis, den Stimmen der Natur zu lauschen. Dem Gesang des Sprossers im Frühling, dem unheimlichen Heulen der Wölfe im Sommer, dem urtüm- lichen Röhren der Rothirsche im Herbst oder dem melancholischen Rufen der Singschwäne im Winter. Inspiriert durch die Klänge der Natur komponiert Valdis kleine Melodien, schnitzt sich eine Flöte aus getrockneten Schilfstengeln, lockt Tannenmeisen mit einer Tonpfeife heran und fordert ein Rudel Wölfe mit kraftvoller Stimme zur Antwort heraus.
Valdis beginnt seine Wanderung in Riga, dem pulsierenden Mittelpunkt Lettlands. Auf einem Hochhausdach brütet die größte Seeschwalbenkolonie des Landes. In Kurzeme mit seinen langen, einsamen Ostseestränden und fruchtbaren Ebenen erlebt Valdis den Frühling, beobachtet die Bekassine bei der Balz und die Fohlen ausgewilderter Przewalski-Pferde beim Spiel. In Vidzeme durchwandert er Hügellandschaften mit unzähligen Seen, während die Bauern ringsum mit Pferdewagen die Ernte einbringen. Sein Weg führt am Rand eines großen Hochmoores vorbei, das von den Rufen der Kraniche beherrscht wird.
Je weiter Valdis nach Osten kommt, desto dünner wird das Straßennetz. In Latgale, der russisch-orthodox geprägten Grenzprovinz im Nordosten, leben die Menschen in armen Dörfern. Vorbei an Elchen, Bibern und Fischottern fährt Valdis mit dem Pferdewagen durch tief verschneite Wälder zur Weihnachtsmesse und kehrt schließlich über die vereiste Daugava, Lettlands größtem Fluss, nach Riga zurück. Zu Hause angekommen, verarbeitet er seine Eindrücke in einem neuen Musikstück - eine gelungene Komposition aus lettischen Weisen und natürlichen Klängen.
12.00-12.30 Hessen3
Wissen und mehr: Trans-Sibirien (1/4):
Der Glaube ans Leben
Das "Trans-Sibirien"-Filmteam startet an der Mündung des Jenissej in der Hafenstadt Dudinka. Erste Station ist das entlegene Dorf Ust Port, das in den vierziger Jahren als stalinistisches Vertreibungslager für Wolga-Deutsche entstand. Die letzten überleben-
den Deutschen, das Ehepaar Zwetzig, erzählt seine leidvolle Geschichte. In der Tundra trifft das Team auf das Nomadenvolk der Nentzen, das hier in kleinen Gruppen lebt. Weitere Stationen sind Norilsk, das größte Nickelwerk der Welt, mit seinen harten Lebens- und Arbeitsbedingungen, sowie Igarka, die einst blühende Hafenstadt am Jenissej,
21.00-21.30 3sat
Seemannstaufe am Kap Hoorn:
Mit einem russischen Segelschulschiff um die Welt
Ein Film von Ina Ruck
Man erkennt sie am goldenen Ohrring - wer das Kap Hoorn umsegelt hat, darf ihn sich durchs linke Ohr ziehen. Auf der "Krusenstern", dem letzten großen Windjammer und ganzen Stolz der russischen Handelsflotte, stechen die Seeleute wie am Fließband mit einer heißen Nadel Ohrlöcher, denn immerhin haben sie das Kap bei Windstärke zehn geschafft. 120 russische Kadetten sind stolz darauf, jetzt richtige Seeleute zu sein. Die "Krusenstern" wurde vor 80 Jahren unter dem Namen "Padua" in Deutschland gebaut, später ging das Schiff als Kriegsbeute an die Sowjetunion. Heute dient es als Segelschulschiff für zukünftige Matrosen und Kapitäne. Ihren Namen hat die "Krusenstern" von Admiral Krusenstern, der im Dienst der Zaren stand und 1805 die
erste russische Weltumsegelung geleitet hatte. Ina Ruck begleitet das russische Segelschulschiff "Krusenstern" auf einer Reise um die Welt.
_____________________________________________________________________
Donnerstag, 1. Februar
20.15-21.00 RBB
Metropolen des Ostens: Kiew
Ein Film von Christian Klemke
"Kiew, sanfte Heimat ...", diese Worte des Sängers Alexander Vertinskij sprechen vielen Kiewern aus dem Herzen. Poetische Worte für die Liebe zu der Großstadt mit ihren mehr als 3 Mio. Einwohnern. Von ihrem Kiew fühlen sie sich aufgenommen, hier werden sie in den Schlaf gesungen, hier finden sie ihre Ruhe. In Kiew möchte man über die grünen Hügel und die Straßen schlendern, seinen Träumen nachhängen und sich an den Aussichten erfreuen. Die Kiewer lieben ihre Stadt, hier lässt es sich nicht nur besser
leben als in den alten Konkurrenzstädten Moskau und St. Petersburg, sondern auch in den meisten anderen ukrainischen Städten. Und die ukrainische Metropole vermag es immer wieder, auch die ausländischen Besucher in ihren Bann zu schlagen. Doch wo sich zu Zeiten des Führers Jaroslavs noch Pferdewagen mühsam über morastige Wege quälten, finden sich jetzt breite, verkehrsreiche Straßen. Die Stadt hat ihr Gesicht gewandelt, ist heute Hauptstadt der unabhängigen Ukraine, in der vor gut einem Jahr die "orangene Revolution" in der ganzen Welt von sich reden machte. Die Kiewer sind auf dem Weg zurück nach Europa, was sie mitbringen ist ein großer Schatz an kulturellem und menschlichem Reichtum.
22.05-23.00 Arte
Misswahl hinter Gittern: Aus einem sibirischen Straflager
Kurz bevor der eiskalte Winter hereinbricht, erleben die in einer russischen Strafkolonie inhaftierten Mädchen das Fest des Jahres, einen Schönheitswettbewerb. Wochenlang haben sie sich auf diesen Tag vorbereitet. Die Kandidatinnen entwarfen selber ihre Kleider, nähten und stickten. Jedes der Mädchen hat ein Programm einstudiert, singt
oder tanzt. Mit entwaffnender Naivität präsentieren sich die Aspirantinnen auf die Krone der Schönsten. Die anderen Mädchen schauen staunend zu. Dann wird die Schönste gekürt, es ist Genja, eine verurteilte Mörderin.
Im Straflager nahe der sibirischen Stadt Tomsk sind über 300 Mädchen inhaftiert, alle minderjährig, die Jüngsten sind 14, die Älteste ist 19 Jahre alt. Die einen wurden ver- urteilt wegen schwerer Verbrechen, zum Beispiel Mord oder Raubüberfall; andere erhielten Haftstrafen wegen Diebstahls, Herumlungerns oder weil sie ihren Bewährungsauflagen nicht nachkamen. Nun sitzen sie Haftstrafen zwischen zwei bis
acht Jahren ab. Im Lager gibt es keine Therapiemöglichkeiten, nur Arbeit und Strenge.
In einem Zimmer leben zehn und mehr Mädchen zusammen. Das schmale Bett ist der einzige Rückzugsort. Die Mitgefangenen werden zur Familie. Der Tag im Lager ist straff organisiert. Es herrscht ein bedrückendes militärisches Regime. Antreten vor dem Wohnheim um acht Uhr in der Früh. Die Teenager stehen in Reih und Glied, jede trägt eine dunkle Wattejacke, einen schwarzen Rock, ein wollenes Tuch um den Kopf, Männerstiefel an den Füßen. Auf Kommando marschieren sie in den Essensaal, dann
zur Arbeit. So vergehen ihre Jugendjahre. Genja, die Schönheitskönigin des Lagers, hat ihre ganze Jugend im Straflager verbracht. Ihre Tat ist unvorstellbar. Sie sollte auf den zweijährigen Sohn ihrer Nachbarin aufpassen, er schrie zu laut, da hat sie ihn im Fluss ertränkt. Sie war damals 14 Jahre alt und stand unter Drogen.
_____________________________________________________________________
Freitag, 2. Februar
13.05-14.00 Arte
WunderWelten: Auf eigenen Füßen in Kirgisistan
Der junge Bauer Ernis Jamangulov ist nur ein Beispiel von vielen. Er bewirtschaftet ein abgelegenes Gehöft in den kirgisischen Bergen. Dabei ist er selbst für den Betrieb verantwortlich und vollständig sein eigener Herr. Wie viele Kirgisen musste auch er sich seit der Unabhängigkeit seines Landes im Jahr 1991 auf völlig neue Lebensbedingun- gen einstellen.
In dieser Situation findet die Bevölkerung mehr schlecht als recht ihr Auskommen. Anhand des Alltags von sechs Menschen unterschiedlicher Herkunft zeichnet "WunderWelten" das Bild einer Gesellschaft, die in den langen Jahren der Sowjetherrschaft in allgemeine Vergessenheit geraten war.
19.00-19.45 Br-Alpha
Sibiriens vergessener Seeweg:
Arved Fuchs durchsegelt die Nordostpassage
_____________________________________________________________________
Samstag, 3. Februar
10.05-10.55 Arte
Das Jahrhundert des Kommunismus (1/4): Utopie an die Macht - 1917-1928
Eine Dokumentation, Frankreich 1999, ARTE F, Synchronfassung
Mehr als 50 Jahre nach dem Tod Josef Stalins, dem Mitbegründer der Sowjetunion,
greift ARTE nochmals die Geschichte der folgenschweren Ideologie des 20. Jahrhun- derts auf: das Jahrhundert des Kommunismus. Die vierteilige Reihe ergründet das Geheimnis eines totalitären Apparates, der einen Teil der Menschheit in seinen Bann
zog. Der Kommunismus hat das 20. Jahrhundert maßgeblich geprägt, konnte sich allerdings nirgendwo auf der Welt halten. Von der Oktoberrevolution bis zum Fall der Berliner Mauer vereinte er sieben Jahrzehnte lang Millionen Menschen aus vier Generationen über alle Kontinente hinweg. Was bewog bolivianische Minenarbeiter, vietnamesische Bauern, französische Arbeiter und chinesische Kulis dazu, für den Kommunismus zu kämpfen? Der Kommunismus war eine seltsame Mischung aus Humanismus und Terror, Brüderlichkeit und Zynismus, scheinbarer Opferbereitschaft
und gleichzeitiger Niedertracht. Gut und Böse widerstritten in ihm ebenso wie sie sich vereinten und überlagerten. Warum haben viele Menschen oftmals nur die Licht- und nicht die Schattenseiten des Kommunismus gesehen? Wieso überdauerte der Glaube auch angesichts der schon früh bekannt gewordenen Verbrechen?
Die russische Revolution brach in die Geschichte ein wie eine Naturgewalt. Zum ersten Mal lag die Macht in den Händen der Arbeiter, die sich anschickten, den neuen Menschen zu schaffen. Die russische Revolution sollte nur der erste Schritt auf dem
Weg zur Weltrevolution sein und wurde als allgemein gültiges Modell zur Befreiung der Menschheit angesehen. Aus dieser Gewissheit entsprang Begeisterung, ließen sich
Opfer rechtfertigen. Ende der 20er Jahre war die Revolution in Deutschland, Ungarn, Italien und China jedoch gescheitert. Damit blieb die Sowjetunion vorerst das einzige Land, in dem der Kommunismus Fuß gefasst hatte. Nach der völligen Zerschlagung der Opposition verkündete Stalin "den Aufbau des Sozialismus in einem Lande".
Die vierteilige Reihe ergründet das Geheimnis eines totalitären Apparates, der einen
Teil der Menschheit in seinen Bann zog. Anhand von Propagandafilmen und meist unveröffentlichtem Archivmaterial aus aller Welt wird der Versuch unternommen, die fatale Anziehungskraft des Kommunismus von innen her begreifbar zu machen.
15.30-16.15 Phoenix
Metropolen des Ostens. Menschen und ihre Stadt - Kiew
Ein Film von Christian Klemke, RBB/2005
Die Millionen-Metropole Kiew ist auf dem Weg zurück nach Europa. Was sie mitbringt,
ist ein großer Schatz an kulturellen und menschlichem Reichtum.
17.00-17.45 Phoenix
Metropolen des Ostens. Moskau
Ein Film von Christian Klemke, RBB/2006
Über Jahrzehnte war die 10-Millionen-Metropole das Zentrum eines Riesenreiches,
einer Supermacht. Alles in Moskau ist riesengroß, Moskau ist eine Stadt der Superlative wie New York oder Tokio - und: Moskau ist nicht Russland! Der Film beobachtet und befragt die Menschen der Stadt.
_____________________________________________________________________
Sonntag, 04. Februar
07.15-07.45 WDR
Weltreisen: Die Elbe - Eine böhmische Flusslandschaft
Eine Reportage von Klaus-Rüdiger Metze
(Wh. vom Vortag)
12.50-13.35 Hessen3
Länder - Menschen - Abenteuer: Ein Dorf in Karelien
Ein Film von Petteri Saario
Viktor und Maria Popov stehen mitten im Leben - am Rande der Welt. Sie wohnen in
dem Hundert-Seelen-Dorf Paanajärvi, im Norden von Russisch-Karelien, auf einer Insel im Fluss Kemijoki. Der Filmemacher Petteri Saario hat sie über Jahre immer wieder besucht und ihr Leben mit der Kamera festgehalten. Auf magische Weise weckt diese einfühlsame Studie zweier Menschen verschüttete Gefühle unterschiedlichster Art: Da werden Erinnerungen an die Ferien bei den eigenen Großeltern wach oder das Erleben unberührter Natur. Durch Feingefühl hat es Saario geschafft, die kaum wahrnehmbare Machtstruktur einer 46 Jahre dauernden Ehe sichtbar zu machen. Um es mit den Worten von Maria Popov zu sagen: "Es ist gut, einen Mann im Haus zu haben. Einen Herrn und Meister. Es stört mich nicht, herumkommandiert zu werden - denn ich mache es mit ihm genauso." Die besondere Qualität verdankt die Dokumentation nicht zuletzt der poetischen Kamera von Juha Taskinen. Seine Landschaftbilder sind Gemälde, seine Beobachtungen der Menschen Miniaturen des Alltags in einer fremden Welt - die dem Betrachter nach einer Weile ganz vertraut erscheinen. Wer diesen Film nur wenige Minuten verfolgt hat, kann gar nicht mehr anders, als ihn gebannt bis zum Schluss zu verfolgen.
17.35-18.05 Arte
Zu Tisch im ... St. Petersburger Land
Ein Magazin, Deutschland 2006, ZDF, Erstausstrahlung
Die russische Küche ist von zwei Umständen geprägt: zum einen von den langen kalten Wintern, zum andern von der russisch-orthodoxen Kirche, die regelmäßig längere Fastenzeiten vorschreibt. Eingelegtes, Eingemachtes und länger haltbares Gemüse stehen daher oft auf dem Speiseplan. Vor allem zu sowjetischen Zeiten war die Versorgung besonders schwer, damals mussten die Frauen aus wenigen Lebensmitteln etwas für ihre Familien zaubern. Aber Not machte erfinderisch und hat den Frauen ihre gute Laune beim Kochen nicht nehmen können. Die Zeiten der Lebensmitteldefizite
sind glücklicherweise vorbei, die individuellen Möglichkeiten richten sich heute eher
nach dem Geldbeutel.
Kurz vor Beginn der Fastenzeit wird zum Frühjahrsanfang in Russland die Maslenitsa gefeiert. Früher war das eine ganze Woche lang buntes Treiben, in der Karnevalswoche wurde der kalte Winter ausgetrieben und sich ordentlich die Bäuche voll geschlagen. Wörtlich übersetzt bedeutet Maslenitsa "Butterwoche". Bereits eine Woche vor Beginn
der Fastenzeit musste man früher auf Fleisch verzichten, Milcherzeugnisse aber waren erlaubt. An die Fastenzeit halten sich heute nur noch wenige, die Blinis - russische Pfannkuchen - werden aber nach wie vor noch gerne verzehrt. Nach einem langen
Winter im Petersburger Land, der Region um die alte Zarenstadt, feiert das ganze Dorf Sablino im russischen Norden die Maslenitsa bei Minus zehn Grad. Auch die Familie Korablev backt dann die traditionellen Blinis. Heiß, rund und gelb symbolisieren sie die Sonne der kommenden warmen Jahreszeit. Für den Teig hat jede Familie ihr eigenes Rezept. Gegessen werden die Blinis entweder süß mit Honig, Quark und Früchten oder aber pikant mit Fleisch, gebratenen Zwiebeln oder Kaviar. Oma Nadeshda reicht dazu "Zucker zum Beißen", ein Sahnekonfekt, dass zum Tee aus dem Samowar geknabbert wird.
Die Familie Korablev hat die Wirren, die mit dem Ende der UdSSR einhergingen, gut überstanden: Dmitrij Korablev hat sich als Fotograf selbständig gemacht, seine Frau Ljubov betreibt eine kleine Kette von Souvenirgeschäften. Und die sind auch einige
Tage später, während des Internationalen Frauentages, dem 8. März, rege besucht. Nur gut, dass an diesem nationalen Feiertag in Russland die Männer den Haushalt machen - Dmitrij bereitet eine Sülze aus Hühnerhälsen zu, die mit Brot und eingelegtem Gemüse gereicht wird.
_____________________________________________________________________
Montag, 05. Februar
20.15-21.00 Phoenix
Russlands kaltes Herz (1/2): Eine Sommerreise auf dem Ob
Ein Film von Andreas Voigt, SWR/2005
Sibirien - damit verbinden hierzulande die Menschen immer noch Verbannung und Straflager, meterhohen Schnee und bittere Kälte. In Russland ist der Name viel mehr: Metapher für Grenzenlosigkeit und Unendlichkeit, Symbol für den Kampf gegen die Wildnis. Wörtlich übersetzt heißt Sibirien "schlafende Erde". Der 2teilige Film ist eine Reise entlang des Flusses Ob, der auf mehr als 4.000 Kilometern Sibirien vom Altai im Süden bis zur Kara See im Norden durchfließt. Regisseur Andreas Voigt und sein Team haben links und rechts des Ob nach Geschichten und Schicksalen gesucht, die zeigen, wie die Menschen in Russlands "wildem" Osten leben, denken und fühlen ...
21.00-21.45 Phoenix
Russlands kaltes Herz: (2/2): Entlang des Ob zum Polarkreis
Ein Film von Andreas Voigt, SWR/2005
_____________________________________________________________________
Dienstag, 06. Februar
22.05-22.50 mdr
Sibirische Schätze: Pelzjäger im Ural
Ein Film von Christian Schulz und Andrej Blagodyrenko
Die Republik Komi liegt im Nordosten Russlands. In den Vorgebirgen des nördlichen
Ural leben die Komi schon seit hunderten von Jahren vom Pelzhandel. Für sie ist es
ganz natürlich, in dem rauen Klima Nordrusslands im Winter Kleidung aus Pelz zu
tragen. Allerdings benutzen die Komi lieber die billigeren Sorten, Fuchs-, Rentier- oder Wolfsfelle. Im Dorf Jermejenko lebt man fast ausschließlich von der Pelztierzucht und vom Fischfang. Das Dorf besteht aus traditionellen Holzhäusern, nur eine Krankenstation und die Pelztierfarm sind aus Beton gebaut. Auf der Farm werden in tausenden kleinen Ställen Pelztiere gezüchtet - Silberfüchse, Nerze und Hermeline. Die Farm ist heute der größte Pelzlieferant der Gegend.
In den Bergen des Ural sind nur noch wenige Jäger unterwegs. Sie jagen vorwiegend
mit Fallen, die sie in den Wäldern aufgestellt haben und im Winter regelmäßig ablaufen. Es gibt für jedes Tier und jede Jahreszeit besondere Fallen, die ständig kontrolliert und nachgebessert werden. Die Saison beginnt im November. Eine Jagdtour dauert mehrere Tage: zunächst fast einen ganzen Tag bis zur Basisstation, einer Holzhütte in den Bergen. Die Hütte bietet nur den allernötigsten Komfort - einen gusseisernen Ofen, ein paar aus Brettern gezimmerte Kojen und einen Schuppen, in dem die Beute und das Brennholz gelagert werden.
Sergeji Minkov begleitet die Jäger in diesem Winter. Er will sie vom Einsatz neuer Fallen überzeugen, die internationalen Tierschutzbestimmungen entsprechen und so begibt er sich mit auf die Jagd. In der Taiga sind die Männer komplett auf sich gestellt, weit ab von der nächsten Siedlung. Ein Gewehr ist immer dabei, aber es dient nicht zur Jagd,
sondern zur Abwehr von Bären und Luchsen. Jeder Jäger geht am Tag einen bestimmten Pfad ab, viele Kilometer durch die Wälder, und überprüft die aufgestellten Fallen. Viel hängt von der Intuition und dem Wissen um die Natur ab, von der Auswahl des Platzes für die Falle. Trotzdem sind auch gut platzierte Fallen immer öfter leer. Es
gibt immer weniger Tiere und das Geschäft lohnt sich kaum noch. Für die Komi ist der Pelzhandel hier in den Bergen die wichtigste Einnahmequelle, aber die Erlöse für Felle sind in den letzten Jahren zurückgegangen. Viele der sibirischen Pelze sind den Kunden zu warm, gefragt sind vor allem modische Schmuckpelze.
_____________________________________________________________________
Mittwoch, 07. Februar
12.30-13.15 Hessen3
Wissen und mehr: Trans-Sibirien (2/4): Der Kampf der Menschen
Bei der Reise entlang des Jenissej stößt das "Trans-Sibirien"-Filmteam mitten in der Tundra auf einen verlassenen Gulag und verrostete Lokomotiven, die von dem aberwitzigen Projekt zeugen, hier eine Eisenbahnlinie zu bauen. Wie Stalins Diktatur
und der Kommunismus die Kirche unterdrückten, berichtet ein Mönch in Turuhansk,
dem nördlichsten russisch-orthodoxen Kloster, das erst vor zehn Jahren wieder geöffnet wurde. Zehn Tage und 1.500 Kilometer weiter begegnet das Team dem kleinen Nomadenvolk der Keto, das verzweifelt ums Überleben seiner Kultur kämpft. Früher lebten die Keto in den Wäldern der Tundra. Doch dann wurden sie zur Zeit des Kommunismus zwangsweise sesshaft gemacht. Die Männer sind arbeitslos, viele sind Alkoholiker, die Familien leben in erbärmlichen Häusern, die Versorgung ist schlecht.
Vor allem die Frauen sprechen über die Probleme und Perspektivlosigkeit ihres jetzigen Lebens.
12.30-13.00 mdr
Sibirische Schätze: Pelzjäger im Ural
Ein Film von Christian Schulz und Andrej Blagodyrenko
(Wh. vom Vortag)
_____________________________________________________________________
Donnerstag, 08. Februar
02.15-03.00 Phoenix
Russlands Küsten - Russlands Sehnsucht (1/3):
Die Straße der Eisberge - Mit Dirk Sager auf der Nord-Ost-Passage
Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2003
03.00-03.45 Phoenix
Russlands Küsten - Russlands Sehnsucht (2/3):
Durch Feuer und Eis - Mit Dietmar Schumann im vergessenen Osten
03.45-04.30 Phoenix
Russlands Küsten - Russlands Sehnsucht (3/3): Die Riviera der Roten Zaren
Ein Film von Anne Gellinek, ZDF/2003
22.40-23.35 Arte
Der Freiheit ausgesetzt: Russische Mädchen nach der Jugendhaft
Ein Dokumentarfilm, Deutschland/Russland 2006, ZDF, Erstausstrahlung
Die einen warten sehnsüchtig auf ihre Freilassung, die anderen fürchten sich vor
diesem Tag. Die minderjährigen Mädchen in der russischen Strafkolonie in Tomsk
waren Streunerinnen und Prostituierte. Manche saßen wegen Mordes, andere wegen Raubes im Gefängnis. Für alle wurde in der jahrelangen Haft das Straflager zu einer Art Zuhause, zu einem Ort der Sicherheit, an dem sie täglich drei Mahlzeiten, ein Bett und ein Dach über dem Kopf hatten.
Auch Galja ängstigt sich vor dem Tag ihrer Freilassung, denn sie weiß nicht, was sie Zuhause erwartet. Ihre Mutter ist eine Alkoholikerin. Wo sie lebt, weiß Galja nicht. Die Tante hat ihr vor zwei Jahren den letzten Brief geschrieben. "Zu mir brauchst du nicht zu kommen", stand darin. An einem eiskalten Dezembertag verfügt das Gericht in Tomsk Galjas Entlassung, die Lagerleitung kauft eine Fahrkarte und setzt die 19-Jährige in den nächsten Bus nach Kemerowo, der Stadt, in der ihre Tante lebt. Der Dokumentarfilm
zeigt die ersten Tage der jungen Haftentlassenen in der Freiheit, begleitet sie zu ihren Verwandten, die sie schon abgeschrieben hatten, und bei der Suche nach Arbeit.
Genjas Entlassung aus der Tomsker Strafkolonie liegt ein Jahr zurück. Sie verbüßte eine sechsjährige Haftstrafe. Unter Drogen hatte sie einen dreijährigen Jungen ertränkt, den sie beaufsichtigen sollte. Damals war sie 14. In den langen Jahren ihrer Inhaftierung stieg Genja bis an die Spitze der Lagerhierarchie auf. Sie war Gruppenleiterin und
wurde bei der Misswahl, dem wichtigsten Ereignis des Jahres, zur Schönsten des Straflagers gewählt. Der Freiheit ausgesetzt findet sie sich nicht zurecht. "Im Lager wurde mir alles auf dem Tablett serviert, um nichts musste ich mich kümmern", erzählt sie. Jetzt soll sie selbst tätig werden, kann sich aber nicht aufraffen. Zurzeit lebt sie bei ihrer Großmutter, die sie versorgt. Genja arbeitet nicht. Endlich, nach einem Jahr in Freiheit,
will sie sich aufraffen und eine Ausbildung machen.
Aida war wegen Diebstahls zu zwei Jahren verurteilt worden. Während ihrer Haftzeit hat der Stiefvater ihre Mutter erschlagen, Aida erfuhr davon aus einem Brief der Großmutter. Ihre Heimatstadt Komsomolsk im fernen Osten Russlands an der Grenze zu China ist
eine verarmte, heruntergekommene Stadt, die jungen Menschen keine Zukunft bietet. Aida jedoch nutzt selbst die wenigen Angebote der Sozialbehörde nicht, verschleudert ihre Waisenrente, schwänzt die Fachschule. "Wer einmal gesessen hat, landet sowieso ein zweites Mal im Lager", ist die Meinung ihrer Freunde. Die 19-Jährige hoffte auf ein normales Leben, als sie einen Freund fand und mit ihm zusammenzog. Sie wurde enttäuscht. Aida findet sich im Leben nicht zurecht, verbringt ihre Tage Bier trinkend mit ihren Freunden. Nun will sie neu beginnen und darum Komsomolsk verlassen, in eine große Stadt fahren, in der sie niemand kennt.
Haftentlassene erhalten in Russland keinerlei Unterstützung vom Staat, weder materielle Hilfe noch Betreuung durch Therapeuten oder Sozialpädagogen. Gerade junge Menschen finden sich nach vielen Jahren im Straflager im normalen Alltag nicht zurecht. Die jungen Haftentlassenen werden nach ihrer Freilassung in ihre Heimatorte zurückgeschickt, dorthin, wo sie ihre Straftaten begangen haben. Sie treffen ihre alten Freunde wieder und geraten vom ersten Tag in der Freiheit wieder in ein kriminelles Umfeld.
_____________________________________________________________________
Freitag, 09. Februar
05.15-06.00 Phoenix
Sibiriens Schicksalsstrom - Der Jenissei: Vom Paradies in die Hölle
Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2005
06.00-06.45 Phoenix
Sibiriens Schicksalsstrom - Der Jenissei: Die Nachfahren der Verbannten
Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2005
06.45-07.30 Phoenix
Sibiriens Schicksalsstrom - Der Jenissei: Bis ans Ende der Welt
Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2005
17.35-18.30 Arte
WunderWelten: Auf eigenen Füßen in Kirgisistan
Eine Dokumentation
(Wh. vom 02.02.2007)
21.00-21.45 RBB
Onkel Wanjas Dorf - bei den Heiden von Marie El
Ein Film von Thorsten Niemann
Es gibt ein Land in den Weiten des russischen Imperiums, das kaum jemand kennt: Mari El - das Land der Mari. 14 Zugstunden östlich von Moskau liegt die kleine, autonome Republik, in der die Mari zusammen mit Russen und Tataren leben. Die Mari sind eine Volksgruppe, die sich im 5. Jahrhundert in den Hügeln und Wäldern rechts und links der Wolga angesiedelt hatte. Es waren vor allem arme Bauern aus Finnland, die hier ein besseres Auskommen suchten. Diese frühen Siedler verehrten mehr als 20 Naturgötter. Ihre Priester brachten ihnen Tieropfer dar oder hängten kleine Knochen in heilige Haine. Dort beteten die Mari vor der Jagd und vor der Ernte zu den Göttern. Und das ist noch heute so. Immer noch richten sich ihre religiösen Feste nach den Hauptereignissen des bäuerlichen Lebens: Aussaat und Ernte, Heirat, Geburt und Tod.
Der Film führt uns in das Dorf Karamass, mitten in der Mari-Republik gelegen. Dort
treffen wir Onkel Wanja und seine Familie. Wir gehen mit ihm durch die Wälder, in seine Imkerei, zum Fischen und besuchen einen heidnischen Opferritus nahe der Hauptstadt Joshkar Ola. Wir erleben eine Mari-Hochzeit, einen Altennachmitag und das ganz normale Leben der Menschen in einem fast unbekannten Land.
Die Reise nach Mari El zu Onkel Wanja ist auch eine Reise in die Vergangenheit Russlands und Osteuropas - zu einem Volk, das die frühen Ursprünge seiner Kultur wie kaum ein anderes auf dem alten Kontinent am Leben erhalten konnte - wenn auch immer unter großen Schwierigkeiten.
22.25-00.10 Arte
Themenabend: Europas letzte Heiden
In den Weiten Russlands, eine Tagesreise von Moskau entfernt, liegt die kleine autonome Republik Mari El. Ihre Bewohner heißen ganz einfach Mari, Menschen. Tscheremissen heißt die Volksgruppe in den Geschichtsbüchern. Heute nennt man sie auch die letzten Heiden Europas. Denn trotz Jahrhunderte langer Christianisierung, trotz der Zerstörung ihrer kultischen Orte unter sowjetischer Regie konnte die kleine Volksgruppe ihre heidnischen Rituale und Bräuche bis in die Gegenwart retten. Wieso haben die Menschen Folter, Tod und Denunziation bis in die jüngste Zeit in Kauf genommen um Heiden zu bleiben? Der Themenabend bringt in dem Dokumentarfilm "Ava - Die Stimmer meiner Mutter" die uralten Lieder der Mari wieder zum Klingen und erweckt die Poesie der alten Naturreligion zu neuem Leben. Doch wird sie von der jüngeren Generation in der Hauptstadt Joschkar Ola überhaupt noch wahrgenommen? Eine ganz besondere Art der Aufmerksamkeit erfahren die letzten Heiden Europas bei amerikanischen Christen. Sie bereiten sich sorgsam auf ihre Reise nach Mari El vor und scheuen keine persönlichen Mühen, um die "Ungläubigen" im fernen Russland zu missionieren.
22.25-23.55 Arte
Ava - Die Stimme meiner Mutter
Ein Dokumentarfilm, Deutschland 2006, Erstausstrahlung
Seit über 40 Jahren versucht Oleg Michailowitsch in der in Russland gelegenen autonomen Republik Mari El den Untergang einer Kultur zu stoppen. Die Mari sind Europas letzte Heiden, die sich bis heute einer Christianisierung verweigert haben. Mit einem einfachen Kassettenrecorder ausgerüstet, streift Oleg Michailowitsch unermüdlich durch die Dörfer, um die einzigartigen Gesänge seines Volkes vor dem Verschwinden zu bewahren. Er stoppt Lastwagen- und Fahrradfahrer, spricht mit alten marischen Dorfbewohnerinnen und sucht in einfachen Bauernhäusern nach unbekannten musikalischen Schätzen. Seine Spurensuche führt ihn bis nach Moskau, Berlin und Helsinki.
Das marische Volk litt Jahrhunderte lang unter Verfolgung und Unterdrückung. Der
Grund dafür war ein bis zum heutigen Tag unumstößliches Festhalten an ihrem alten heidnischen Glauben. Mari El gehört zu den ärmsten Republiken Russlands mit der höchsten Selbstmordrate weltweit. Gegen alles Vergessen und gegen alle Demütigungen versucht Oleg Michailowitsch seine Kultur zu bewahren.
Der Dokumentarfilm tritt für die Rechte einer kleinen, im restlichen Europa überwiegend unbekannt gebliebenen Ethnie ein und hält den ökonomischen Argumenten einer globalisierten Welt, die eine Unterdrückung von kulturellen Minderheiten quasi rechtfertigen, ein ästhetisches Konzept des Lebens entgegen, das der Vielfalt menschlicher Äußerungen jenseits ihrer finanziellen Vermarktbarkeit einen Platz einräumt.
23.55-00.10
Jesus loves you: Missionare in Russland
Ein Dokumentarfilm, Deutschland/Großbritannien 2006, Erstausstrahlung
Travis Hunt ist der junge charismatische Pastor einer kleinen evangelistischen Gemeinde in Camas Valley, im US-Staat Oregon. Er hat sich selbst zum Prediger ernannt, weil - wie er sagt - Gott ihn dazu berufen hat. Mit dem gleichen Ehrgeiz, mit dem er einst seine berufliche Karriere vorantrieb, führt er nun seine Gemeinde auf eine Mission. 17 Mitglieder seiner Kirche folgen ihm nach Russland in die autonome Republik Mari El,
um dort in einem Sommercamp und in einem Jugendgefängnis russische Kinder und Jugendliche zu missionieren. Viele der dem Wort der Bibel treuen Evangelisten, die Pastor Travis nach Russland führt, haben die USA noch nie verlassen. Es ist eine altersgemischte Gruppe geprägt vom ländlichen Leben in Oregon. Sie nennen sich "Lehrer" und ihren Auftrag finden sie in der Heiligen Schrift: "Gehet hin in alle Welt und macht zu Jüngern alle Völker".
Mit im Team sind Don Vilus, der die russischen Kinder mit seiner Kampfkunst-Demonstration vom richtigen Glauben überzeugen will, und Amanda, die zwölfjährige Tochter von Pastor Travis, die von einem Leben als Missionarin träumt.
John Wheeler, ein herzkranker Holzfäller, möchte Gott auf diese Weise für seine Genesung nach langer Krankheit danken, und Sharri Payne plant die Herzen der russischen Waisenkinder zu "reparieren", so dass Gott sie wieder lieben kann.
Durch die große Nähe, die der Dokumentarfilm zu seinen Protagonisten schafft, entsteht scheinbar ein Porträt, das sich die Ziele der Missionare zu Eigen macht. Doch diese
Nähe sorgt spätestens dann für Irritation und tiefes Befremden, wenn die Missionare plötzlich von aller Naivität befreit, ihr Ziel in Russland mit teils militärisch anmutender Präzision verfolgen
_____________________________________________________________________
Samstag, 10. Februar
08.45-09.55 Arte
Jesus loves you - Missionare in Russland
12.00-12.45 Hessen3
Weltreisen: Rund ums weiße Meer. Russlands wilder Norden
Ein Film von Stephan Stuchlik
Riesige Wälder, vergessene Dörfer, unberührte Seen, wenig hat das Klischeebild der Russen von sich selbst so geprägt wie der Norden ihres Riesenreiches. Die Gegend um das weiße Meer, ein Teil des Arktischen Ozeans zwischen der Kola-Halbinsel und der Gegend um Archangelsk, hat davon im Übermaß. Neben Fischerhütten und Holzkirchen finden sich aber auch Marktsteine russischer Geschichte: die Solovkie-Inseln mit ihrer einzigartigen Klosteranlage, aber auch den Überresten des Gulags, die Handelsstadt Archangelsk mit Holzhafen und Nordmeerflotte. Aber auch die profitabelste Raketenbasis der Welt in Plesezk sowie die größte U-Boot-Werft der ehemaligen Sowjetunion befinden sich in der Gegend um das weiße Meer. Eine Weltreise zwischen Fischern, Äbten, Bootsbauern und Raumfahrern.
_____________________________________________________________________
Sonntag, 11. Februar
12.50-13.35 Hessen3
Länder - Menschen - Abenteuer: Ein Dorf im Ural
Ein Film von Dethlev Cordts und Nicola von Opel
Spätestens seit der Hollywood-Schnulze "Doktor Schiwago" galt der Ural vielen Menschen als die Grenze zwischen Kultur und Wildnis. Am Ural endet Europa, wird gern behauptet. Dabei ist der Ural ein weitgehend unbekanntes Gebirge mit fantastischen Landschaften. Hier mischen sich Asien und Europa, Russland und Kasachstan - eine genaue Grenze ist kaum zu ziehen. Die Filmautoren Dethlev Cordts und Nicola von
Oppel haben die Bewohner eines kleinen Dorfes im Südural einige Wochen mit der Kamera begleitet: Die Menschen sind arm. Jeder im Dorf produziert seine Nahrung
selbst, mit einem Schwein, einer Kuh, ein paar Hühnern und einem halben Hektar Gartenland. Für Einkäufe fehlt meist das Geld.
Das Leben ist hart und entbehrungsreich, aber die Menschen haben ein großes Herz. Das fanden die Filmautoren in den Gesprächen, in den Liedern und in den gastfreundlichen Häusern. Irgisly - so heißt das tief in den Bergen versteckte 500-Seelen-Dorf, und Irgisly bedeutet "mutiges Mädchen". Mut ist tatsächlich gefragt und der Wille zum Überleben. Ein durchschnittlicher Monatslohn, das sind gerade mal 1.400 Rubel, also zwanzig Euro. Zum nächsten Arzt braucht man sieben Stunden - auf unbefestigten und schlammigen Straßen. Seit ein paar Jahren gibt es Strom, geheizt wird mit Holz, gekocht auf dem Feuer, gewaschen im Fluss. Die Männer haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von ganzen 52 Jahren: Arbeitslosigkeit, Zigaretten, Wodka. Trotz aller Härte haben sich die Menschen von Irgisly etwas bewahren können, worauf sie nicht verzichten wollen: eine funktionierende Dorfgemeinschaft, lebendige Großfamilien, eine urwüchsige wilde Landschaft und eine intakte Umwelt. Für die Kinder ist Irgisly ein Paradies, ein Bullerbü des Ostens.
_____________________________________________________________________
Montag, 12. Februar
13.30-13.58 RBB
Europa und die Welt: Eine Hoffnung für die Kinder. 10 Jahre Krebsklinik Perm
Eine Reportage von Philipp Bitterling
Es war der Neubau der Kinderkrebsklinik in Perm, der vor zehn Jahren die Behandlung der leukämiekranken Kinder in der gesamten Region am Ural im Osten Russlands entscheidend verbessert hat. Meist über mehrere Wochen müssen die Kinder in der
Klinik behandelt werden. "Wenn ein Kind das Krankenhaus gesund verlassen kann,
dann ist das ein gemeinsames Fest. Es ist das schönste Geschenk für uns Ärzte", sagt Olga Riskal, die Leiterin der Klinik. Die Bilanz ist positiv: Der Behandlungserfolg entspricht mittlerweile annähernd dem Standard in Westeuropa, wo acht von zehn kranken Kindern geheilt werden können.
Im vergangenen Jahr feierte die Klinik ihr zehnjähriges Bestehen und damit auch den Erfolg der Hilfsaktion "Die Kinder von Perm". Autor Philipp Bitterling hat den Alltag in der Klinik beobachtet - wie die Ärzte es schaffen, nach einer schlimmen Diagnose Vertrauen aufzubauen, Kindern und Eltern wieder Hoffnung zu geben und die meisten Patienten
zu heilen.
21.00 -21.45 Phoenix
Unerkannt durch Freundesland: Verbotene Reisen in das Sowjetreich
Ein Film von Cornelia Klauss, RBB/2006
_____________________________________________________________________
Dienstag, 13. Februar
21.00 -21.45 Phoenix
Unerkannt durch Freundesland: Verbotene Reisen in das Sowjetreich
Ein Film von Cornelia Klauss, RBB/2006 (Wh. v. Vortag)
_____________________________________________________________________
Mittwoch, 14. Februar
12.00-12.30 Hessen3
Wissen und mehr: Trans-Sibirien (3/4): Die Macht der Liebe
Kurz vor der sibirischen Hauptstadt Krasnojarsk beginnt die Zivilisation. In einem kleinen tatarischen Dorf lebt ein alter Mann, der vor kurzem noch Kommunist war, sich jetzt aber wieder an seine tatarischen Wurzeln erinnerte, kurzerhand eine Moschee errichtete und Mufti wurde. Mit dem Wolfsjäger Petrowitsch begibt sich das "Trans-Sibirien"-Filmteam in der Taiga auf die Fährte der Wölfe. 500 Kilometer weiter in der chakassischen Steppe fühlt man sich unter Cowboys und Rindviechern wie in der texanischen Prärie. Tags darauf gräbt es mit Archäologen in 2.000 Jahre alten Grabfeldern nach den Spuren alter Reiterstämme.
22.30-23.00 SWR
Auslandsreporter: Russisch Baden-Baden im Kaukasus -
Unterwegs im Stawropoler Kray
Ein Film von Albrecht Reinhardt
Das Gebiet um die Stadt Stawropol gehört zu den lieblichsten und schönsten Regionen Russlands. In der Hügellandschaft am Fuße des Kaukasus entstanden im 19. Jahr- hundert elegante Kurpavillons aus venezianischem Glas, Spielcasinos zur Zerstreuung des russischen Adels und Operettentheater für die leichte Muse des Fin de Siècle. Kurz: Nobeltreffs nach dem Vorbild mondäner europäischer Kurorte wie Baden-Baden. Im so genannten Stawropoler Kray begann im darauffolgenden Jahrhundert auch der Aufstieg von Michail Gorbatschow. Hier besiegelten er und der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl bei einer fast privaten Begegnung die deutsche Einheit. In seiner Reportage sucht der ARD-Moskau-Korrespondent Albrecht Reinhardt nach den Spuren der versunkenen Vergangenheit und begegnet Menschen, die heute das Gesicht dieser Region prägen.
00.00-01.00 mdr
Inferno Leningrad (2/3): Die hungernde Stadt - Leningrad im Zweiten Weltkrieg
Ein Film von Jan Lorenzen
Wie kein anderes Ereignis ist die Blockade Leningrads zum Sinnbild des Leidens der russischen Zivilbevölkerung im Zweiten Weltkrieg geworden. Fast 900 Tage lang, vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, war Leningrad von deutschen Truppen umzingelt. Nur notdürftig konnte die Stadt über den im Winter zugefrorenen Ladogasee, die einzige Lücke im deutschen Belagerungsring, versorgt werden. Hitlers erklärtes Ziel war es, die Stadt Peters des Großen und der Oktoberrevolution auszuhungern und für immer von der Landkarte zu tilgen.
Dieser Versuch, eine Millionenmetropole auszuhungern ist außerhalb Russlands noch nicht in seiner ganzen Dimension wahrgenommen worden. Neue Berechnungen
schätzen die Zahl der in der Stadt verhungerten Menschen auf ein bis zwei Millionen. Filmaufnahmen über den Alltag in der Stadt, die nach dem Ende der Blockade in den Archiven verschwanden, sind jetzt wieder zugänglich. Und Zeitzeugenaussagen offenbaren ein bisher nicht geahntes Ausmaß menschlicher Leidensfähigkeit. Vor
diesem Hintergrund erzählt der Film die Geschichte der Leningrader Blockade neu.
Ein Film, der sich nicht der militärischen Leistung bei der Verteidigung, sondern dem Alltag in der belagerten Stadt widmet. Der Film interessiert sich nicht für die heroischen Geschichten, sondern für die traurigen. Mit vielen Facetten und einem Grundmotiv: Hunger!
_____________________________________________________________________
Donnerstag, 15. Februar
01.30-02.25 Arte
Der Freiheit ausgesetzt: Russische Mädchen nach der Jugendhaft
23.00-23.15 RBB
Bernstein, Klops und Königsberg
Ein Film von Gladys Hannemann
Ostpreußen - der Name bedeutet viel mehr als nur eine Gegend auf alten Landkarten. Vom Boden Ostpreußens mit seiner Hauptstadt Königsberg gingen über Jahrhunderte bedeutende geistige und kulturelle Impulse aus, die weit über die deutschen Landesgrenzen hinaus wirkten. Auch in Berlin hat Ostpreußen seine Spuren hinterlassen. Da sind z. B. bedeutende Persönlichkeiten, die aus Ostpreußen stammen, wie Käthe Kollwitz, Simon Dach oder Emmanuel Kant, nach denen Berliner Straßen und Plätze benannt wurden. Die ostpreußische Küche ist Legende, und besonders die Berliner und Brandenburger haben den Königsberger Klops längst in ihre Hausmannskost integriert. Autorin Gladys Hahnemann besucht ein ostpreußisches Spezialitätenrestaurant und macht Appetit auf weniger bekannte ostpreußische Leckereien. Außerdem sucht der Film nach Spuren des alten Ostpreußen im heutigen Berlin (Erstausstrahlung).
23.15-23.45 RBB
750 Jahre Königsberg: Das heutige Kaliningrad sucht seine Zukunft
Ein Film von Christoph-Michael Adam
"Wir schrieen wie die Wölfe, aber es war zu spät." Unter Tränen schildert Elvira Syroka in Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, wie sie 1947 mit rund 2OO anderen Deutschen, meistens Kindern, den letzten Abtransport aus der Ruinenstadt verpasste und zurückbleiben musste. "Wolfskinder" werden sie deshalb noch heute genannt, erzählt sie Christoph-Michael Adam, der eine der letzten noch lebenden Zeitzeuginnen für seine Reportage suchte und schließlich fand. Vorsichtig und behutsam beginnen viele russische Bewohner von Kaliningrad eine Suche nach den Wurzeln und der Geschichte ihrer Stadt, die früher einmal Königsberg hieß und in der im vergangenen Jahr ein kompliziertes Doppel-Jubiläum gefeiert wurde: 75O Jahre Königsberg und gleichzeitig 6O Jahre Kaliningrad. Denn seit 6O Jahren ist die ehemalige preußische Hauptstadt russisch.
Kaum ein deutsches Bauwerk im Zentrum überstand die Bombardements und Artillerieangriffe des Krieges und die anschließende systematische Zerstörung der Stadt. Königsberg wurde dem Erdboden gleichgemacht. Heute wird immer offener darüber diskutiert ob es falsch war, alles "Deutsche" auszulöschen. Bei den Jubiläumsfeiern soll erstmals auch das herausgestellt werden, was noch an das ehemals deutsche Königsberg erinnert. Und nicht nur Kant und Agnes Miegel, der Dom und die Börse.
Die Angst vor einer "Re-Germanisierung" der Stadt aber erzeugt auch Widerspruch und Widerstand. Welche der beiden Seiten sich durchsetzen wird, werden erst die Besucher beurteilen können, die in der Stadt am Pregel in großer Zahl erwartet werden.
"750 Jahre Königsberg" berichtet über die Stimmung in der Stadt und die Vorbereitungen für die Jubiläumsfeiern. Immer wieder stößt das Filmteam dabei auf "deutsche" Erinnerungen oder auf Deutsche, die in Kaliningrad helfen wollen. Denn das ehemalige Königsberg und seine Umgebung ist heute eine verarmte Region, die auch auf Hilfe aus dem Westen angewiesen ist.
_____________________________________________________________________
Sonntag, 18. Februar
04.25-05.10 Phoenix
Aufbruch ins russische Eis: Sibiriens wilde Seele
Ein Film von Anne Gellinek, ZDF/2003
05.10-05.50 Phoenix
Aufbruch ins russische Eis: Geheimnisvolle Tundra
Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2003
05.50-06.00 Phoenix
Russland. Der fahrende Supermarkt im Polarkreis
Ein Film von Sonia Mikich
10.15-11.15 3sat
Eine Baltische Reise: Gidon Kremer und die Kremerata Baltica
Ein Film von Michael Meert und Lothar Mattner
Zu seinem 50. Geburtstag machte sich der Musiker Gidon Kremer ein Geschenk: In
seiner Heimat Lettland gründete er die "Kremerata Baltica", ein Kammerorchester junger, hochbegabter Musiker. Mit seinem Können und seiner Experimentierfreudigkeit hat es sich unter Gidon Kremers Leitung zu einem weltweit anerkannten Kammerorchester entwickelt.
Der Film beobachtet Gidon Kremer mit seinem Orchester auf dem Festival von Sigulda, Lettland, und stellt den Musiker vor.
17.15-18.00 SWR
Länder - Menschen - Abenteuer: Für Gott, Zar und Vaterland - Die Auferstehung der Don-Kosaken
Ein Film von Maria Ingrid Bandmann
Als Krieger der russischen Zaren und Verteidiger der russisch-orthodoxen Kirche eroberten die Kosaken auf ihren Pferden ganz Sibirien und große Teile Zentralasiens. Ihre Reitkünste waren so legendär, wie ihr Mut und ihre Treue, deshalb hatten auch chinesische und deutsche Kaiser kosakische Regimenter als Leibgarden. Als das alte Russland unterging, wurden Millionen Kosaken ermordet, ihre Traditionen fast ausgelöscht.
Die Hauptkirche der alten Kosakenhauptstadt Starotscherkassk steht noch als Ruine auf dem Friedhof der Kosakenführer, der Atamane. Heute darf wieder der vielen toten Kosaken gedacht werden. Die Don-Kosaken, ihr tief verwurzelter Glaube, ihre Lebenshaltung und Kultur prägen heute wieder das Leben rund um Starotscherkassk nahe der Millionenstadt Rostov. Das Kloster wurde der russisch-orthodoxen Kirche zurückgegeben und spielt heute wieder eine wichtige Rolle im Leben der gläubigen Kosaken.
Die Klavierlehrerin Jevgenia und deren Mutter Warwara erziehen fünf Waisenkinder nach orthodoxen Regeln. Unter ihnen ist Andrej, der von seinem leiblichen Vater nach dem Tod der Mutter in einer Hundehütte ausgesetzt wurde. Andrej wird mit anderen Kosakenjungen unter der Obhut des Mönchs Sofronij in den kosakischen Traditionen erzogen und ausgebildet. Sie lernen Reiten, Fechten, Tanzen und die Regeln eines Lebens im orthodoxen Glauben. Einfühlsam berichtet der Film über die Auferstehung
der Don-Kosaken und ihren Alltag am Don.
_____________________________________________________________________
Montag, 19. Februar
02.25-03.10 Phoenix
Russlands Ströme - Russlands Schicksal: Ritt auf dem Schwarzen Drachen: Der Amur
Ein Film von Anne Gellinek, ZDF/2001
03.10-03.55 Phoenix
Russlands Ströme - Russlands Schicksal: Klöster, Kriege, Kaviar: Die Wolga
Ein Film von Dirk Sager und Frank Vieltorf, ZDF/2001
03.55-04.40 Phoenix
Russlands Ströme - Russlands Schicksal: Blut und Diamanten: Die Lena
Ein Film von Dietmar Schumann und Hartmut Seifert, ZDF/2001
14.00-14.45 Phoenix
Sibiriens Schicksalsstrom. Der Jenissei (1/3): Vom Paradies in die Hölle
Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2005
14.45-15.30 Phoenix
Sibiriens Schicksalsstrom. Der Jenissei (2/3): Die Nachfahren der Verdammten
Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2005
15.30-16.15 Phoenix
Sibiriens Schicksalsstrom. Der Jenissei (3/3): Bis ans Ende der Welt
Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2005
18.30-19.00 Arte
Heimliche Wahrzeichen (1/5): Die Brücken von St. Petersburg
Eine Dokumentation, Deutschland 2006, RBB, Erstausstrahlung
Am finnischen Meerbusen, auf gleicher Höhe wie Oslo oder die Südspitze Grönlands, liegt eine Stadt. Eine Wasserstadt auf 42 Inseln - schöner und prächtiger als jede andere russische Metropole: St. Petersburg, die nördlichste Millionenstadt der Welt.
Wie Venedig liegt die ganze Stadt im Wasser. Und weil es kaum Fähren gibt, die Inseln aber zahlreich sind, sind es die Brücken von St. Petersburg, die das Leben hier erst möglich machen. 539 gibt es hier davon. Als Petersburger verbringt man ein Großteil seines Lebens irgendwo an den Ufern der Newa oder auf den Brücken zwischen den Inseln. Wladimir Michajlych Zaizew arbeitet seit gut 40 Jahren für die Stadt und ihre Brücken.
Die Zugbrücken von St. Petersburg, 43 sind es allein in der Innenstadt, sind wahre Wunderwerke der Technik - und die heimlichen Wahrzeichen der Stadt. Die meisten
und schönsten von ihnen wurden im 19. Jahrhundert errichtet. Jede Nacht ab 1.00 Uhr ziehen gewaltige Schiffe vom Meer her auf St. Petersburg zu. Wie von Zauberhand öffnet sich dann das Herz der Stadt und lässt die Riesen passieren. Für ein paar Stunden steht
alles still. Wer auf der falschen Seite geblieben ist, der muss sich jetzt gedulden und erfährt, was es heißt, auf einer Insel zu leben. Tags hat der Mensch, nachts haben die Schiffe Vorfahrt in St. Petersburg. Das war schon immer so.
Mehr als 18 Newa-Brücken müssen allein in der Innenstadt auf die Minute genau ihre gewaltigen Arme heben und den Weg für die Frachter freigeben. Nur ein Arm, der sich nicht bewegt - und Russlands Tor zum Westen bleibt geschlossen. Damit genau das
nicht passiert, gibt es schon seit langer Zeit die Brückenmeister von St. Petersburg.
Täglich überprüft Wladimir zahlreiche Brücken. Wenn etwas nicht stimmt, organisiert er auch die Reparaturarbeiten. Tag und Nacht ist er mit seinem Boot unterwegs, um die Konstruktionen zu begutachten.
Als Brückenmeister hat Wladimir außerdem die Aufgabe, die Reparaturen und Neubau- ten zu beaufsichtigen. Die historische Lieutnant-Schmidt-Brücke unweit der Eremitage war über die Jahre baufällig geworden und musste abgerissen werden. Wladimir ist nun für die detailgetreue Rekonstruktion zuständig. Alles muss schnell gehen, damit die Brücke wieder passierbar wird. Wladimir ist in gewisser Weise verantwortlich für die Arbeiter, die hier hoch über dem eiskalten Wasser arbeiten. Und das ist nicht immer
ganz ungefährlich.
Die meisten großen Brücken haben eigene Brückenwärter. Mit ihnen fachsimpelt Wladimir, lässt sich Geschichten erzählen oder entwirft Strategien zur Beseitigung eines Problems. Manchmal vergisst er dabei die Zeit und es kommt vor, dass er auf der fal- schen Seite sitzen bleibt. Seine Frau kriegt dann die beliebteste - und abgedroschenste - Ausrede der Stadt zu hören: "Schatz, die Brücke war schon hoch."
_____________________________________________________________________
Dienstag, 20. Februar
02.00-03.00 NDR
Durch den wilden Osten
Ein Film von Grazyna Bukowa
Drei junge Kirgisen überführen im Konvoi drei Gebrauchtwagen von Kornwestheim in Baden-Württemberg nach Bischkek, der Hauptstadt von Kirgisien. Der Verdienst aus solchen Gebrauchtwagen-Transfers entspricht mehreren kirgisischen Monatslöhnen.
Auf der 7.000 Kilometer langen Strecke von Mitteleuropa quer durch Russland nach Zentralasien überstehen die kirgisischen Fahrer Straßenräuber, Polizeikontrollen, Schneestürme und Auffahrunfälle.
_____________________________________________________________________
Mittwoch, 21. Februar
07.50-08.35 SWR
Länder - Menschen - Abenteuer: Für Gott, Zar und Vaterland:
Die Auferstehung der Don-Kosaken
Ein Film von Maria Ingrid Bandmann
(Wh. vom 17.02.2007)
12.00-12.30 Hessen3
Trans-Sibirien (4/4): Der wundersame Süden
Von Abakan, der Hauptstadt Chakassiens, führt der Jenissej zu der Sekte des "Vissarion", deren Führer sich für die Reinkarnation Jesu hält. In einer Ökogemeinschaft auf einem Berg tief in der Taiga warten seine Anhänger auf den Weltuntergang. Das Filmteam
wartet zwei Tage mit ihnen. Wieder in der Zivilisation stößt es auf den Gärtner Boroditsch, der seit vierzig Jahren dafür sorgt, dass auch in Sibirien Obstbäume blühen. Gegen Ende der Reise, in der Steppen- und Wüstenlandschaft Tuvas, lassen Schamanen das Team an ihren nächtlichen Ritualen teilhaben; es übernachtet in einem tuvinischen Jurtenzelt und wird vom seltsamen Oberton-Gesang verzaubert.
22.15-22.30 Arte
Mit offenen Karten: Armenien
Ein Magazin, Frankreich 2006, ARTE F, Erstausstrahlung
Anlässlich des Armenien-Jahres 2007 in Frankreich befasst sich "Mit offenen Karten" speziell mit diesem Land. Heute wirft das geopolitische Magazin einen Blick auf die sehr aktive Rolle der armenischen Diaspora in dem kleinen Kaukasusstaat.
_____________________________________________________________________
Donnerstag, 22. Februar
08.15-08.25 Arte
Mit offenen Karten: Armenien
Ein Magazin
(Wh. vom Vortag)
09.40-09.50 Arte
Mit offenen Karten: Armenien
Ein Magazin
(Wh. vom Vortag)
20.15-21.00 NDR
Frühling in Sibiriens Osten: Bei den Tschuktschen am Beringmeer
Ein Film von Frédéric Tonoli
Tschukotka, das ist eine sibirische Provinz im äußersten Nordosten Russlands. Obwohl das Gebiet doppelt so groß wie Deutschland ist, leben dort nur 78.000 Menschen. Das Klima ist extrem, selbst im Juli klettert die Temperatur nie über 10 Grad Celsius, und der Permafrostboden taut höchstens an der Oberfläche auf.
Da nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion keine Polarzulage mehr gezahlt wird, sind die meisten Russen schon fortgezogen. Geblieben sind die Tschuktschen, die hier schon seit Jahrhunderten siedeln. Der Durchschnittslohn liegt in Tschukotka heute bei
nur noch 130 Euro im Jahr, dabei sind die Preise dreimal so hoch wie im 8.500 Kilometer entfernten Moskau, denn alles und jedes muss mit dem Flugzeug angeliefert werden.
Um nicht zu verhungern, gehen die Männer auf die Jagd, wenn sie nicht gerade mal wieder ihren Rausch ausschlafen müssen. Der hohe Alkoholkonsum - natürlich nur Selbstgebranntes - hat dazu geführt, dass die Lebenserwartung der Tschuktschen bei
nur noch 43 Jahren liegt.
Neun Monate lang hat der französische Filmemacher in einer kleinen Ortschaft am Ende der Welt mit den Ureinwohnern gelebt, hatte Teil an ihrem Leben zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Dem Autor ist eine fesselnde Dokumentation gelungen, die die harte Lebenswirklichkeit in intensiven Bildern zeigt. Ob rituelle Leichenbeschwörungen, die Jagd auf den Nordkaper oder der Kampf mit einem Walrossbullen - die Kamera war stets dabei.
_________________________________________________________________________
Freitag, 23. Februar
15.15-16.00 NDR
Frühling in Sibiriens Osten: Bei den Tschuktschen am Beringmeer
Ein Film von Frédéric Tonoli
16.30-17.15 3sat
Die Seidenstraße in Mittelasien - Renaissance einer ruhmreichen Route (1/2):
Von Aschkhabad bis Buchara
Eine Dokumentation von Artem Ohandjanian
Die Seidenstraße, eine geschichtsträchtige Route von 6.400 Kilometern, war mehr als 1.000 Jahre lang der bedeutendste Handelsweg zwischen China und dem Westen.
Unter kommunistischer Herrschaft wurde sie bedeutungslos - freies Reisen widersprach der totalen Kontrolle durch die Herrschenden. Nun erlebt die Seidenstraße eine Renaissance.
Artem Ohandjanian reist der alten Seidenstraßen-Route durch die mittelasiatischen Republiken Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan.
20.15-21.15 NDR
Abenteuer Ostpreußen: Aufbruch im russischen Kaliningrad
Ein Film von Heidi Sämann
Das nördliche Ostpreußen, das heutige russische Kaliningrad, galt unter den Ostsee-Anrainern bisher als Armenhaus, aber allmählich kommt Tempo in die Wirtschaft der Exklave. Wer eine Nase für die Entwicklung der Region hat, siedelt sich jetzt dort an oder steckt sein Geld in Gewinn bringende Projekte. Noch konzentriert sich der Aufschwung auf die Stadt Kaliningrad, ehemals Königsberg, doch mehr als die Hälfte
der Bodenflächen - vor allem an den Küsten - soll schon von reichen Russen aufgekauft worden sein.
Das Filmteam ist durch das Land gereist und hat Menschen getroffen, die auf die positiven Zeichen setzen und investieren, aber auch jene, die dabei preußische Traditionen bewahren wollen wie zum Beispiel ein Russland-Deutscher, der eine Margarinefabrik und einen Molkereibetrieb in Mauern aus dem 18. Jahrhundert mit neuester Technologie wieder flott gemacht hat. In der Stadt Kaliningrad baut ein Investor aus Moskau ein "Fischdorf", das an das alte Königsberg erinnern soll. Ein deutscher Landwirt bewirtschaftet mit seiner russischen Frau in der einstigen "Kornkammer" Anbauflächen einer aufgelösten Kolchose. Über die Ereignisse im Gebiet Kaliningrad berichtet ein deutscher Journalist, der seit Ende der 1990er-Jahre in Selenogradsk (Cranz) ansässig ist und mit seiner russischen Frau zwischen Russland und Deutschland pendelt. Unterschiedliche Perspektiven und Lebensweisen in einem Gebiet, das bei Kriegsende entvölkert wurde und in dem jetzt rund eine Million Menschen aus allen Teilen der ehemaligen Sowjetunion leben - sowie einige hundert aus westlichen Ländern. Die Einwohner Kaliningrads nähren die Hoffnung, eines Tages durch entsprechende Abkommen mit der EU mehr Handels- und Bewegungsfreiheiten zu erreichen.
_____________________________________________________________________
Samstag, 24. Februar
20.15-21.45 SWR
100 Jahre Transsibirische Eisenbahn
Die längste Eisenbahnstrecke der Welt feierte Geburtstag. Vor 100 Jahren fuhr der erste Zug auf der Transsibirischen Eisenbahn zwischen Moskau und Wladiwostok. Im Studio berichten zwei ausgewiesene Eisenbahnkenner über diese einmalige Bahnlinie: Hagen von Ortloff, Redaktionsleiter und Moderator der SWR-Fernsehreihe Eisenbahn-Romantik, und Thomas Fischer, der bereits 17 Mal mit der Transsib gefahren ist. Die Fahrt auf dieser Transkontinental-Strecke dauert sieben Tage - mehr als 9.000 Kilometer Zugfahrt. Im zweiten Teil der Sendung stellt Markus Brock noch weitere Transkontinentalzüge vor. Diese Züge verbindet außerdem ihr Luxus. Eastern and Oriental Express zwischen Bangkok und Singapur. Quer durch Europa fährt der Venice Simplon Orient Express von Venedig nach London. Zwischen Toronto und Vancouver kommen Naturliebhaber dreimal in der Woche auf ihre Kosten - mit dem Canadian.
_____________________________________________________________________
Sonntag, 25. Februar
00.45-01.30 Phoenix
Sternflüstern. Das Sibirien-Abenteuer (1/4): Die Ankunft
Ein Film von Susanne Becker und Bernd Reufels, ZDF/2004
01.30-02.10 Phoenix
Sternflüstern. Das Sibirien-Abenteuer (2/4): Abenteuer Alltag
Ein Film von Susanne Becker und Bernd Reufels, ZDF/2004
02.10-02.55 Phoenix
Sternflüstern. Das Sibirien-Abenteuer (3/4): Kampf gegen die Kälte
Ein Film von Susanne Becker und Bernd Reufels, ZDF/2004
02.55-03.40 Phoenix
Sternflüstern. Das Sibirien-Abenteuer (4/4): Die Entscheidung
Ein Film von Susanne Becker und Bernd Reufels, ZDF/2004
03.40-03.50 Phoenix
Russland. Der fahrende Supermarkt im Polarkreis
Ein Film von Sonia Mikich, MDR/1998
03.50-04.35 Phoenix
Der 8. Kontinent. Die Eroberung Sibiriens (1/3): Abenteuer und Kosaken
Ein Film von Gudrun Ziegler und Wojtek Krzeminski, ZDF/2005
04.35-05.15 Phoenix
Der 8. Kontinent. Die Eroberung Sibiriens (2/3): Forscher und Reisende
Ein Film von Gudrun Ziegler und Wojtek Krzeminski, ZDF/2005
05.15-06.00 Phoenix
Der 8. Kontinent. Die Eroberung Sibiriens (3/3): Kuriere und Soldaten
Ein Film von Gudrun Ziegler und Wojtek Krzeminski, ZDF/2005
12.50-13.35 Hessen3
Länder - Menschen - Abenteuer: Mythos Ural (1/2):
Vom Polarkreis ins Tal der Petschora
Das Kettenfahrzeug keucht und faucht. Seine schwarze Rauchfahne verdunkelt die Schneewehe, in der das Gefährt von Filmautor Albrecht Reinhardt festsitzt. Endlich hebt es sich über die verkarsteten Schneemassen, und er ist wieder frei. Doch schon nach einer Viertelstunde sitzt er in der eisigen Weite der polaren Tundra erneut in einer Schneefalle. Um dem Mythos Ural auf die Spur zu kommen, tritt Albrecht Reinhard eine weite Reise an. Er besucht die nomadischen Rentierzüchter der Nenzen, die eisige Wüste von Workuta und die rätselhaften Felsgestalten von Manj-Pupu-Njer.
18.00-18.45 NDR
Hanseblick: Wintermärchen in St. Petersburg
Jan Becker, der Neue beim "Hanseblick", nimmt die Zuschauer mit auf eine Entdeckungsreise durch das winterliche St. Petersburg. Er wird für eine paar Tage in
eine Kommunalka einziehen; eine für die Stadt an der Newa typische Wohnform, bei der sich mehrere Familien eine der riesigen Adelswohnungen aus dem 19. Jahrhundert teilen. Von dieser Kommunalka aus entdeckt Jan Becker den Alltag der Petersburger.
Er begleitet eine Verkäuferin zu ihrer Arbeit, besucht mit einigen Kindern den Pionierpalast und lässt sich die verschiedenen Programme erklären. Er trifft eine Kürschnerin, stellt sich mit den St. Petersburgern nach Ballettkarten an, und er besucht eine Spezialschule, auf der sich musikalische Kinder auf das Konservatorium vorbereiten. Eine Gruppe von jungen Leuten führt ihn schließlich auch noch durch das Nachtleben der Fünf-Millionen-Metropole.
_____________________________________________________________________
Montag, 26. Februar
12.10-12.35 Arte
Heimliche Wahrzeichen (1/5): Die Brücken von St. Petersburg
13.30-13.58 RBB
Europa und die Welt: Von Wladiwostok nach Moskau.
In einem Zug durch Russland
Ein Film von Wolfgang Ettlich und Andreas Dirr
Der Mythos um die längste Eisenbahn der Welt bereichert seit gut einem Jahrhundert die Tagträume von Globetrottern aus aller Welt. Durch sieben Zeitzonen rattern die Züge der Transsibirischen Eisenbahn von Wladiwostok nach Moskau. Über Tausende Kilometer zieht sich der Schienenstrang durch die chinesische Steppe und die sibirischen Wälder. In den weit auseinander liegenden Städten haben Wolfgang Ettlich und Andreas Dirr die unterschiedlichsten Menschen und ihre Schicksale kennen gelernt. Vier Wochen haben sie für die Strecke durch die beiden größten Länder der Erde gebraucht. In Wladiwostok, dem östlichsten Ende unseres Kontinents, hat man tatsächlich das Gefühl, am Ende der Welt zu sein. "Beherrsche den Osten" heißt Wladiwostok wörtlich übersetzt.
40 Seeleute haben 1860 die Stadt gegründet, heute leben hier über 700.000 Menschen und es gibt genauso viele Autos. Wladiwostok ist der Hauptumschlagplatz für japanische Gebrauchtwagen. Kilometerlange Züge mit Öl beladen rollen von hier durch die kleinen Dörfer gen Westen. Ohne sie wäre das riesige Land einfach nicht zu versorgen. Oft hängen mehr als 100 Waggons an einer Lok. Alexeji Ulunov, ehemaliger Flottenkapitän der auf den Weltmeeren zuhause war, wünscht sich das alte System zurück. Die neue Freiheit heißt für ihn nur: Haus, Arbeit und Arbeit, Haus. Mit 50 Euro Rente im Monat kommt er kaum über die Runden. Auf der Reise bis Moskau begegnen die Autoren vielen Menschen, die mit der neuen Freiheit nur schwer zu Recht kommen. "Das ist hier wie im Irrenhaus", meint ein Taxifahrer. "Früher hat alles funktioniert. Jetzt ist alles viel teurer geworden. Benzin, Ersatzteile, der Strom, einfach alles. Die Preise werden höher und höher." Viele sind mehr mit dem Überleben beschäftigt als mit dem Leben.
_____________________________________________________________________
Dienstag, 27. Februar
13.30-14.15 Hessen3
Länder - Menschen - Abenteuer: Mythos Ural (2/2): Gold, Edelsteine und ein toter Zar
"Ja, gibt es denn bei euch in Deutschland keine Hitlerbüsten?" Juri Iwanowitsch fragt ganz naiv, während Filmautor Albrecht Reinhardt in seinem Garten eine Bronzefigur von Stalin anschaut. Juri ist der reichste Mann in Satka, einem der vielen Stahlkocherorte im Industriegürtel des Süd-Ural. Früher war er Baggerführer. Heute gehören ihm Nähereien, Tankstellen und Lebensmittelgeschäfte, und er ist ein Waffen-Narr. Die zweite Reise durch den Ural führt Albrecht Reinhard in die Welt der Waffenschmieden und der Malachitkönigin, der Steinzeithöhlen und der Bergtundra. In den Wäldern stehen die Lärchen und Kiefern wie Soldaten Spalier. Vor allem aber ist der südliche Ural eine
schier unerschöpfliche Schatzkammer von Gold- und Kupferadern, Smaragdfeldern und seltenen Mineralien. Ob Jekaterinenburg, die Ignatijewska-Höhle oder die kasachische Steppe - der Mythos Ural zieht jeden in seinen Bann.
_____________________________________________________________________
Mittwoch, 28. Februar
04.35-05.20 Phoenix
Paläste der Macht - Kreml
Ein Film von Gero von Boehm, ZDF/2004
13.30-14.15 Hessen3
Länder - Menschen - Abenteuer:
Auf dem Ob durch die Taiga (1/2): Eine Sommerreise durch Sibirien
Filmautor Andreas Voigt unternimmt eine Reise entlang des Flusses Ob, der auf mehr
als 4.000 Kilometern Sibirien vom Altai-Gebirge im Süden bis zur Kara-See im Norden durchfließt. Voigt und sein Team haben links und rechts des Ob nach Geschichten und Schicksalen gesucht, die einen Einblick geben, wie die Menschen in Russlands "wildem" Osten leben, denken und fühlen. Sie waren im Sommer und bei den gnadenlos kalten Temperaturen des sibirischen Winters unterwegs. In der ersten Folge reist das Filmteam vom Mittleren Ob in den Süden. "Der Fluss ist mein Leben", sagt der Kapitän der Fähre, "ich lebe auf seine Kosten". "Er ernährt uns, ohne ihn sind wir nichts", meint Kusma, ein Fischer des Minderheitenvolkes der Chanten. Dagegen klagt die Chantin Soja: "Die Erde hier ist krank. Und sie kann nicht mehr gesund werden, wenn man nicht aufhört, überall Straßen zu bauen und Erdöl zu fördern".
Die Chanten gehören zu den Ureinwohnern Sibiriens. Sie haben eine eigene Sprache, glauben an eine beseelte Natur und leben wie vor Jahrhunderten ihre Vorfahren: als Jäger und Sammler. Die Städte am Ob dagegen sind jung. Erst vor dreißig, vierzig Jahren wurden sie in die unwirtlichen Sümpfe hineingebaut. In der Metropole Novosibirsk, heute Russlands drittgrößte Stadt, trifft das Team einen der modernen Sibirieneroberer, den amerikanischen Geschäftsmann Eric. "Wenn du erfolgreich bist", sagt er, "kannst du auf einem Markt wie Russland viel größere Gewinne machen als in Europa oder in Amerika". Der schwergewichtige Mann aus Minnesota kam kurz nach der Perestroika ins Land und macht sein Geld mit Brot, Pizza und Kuchen. In Novosibirsk besitzt er mehrere Konditoreien, Cafés, Restaurants und Nachtclubs.
_____________________________________________________________________
Donnerstag, 01. März
00.45-01.30 Phoenix
Sternflüstern. Jenseits des Polarkreises (1/4): Sehnsucht Sibirien
Ein Film von Bernd Reufels, ZDF/2004
01.30-02.10 Phoenix
Sternflüstern. Jenseits des Polarkreises (2/4): Abenteuer Tundra
Ein Film von Bernd Reufels, ZDF/2004
02.10-02.55 Phoenix
Sternflüstern. Jenseits des Polarkreises (3/4): Der Ruf der Rentiere
Ein Film von Bernd Reufels, ZDF/2005
02.55-03.40 Phoenix
Sternflüstern. Jenseits des Polarkreises (4/4): Polarnacht
Ein Film von Bernd Reufels, ZDF/2005
13.30-14.15 Hessen3
Länder - Menschen - Abenteuer: Auf dem Ob durch die Taiga (2/2):
Eine Winterreise zum Polarkreis
Mit mehr als 4.000 Kilometern gehört der Ob zu den längsten Flüssen der Erde. Er durchfließt Westsibirien von Süd nach Nord, vom Altai-Gebirge bis zur Kara-See. Fast in der Mitte liegt die moderne Metropole Novosibirsk. Im ersten Teil der Dokumentation war sie Ausgangspunkt für eine Sommerreise in den Süden. Diesmal bricht das Filmteam
von Andreas Voigt im Herbst vom Mittleren Ob auf in den Norden, dem sibirischen Winter entgegen. Der Ob ist die Lebensader Westsibiriens. Hier, hinter dem Ural, wo es keine Brücken gibt und nur wenig Straßen, verbindet er die Städte, Siedlungen und Dörfer der Taiga. Über Seitenarme erreicht man die abgelegenen Siedlungen der Minderheiten, meist Nachfahren sibirischer Ureinwohner. Für viele dieser Völker bedeutet die Ausbeutung der Bodenschätze auf lange Sicht den Untergang ihrer traditionellen Lebensweise.
Manchen Gruppen gelingt es jedoch, sich auch im modernen Russland zu behaupten. Auf der kleinen Halbinsel Iwankino etwa trifft das Team auf Selkupen. Von jeher sind sie Fischer und betreiben den Fischfang mit traditionellen Methoden. Als Minderheit gewährt ihnen der Staat aber auch gewisse Privilegien. Anders als die Russen dürfen sie größere Mengen fangen. Das verschafft den Selkupen wirtschaftliche Vorteile, denn im Ob gibt es neben dem begehrten Stör eine Vielzahl von Edelfischen. Wenn der Herbst in Sibirien zu Ende geht, bleibt den Menschen nur wenig Zeit, sich auf den Winter vorzubereiten. Er kommt über Nacht. Dann ist der Ob binnen kürzester Zeit zugefroren, und auf dem Eis werden nun Winterstraßen gebaut. Das Filmteam musste seine Reise mit Motorschlitten fortsetzen, um in das Autonomiegebiet der Nenzen zu kommen. Das Gebiet der Ureinwohner Sibiriens ist zweimal so groß wie Deutschland. Aber nur 500.000 Menschen leben hier. Ein Teil wirtschaftet noch immer als Nomaden. Sie züchten Rentiere. Mit Zelten und ihren Herden ziehen sie im Winter in die Tundra und im Sommer in den Ural. Hier im äußersten Norden mündet der Ob in die Kara-See.
_____________________________________________________________________
Freitag, 02. März
16.30-17.15 3sat
Entlang der Seidenstraße: Die Seidenstraße in Mittelasien.
Von Samarkand bis Djarkend
Ein Dokumentation von Artem Ohandjanian
Seit dem Untergang der UdSSR und dem Vormarsch der freien Marktwirtschaft blüht der Handel an der Seidenstraße wieder auf. Der zweite Teil von "Die Seidenstraße in Mittelasien" zeigt neben historischen Bauten auch die Bauvorhaben aus der kommunistischen Ära, die niemals vollendet wurden und im halbfertigen Zustand verrotten.
_____________________________________________________________________
Samstag, 03. März
12.55-13.30 Arte
Zapping International: Das Fernsehen der Esten
Ein Magazin, Frankreich 2006, ARTE F, Erstausstrahlung
Wer in Estland durchs Fernsehen zappt, stößt unweigerlich auf die Störenfriede von
Esto TV, die sich seit sieben Jahren in Reportagen und Filmen über ihre Landsleute
lustig machen. Um die USA-hörige Politik ihrer Regierung anzuprangern, nehmen sie zum Beispiel als Prediger, Cowboy oder Pompom-Girl verkleidet an einer Demonstration für den Irakkrieg teil und rufen in ihren provokativen Aktionen: "Wir wollen den Dritten Weltkrieg!"
Das kleinste baltische Land ist seit knapp über 15 Jahren vom Kommunismus befreit. Seine drei öffentlich-rechtlichen Programme und die kleinen alternativen Sender bieten ein breites Spektrum an Sendungen an, die durch ihre Vielseitigkeit überraschen. So
gibt es auch Kurioses zu entdecken wie das Format "Bollywood", eine Reality-Show, in der zehn Esten versuchen, indische Fernsehstars zu werden.
Zwar sind die südamerikanischen Telenovelas und die australischen Doku-Soaps des privaten Senders Kanal 2 ziemlich erfolgreich, aber noch beliebter sind die estnischen Serien. Sie heißen "Kassid" oder "Glückstraße 13" und wagen sich an brennende Gesellschaftsfragen heran wie Arbeitslosigkeit, Rassismus und Diskriminierung von Homosexuellen. Die jüngste Sendung dieser Art auf dem öffentlich-rechtlichen Sender ETV heißt "Zehn entscheidende Jahre" und behandelt ein Thema, das bislang tabu war: die sowjetische Epoche der estnischen Geschichte
_____________________________________________________________________
Montag, 05. März
11.05-11.30 Arte
Heimliche Wahrzeichen (1/5): Die Brücken von St. Petersburg
Eine Dokumentation
(Wh. vom 19.02.2007)
14.30-15.00 Arte
Zapping International: Das Fernsehen der Esten
Ein Magazin
(Wh. vom 03.03.2007)
15.15-16.00 NDR
Im Herzen Europas: Die Baltischen Länder
Ein Film von Peter M. Kruchten
Die Filmreise durch die drei baltischen Länder beginnt in Litauen. Von dem barocken Juwel Vilnius geht es nach Trakai, das im Mittelalter Hauptstadt des Landes war und dessen gotische Inselburg eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten ist. Wir besuchen den Berg der Kreuze bei Siauliai, ein Symbol des Glaubens, der Hoffnung und des Widerstandes gegen die Unterdrückung zur Zeit der Sowjetherrschaft. Ziel der kleinen Litauenreise sind Klaipeda, das ehemalige Memel, und die Kurische Nehrung.
In Lettland bummeln wir durch die Altstadt von Riga mit ihren prächtigen Jugendstilbauten; wir fahren hinaus nach Jurmala, ins ehemals mondäne Bad vor den Toren der Hauptstadt und streifen durch den Gauja-Nationalpark mit den Städten und Burgen von Cesis und Turaida. Wir hören romantische Geschichten von guten Männern, verliebten Mädchen und von Münchhausen, von dem man sagt, dass er hier sein Herz verlor.
Estland bietet Abwechslung mit der lebendigen Universitätsstadt Tartu im Süden, einsamen Küsten und Mooren im Norden, im Lahemaa-Nationalpark und der nostalgischen Noblesse der Bädervillen von Pärnu oder Haapsalu an der Westküste. Die Hauptstadt Tallinn (Reval) beeindruckt als geschlossenes mittelalterliches Ensemble mit Wehrmauern und Türmen, Kirchen und Kaufmannshäusern.
15.30-15.45 3sat
Im Land der Dünen: Winter in der Kurischen Nehrung
Ein Film von Bernd Mosebach
Die Kurische Nehrung gehört zu den eindrucksvollsten Naturwundern Europas und zieht seit dem Beitritt Litauens zur Europäischen Union immer mehr Deutsche in ihren Bann. Dabei lockt nicht nur das UNESCO-Weltnaturerbe mit Europas höchsten Wanderdünen, sondern auch der Blick in die eigene Geschichte, denn die Landzunge gehörte bis zur Vertreibung der Deutschen im Zweiten Weltkrieg zu Ostpreußen.
_____________________________________________________________________
Dienstag, 06. März
10.35-11.05 Arte
Zapping International: Das Fernsehen der Esten
Ein Magazin (Wh. vom 03.03.2007).
22.05-22.50 mdr
Wolfskinder: Verschollen in Ostpreußen
Genrich Tschupailis lebt in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Er weiß, dass er unter einem fremden Namen lebt - seinen wirklichen Namen kennt er aber nicht. Den richtigen Namen herauszubekommen ist für ihn seit vielen, vielen Jahren ein unlösbares Rätsel. Bis zum Winter 1944/45 war er ein deutsches Kind in Königsberg. Damals begann die Tragödie - nicht nur für ihn.
Auf der Flucht vor der Roten Armee verloren Tausende Jungen und Mädchen ihre Eltern. Um nicht in die Sowjetunion verschleppt zu werden, flohen sie in die Wälder und kämpften ums Überleben, man nannte sie "Wolfskinder". Die Flucht nach Litauen war
eine Möglichkeit, dem Verhungern zu entgehen. Viele Kinder wurden dort aufgenommen, manchmal aus Mitleid und oft auch aus Not, weil auf dem Land die Arbeitskräfte fehlten. Der Preis für das Überleben war hoch: Die geretteten Kinder mussten ihren Namen und ihre Sprache vergessen, in eine neue Haut und Identität schlüpfen.
Erst seit dem Ende der Sowjetunion können die ehemaligen Wolfskinder ihre Geschichte erzählen und versuchen, ihre Herkunft und Vergangenheit aufzuklären. Sie suchen nach ihrem wirklichen Namen, ihrem Geburtsort und ihren Angehörigen. Das ist ein schwieriges Unterfangen, weil alle Spuren gründlich verwischt worden sind. Genrich Tschupailis hat sich im Sommer 2002 auf eine Reise in die Vergangenheit begeben, auf der Suche nach Erinnerungen und nach Dokumenten, die seine wirkliche Herkunft belegen könnten. Solche Papiere muss es geben, denn in der Zeit der Sowjetunion wurde er immer wieder als "Deutscher" behandelt, was damals eine Beschimpfung war. Die Dokumentation begleitet seine Reise und seine Begegnungen mit Menschen, die auch den Wettlauf mit der Zeit aufgenommen haben und ihre Herkunft suchen. Für Genrich Tschupailis bleibt das Happy End vorerst noch ein Traum.
_____________________________________________________________________
Mittwoch, 07. März
12.30-13.15 mdr
Wolfskinder: Verschollen in Ostpreußen
(Wh. vom Vortag)
21.00-21.45 SWR
Russlands Nordwesten: Von St. Petersburg auf die Kola-Halbinsel
Ein Film von Ute Werner
Diese Reise führt in den europäischen Teil Russlands. Und dennoch ist es eine Reise in eine ferne Welt - von der wohl europäischsten aller russischen Städte in das über
tausend Kilometer entfernt liegende Gebiet Murmansk nördlich des Polarkreises, von
der Weltstadt in die Taiga und Tundra. Taucht man ein in den "Bauch" von "Pitter", in den Markt "Apraksin Dwor" oder in die Tiefen der Metro, ist man mitten im Leben - und zugleich in der Geschichte dieser außergewöhnlichen Stadt, diesem gigantischen Komplex historischer Monumentalbauten. Ein gewaltiger Kraftakt war auch die Besiedlung der Kola-Halbinsel, die mit der industriellen Ausbeutung der Bodenschätze seit den 30er Jahren einherging.
In Montschegorsk arbeitet ein Großteil der Bevölkerung noch immer im Nickelwerk, das einerseits für sauren Regen und eine Schneise gespenstisch zerstörter Natur verantwortlich ist, andererseits aber für mehr Wohlstand sorgt. Wenige Kilometer von der Stadt entfernt kann man eine Natur entdecken, in der es scheint, als sei die Eiszeit erst kürzlich zu Ende gegangen.
Auf seiner Auto- und Eisenbahnreise in den Norden Russlands machte das Fernsehteam einen Umweg in Richtung Osten, in das Gebiet Vologda. Hier findet man noch das ländliche "alte" Russland mit den verschlafenen Holzhausdörfern und den prächtigen russisch-orthodoxen Kirchen.
_____________________________________________________________________
Donnerstag, 08. März
18.30-19.00 Arte
Starke Frauen (4/5): Anda und der Aufbruch in Riga
Eine Dokumentation, Lettland/Deutschland 2006, ZDF, Erstausstrahlung
Den Aufbruch Lettlands aus der sowjetischen Besatzungszeit erlebte Anda Bankowska aus der Nähe. 15 Jahre lang erlebte sie mit, wie sich die lettische Hauptstadt daran machte, Neues zu entwickeln, die eigene Identität wieder zu finden und die Vergangenheit mit der Zukunft zu verbinden. Auch Anda Bankowska befindet sich stets
im Aufbruch. Die 34-jährige Fotografin bezeichnet sich selbst als "Grenzkind Rigas",
nicht nur weil sie am Rande der 800 Jahre alten Hansestadt lebt. Sie liebt es auch, Grenzen von Menschen zu erspüren, selbst an ihre Grenzen zu gehen, vor allem in der Fotografie. Anda hat eine siebenjährige Tochter, Anna. Sie hat die Befreiung Rigas nicht erlebt, dafür ist sie zu jung. Sie ist ein ausgesprochen neugieriges Kind, neugierig auf
das frühere Leben ihrer Mutter, ihrer Großeltern. Durch ihre Augen wird auf die wechselvolle Geschichte Rigas geblickt.
Anda zeigt dem Zuschauer darüber hinaus eine unbekannte Seite der Stadt, ihren Blick auf die Stadt und auf Menschen, die, wie Anda sagt, "fröhlicher, bunter geworden sind in der Zeit, in der sie wieder selbst bestimmen können, wie sie leben wollen."
_____________________________________________________________________
Samstag, 10. März
10.20-11.00 SWR
Russlands Nordwesten: Von St. Petersburg auf die Kola-Halbinsel . Ein Film von Ute Werner
15.00-15.45 Phoenix
Frühling in Sibiriens Osten: Bei den Tschuktschen am Bering-Meer . Ein Film von Frédéric Tonoli, NDR/2005
_______________________________________________________________________
Sonntag, 11. März
10.15-11.40 3sat Aram Khatchaturian . Ein Film von Peter Rosen.
Das Leben des sowjetisch-armenischen Komponisten Aram Khatchaturian (1903 - 1978) war ein Leben voller Widersprüche in einer düsteren Epoche. War Khatchaturian ein Diener des Stalinismus oder komponierte er Musik, um gegen das Böse zu kämpfen? War er Vorzeigeschüler der Sowjetunion, Opferlamm, ergebener Untertan oder geheimer Regimekritiker? Die Dokumentation von Peter Rosen porträtiert den Komponisten Aram Khatchaturian.
10.15-11.00 mdr
Frühling in Sibiriens Osten: Bei den Tschuktschen am Bering-Meer . Ein Film von Frédéric Tonoll
Tschukotka, das ist eine sibirische Provinz im äußersten Nordosten Russlands. Obwohl das Gebiet doppelt so groß wie Deutschland ist, leben dort nur 78.000 Menschen. Das Klima ist extrem, selbst im Juli klettert die Temperatur nie über zehn Grad Celsius, und der Permanentfrostboden taut höchstens an der Oberfläche auf. Da nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion keine Polarzulage mehr gezahlt wird, sind die meisten Russen fortgezogen. Geblieben sind die Tschuktschen, die hier schon seit Jahrhunderten siedeln.
Der Durchschnittslohn liegt in Tschukotka heute bei nur noch 130 Euro im Jahr, dabei sind die Preise dreimal so hoch wie im 8.500 Kilometer entfernten Moskau, denn alles und jedes muss mit dem Flugzeug angeliefert werden. Um nicht zu verhungern, gehen die Männer auf die Jagd, wenn sie nicht gerade ihren Rausch ausschlafen müssen. Der hohe Alkoholkonsum - natürlich Selbstgebranntes - hat dazu geführt, dass die Lebenserwartung der Tschuktschen bei nur noch 43 Jahren liegt. Neun Monate lang hat der französische Filmemacher in einer kleinen Ortschaft am Ende der Welt mit den Ureinwohnern gelebt, hatte Teil an ihrem Leben zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Dem Autor ist eine fesselnde Dokumentation gelungen, die die harte Lebenswirklichkeit in intensiven Bildern zeigt. Ob rituelle Leichenbeschwörungen, die Jagd auf den Nordkaper oder der Kampf mit einem Walrossbullen - die Kamera war stets dabei.
15.00-15.15 3sat
Kulinarsche Spurensuche: Russland . Ein Film von Jochim Bartz
Russland, China, Ägypten, Äthiopien, Japan, Singapur und Vietnam - in der sechsteiligen Reihe "Kulinarische Spurensuche" nehmen Auslandskorrespondenten in fernen Ländern an Familienfeiern teil. Sie schauen in Kochtöpfe, besuchen Märkte, Straßenküchen und Restaurants und erzählen von Tischsitten, Ritualen und Zeremonien.
In der ersten Folge der Reihe ist Joachim Bartz zu Gast bei einer Hochzeit in St. Petersburg und beim "Wiener Opernball" in Moskau. Außerdem stellt er die russische Fast-Food-Kette "Kroschka Kartoschka" vor, bei der sich alles rund um die Kartoffel dreht. Sein Fazit: Ein russisches Essen sollte vor allem üppig sein - und der Wodka muss in Strömen fließen.
_____________________________________________________________________
Dienstag, 13. März
16.00-16.30 Hessen3
Weltreisen: Bären, Götter, Kaiserschnitt - Unterwegs in Russlands wildem Osten. Ein Film von Anja Bröker
Das Korjakenland auf der Kamtschatka-Halbinsel ist eine der exotischsten Gegenden Russlands. Dieser autonome Bezirk ist fast so groß wie Deutschland, es leben dort aber nur rund 30.000 Menschen. Russland ist hier ganz weit weg - San Francisco liegt näher als Moskau. Die Filmautorin Anja Bröker trifft in Korjakien Krabbenfischer, ein Dorf mit korjakischen Ureinwohnern, einen Geschäftsmann, der von Tourismus in großem Stil träumt, Wildhüter, die sich um die Braunbären-Population sorgen, sowie Arbeiter eines Platinwerkes, die eigens der Arbeit wegen in diesen entlegenen Teil Russlands gezogen sind.
_____________________________________________________________________
Mittwoch, 14. März
20.15-20.40 Arte . Der Himmel über Europa (8/10): Die baltischen Länder
Im Ostseeraum zwischen Polen und Russland liegen die baltischen Länder, Lettland, Estland und Litauen. Nach Jahrzehnten hinter dem Eisernen Vorhang gelten sie heute als ein Geheimtipp für alle, die unberührte Natur suchen. Gleichzeitig haben sich die drei Länder inzwischen auch modernster Technik geöffnet. Die Reise ins Baltikum führt in die lettischen und estnischen Hauptstädte Riga und Tallinn und auf den litauischen Hügel der Kreuze.
(1): Riga - Lettland:
Über 40 Prozent der Einwohner Rigas sind Russen. Die lettischen und russischen Bevölkerungsgruppen leben in der Stadt nebeneinander her, ohne sich zu vermischen. Durch die Unabhängigkeit Lettlands wurden die russischsprachigen Minderheiten im Land staatenlos. Heute betrifft dies noch circa 600.000 Personen. Viele Bewohner Lettlands, die aus Russland, Weißrussland und der Ukraine stammen, durchlaufen das lettische Einbürgerungsverfahren, das einen Sprachtest sowie Prüfungen in lettischer Geschichte und Verfassungskunde beinhaltet. Nur bei Bestehen dieser Prüfung werden sie vollwertige lettische Staatsbürger.
(2): Der Hügel der Kreuze in Litauen:
Dieser Hügel ist eine Gedenkstätte für die zahlreichen Litauer, die von russischen Angreifern getötet wurden. Obwohl russische Bulldozer die Hunderttausende von Kreuzen mehrmals niederwalzten, tauchten immer wieder neue auf. Heute ist der Hügel ein viel besuchter Ort in Litauen. Ein Kunsthandwerker, der Kreuze fertigt, berichtet über diese Tradition.
(3): Tallinn - Estland:
Tallinn ist die besterhaltene mittelalterliche Stadt Europas und kann zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten vorweisen. Zugleich wird Hightech hier so groß geschrieben wie in kaum einer anderen europäischen Hauptstadt. Allen Esten steht ein kostenloser W-LAN-Anschluss zur Verfügung. Das Internet ist ein wichtiges Kommunikationsmittel in Estland. Die Regierung wendet sich über das Internet an die Bürger, und die Patienten in den Krankenhäusern bleiben per E-Mail in Kontakt mit ihren Familien. Auch Schulen nutzen das Internet, um Zeugnisse und andere Informationen an die Eltern zu schicken.
______________________________________________________________________
Donnerstag, 15. März
12.10-12.45 Arte. Starke Frauen (4/5): Anda und der Aufbruch in Riga
13.30-13.58 RBB . Weltreisen: Rund ums weiße Meer. Russlands wilder Norden
Ein Film von Stephan Stuchlik
Riesige Wälder, vergessene Dörfer, unberührte Seen, wenig hat das Klischeebild der Russen von sich selbst so geprägt wie der Norden ihres Riesenreiches. Die Gegend um das weiße Meer, ein Teil des Arktischen Ozeans zwischen der Kola-Halbinsel und der Gegend um Archangelsk, hat davon im Übermaß. Neben Fischerhütten und Holzkirchen finden sich aber auch Marktsteine russischer Geschichte: die Solovkie-Inseln mit ihrer einzigartigen Klosteranlage, aber auch den Überresten des Gulags, die Handelsstadt Archangelsk mit Holzhafen und Nordmeerflotte. Aber auch die profitabelste Raketenbasis der Welt in Plesezk sowie die größte U-Boot-Werft der ehemaligen Sowjetunion befindet sich in der Gegend um das weiße Meer. Eine Weltreise zwischen Fischern, Äbten, Bootsbauern und Raumfahrern.
20.15-21.00 NDR
Auf der Kurischen Nehrung. Ein Film von Wolfgang Wegner
Die Kurische Nehrung ist eine der merkwürdigsten Landschaften Europas. Die knapp 100 Kilometer lange und nur maximal vier Kilometer reite Landzunge gehört heute teils zu Litauen, teils zu Russland, zur so genannten Kaliningrader Oblast. Sie wird auf der einen Seite von der Ostsee, auf der anderen vom Kurischen Haff umspült. Auf diesem Gebiet erstreckt sich eine der größten Dünenlandschaften Europas: riesige Sanddünen, die sich mehrere Meter pro Jahr bewegen und schon ganze Dörfer unter sich begraben haben. Bei einer Dünenwanderung fühlt man sich, als sei man mitten in der Sahara; Badeurlauber schätzen die langen weißen Ostseestrände, die auch im Sommer nie überfüllt sind.
Früher gehörte die Kurische Nehrung zur deutschen Provinz Ostpreußen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel sie an die Sowjetunion und war Ausländern nicht mehr zugänglich, fast 50 Jahre lang war das Gebiet hermetisch abgeriegelt. Erst seit dem Zusammenbruch des "Ostblocks" kommen wieder Touristen aus dem Westen auf die langgestreckte Halbinsel - verstärkt in den litauischen Teil, der sich in den letzten Jahren erstaunlich schnell entwickelt hat.
Die Reise durch die Kurische Nehrung beginnt in Nida, dem früheren Nidden, weitere Stationen sind Juodkranté, früher Schwarzort, und Klaipéda, früher Memel. Im russischen Teil besuchte das Filmteam Rybatschi, früher Rossiten, sowie die einstigen mondänen Badeorte Cranz (Selenogradsk) und Rauschen (Swetlogorsk) an der Samlandküste.
______________________________________________________________________
Freitag, 16. März
05.20-06.05 Phoenix
Russland - Eine Winterreise: Schätze im ewigen Eis. Ein Film von Katrin Eigendorf, ZDF/2004
06.05-06.45 Phoenix .
Russland - Eine Winterreise: Sibiriens goldene Träume. Ein Film von Joachim Bartz, ZDF/2004
______________________________________________________________________
Samstag, 17. März
18.00-18.30 3sat
Mit Oma nach Bessarabien - Spurensuche in der Ukraine. Ein Film von Wilhelm Domke-Schulz
Zusammen mit ihrer Familie fährt Gerda Noah in ihr Heimatdorf nach Bessarabien, einem vergessenen Landstrich zwischen der Westukraine und der Republik Moldau. 1934 dort geboren, wurde sie 1940 wie Tausende andere ausgebürgert und nach Deutschland geschickt. Ob ihr Geburtshaus noch steht? Was ist aus der früheren deutschen Siedlung geworden?
22.05-22.50 RBB
Metropolen des Ostens: Moskau. Ein Film von Christian Klemke
Über Jahrzehnte war Moskau das Zentrum eines Riesenreiches, sogar einer Supermacht. Moskau hat mindestens zwei katastrophale Schlachten überlebt, alles in Moskau ist riesengroß. Moskau ist eine Stadt der Superlative wie New York oder Tokio - und: Moskau ist nicht Russland! Moskau ist längst nicht mehr das Moskau der Sowjetunion und das der Nach-Gorbatschow-Zeit: Das Moskau von heute ist gespalten. Das Zentrum, das "Alte Moskau", die Residenz der Superreichen, wirkt "völlig durchgeknallt". Die Menschen in den Randgebieten, die natürlich in der Überzahl sind, leben zwischen Normalität und sozialen Problemen. "Metropolen des Ostens - Moskau" beobachtet und befragt die Menschen, die Moskauer.
Autor Christian Klemke zeigt die Welt der Superreichen, die der Normalbürger und nicht zuletzt die der sozial Schwachen.
____________________________________________________________________
Sonntag, 18. März
03.10-03.50 Phoenix
Geheimes Rußland: Nowaja Semlja - Der Archipel der Angst . Ein Film von Jurek Sladkowski, ZDF/1999
03.50-04.35 Phoenix
Geheimes Rußland: Udatschnij - die Stadt der Diamanten. Ein Film von Jurek Sladkowski, ZDF/1999
04.35-05.20 Phoenix
Geheimes Rußland: Südkurilen - Die Insel der Vergessenen. Ein Film von Jurek Sladkowski, ZDF/1999
05.20-06.05 Phoenix
Geheimes Rußland: Tschukotka - Die vergessene Armee. Ein Film von Jurek Sladkowski, ZDF/1999
06.05-07.30 Phoenix
Geheimes Rußland: Jenissejsk 15 - Die Stadt der verlassenen Frauen. Ein Film von Jurek Sladkowski, ZDF/1999
06.50-07.30 Phoenix
Geheimes Rußland: Moskau - Die Zombies der roten Zaren. Ein Film von Jerzy Sladowski, ZDF/1999
______________________________________________________________________
Montag, 19. März
13.30-14.00 RBB
Europa und die Welt: Lena Lenina - Eine Russin erobert Paris. Eine Reportage von Anja Bröker
Sie kommt aus Sibirien, ist Anfang 30 und in Frankreich genauso bekannt wie Wladimir Putin: Lena Lenina, Showstar aus Russland mit Wahlheimat Paris. Sie startete als Model in Reklamespots, arbeitet heute als Schauspielerin und Sängerin. In Russland ist sie mittlerweile Bestsellerautorin und schreibt über das Leben als erfolgreiche Geschäftsfrau. Alles ohne eine Ausbildung, ohne einen Agenten - und ohne eine reiche Hotel-Erbin zu sein. Lena Lenina macht eine typisch russische Karriere. Nach dem Ende der Sowjetunion nutzte sie ihre neuen Chancen, entdeckte das Showbusiness für sich und kämpfte sich in Russlands wilden 90ern nach oben. Heute lebt Lena Lenina zwischen den Welten, zwischen Russland und Frankreich.
22.50-00.20 mdr
Leben einmal anders (Shik)
Ein Spielfilm aus Russland, Deutschland, Frankreich und Italien von 2003
Die Freunde Geka, Peaky und Dumbo, die in einem kleinen russischen Dorf leben, haben nur ein Ziel: genug Geld für den eleganten Anzug aufzutreiben, den sie im Schaufenster einer Boutique gesehen haben und der für sie das Symbol eines besseren Lebens darstellt. Doch als sie nach einer Reihe turbulenter Abenteuer am Ziel ihrer Träume sind, verwandelt sich das edle Stück in einen Unglücksbringer ...
In einem kleinen Dorf nahe dem Schwarzen Meer leben Peaky, Geka und Dumbo, drei Freunde im Alter um die 18. Ihre Zeit vertreiben sie sich mit Gaunereien, Raufereien und Nichtstun. Das Dorfleben ödet sie an, sie träumen von einem Leben im Luxus, mit schnellen Autos und schönen Frauen. Als die drei bei einem Ausflug in die nächstgelegene größere Stadt einen feinen Gucci-Anzug im Schaufenster einer Nobelboutique sehen, gibt es für sie nur noch ein Ziel: diesen Anzug zu besitzen! Zunächst versucht das Trio, durch kleine Jobs an Geld zu kommen. Aber natürlich kostet der Anzug mehr, als sie durch seriöse Arbeit je verdienen könnten. Also überlegen sie, wie sich auf andere Weise das nötige Kleingeld auftreiben lässt. Durch ein paar Gaunereien gelingt es ihnen schließlich, genug Geld zusammenzukratzen, um sich das ersehnte Kleidungsstück zu leisten. Umso größer ist ihr Schock, als es in der Boutique heißt, ein anderer Kunde habe ihnen den Anzug gerade vor der Nase weggeschnappt. Nach einer kleinen Rauferei gehört ihnen das edle Stück dann doch - aber das prachtvolle Symbol all ihrer Träume und Hoffnungen wird im weiteren Verlauf des Geschehens eher zum Auslöser für eine Reihe tragischer Ereignisse. Der Marktstand von Peakys Mutter brennt ab, und als er seinen Vater aufsucht, der die Familie vor vielen Jahren verließ, endet die erhoffte Aussprache in einer tiefen Enttäuschung. Der naive Dumbo verliebt sich derweil in eine aufgeweckte junge Frau, die ihn benutzt, um ihren neureichen Liebhaber eifersüchtig zu machen - ein Spiel mit dem Feuer, das fatale Folgen hat.
Nach dem Erfolgsfilm "Luna Papa" (2001) mit Moritz Bleibtreu hat der russische Regisseur Bakhtiyar Khudojnazarov mit "Leben einmal anders" eine fellinieske Tragikomödie über die Träume und Sehnsüchte junger Russen inszeniert: Wohlstand, westliche Luxusgüter, Erfolg und "Dolce Vita". Doch im Lauf des Geschehens kristallisiert sich immer stärker heraus, dass der ersehnte Luxus nur ein Platzhalter für tiefer gehende Bedürfnisse der jungen Männer ist: für ihre Sehnsucht nach Familie, Wärme, Nähe und Liebe. "Leben einmal anders" lief mit großem Erfolg auf der Berlinale 2003 sowie auf dem Filmfestival go East 2003 in Wiesbaden und dem Internationalen Filmfestival Karlovy Vary.
____________________________________________________________________
Dienstag, 20. März
16.00-16.30
Weltreisen: Von Tbilisi ins höchste Dorf Europas - Eine Sommerreise durch Georgien.
Ein Film von Ina Ruck
Akop Kitessow ist 85 Jahre alt und hat 51 Kinder: seinen Sohn Wano und die fünfzig Drehorgeln, die er in seinem Leben gebaut hat. Die hohe Kunst des Leierkastenbauens hat er von seinem Vater gelernt. Gemeinsam mit seinem Sohn betreibt er bis heute die kleine Drehorgel-Werkstatt in Tbilisi, der Hauptstadt Georgiens. "Wir sind die Einzigen in ganz Europa, die das noch können", sagt er - und vielleicht die einzigen in der ganzen Welt.
Das höchste Dorf Europas heißt Uschguli und liegt in den Bergen Swanetiens. 64 Familien leben hier. Hohe Wehrtürme gehören zu jedem Haus; früher zogen die Familien in die Türme, wenn ein Angriff drohte. Das komplette Dorf ist UNESCO-Weltkulturerbe. Georgien liegt an der Grenze zwischen Europa und Asien, im Norden grenzt Russland an, im Süden die Türkei - und im Westen baden die Urlauber im Schwarzen Meer.
In die Schlagzeilen geraten ist Georgien im November 2003, als die Bevölkerung in der so genannten Rosenrevolution einen Machtwechsel herbeiführte und kurz darauf Michail Saakaschwili zum Präsidenten wählte. Die ARD-Korrespondentin Ina Ruck zeigt Georgien jenseits vom politischen Geschehen. Von der Hauptstadt Tbilisi fährt sie ans Schwarze Meer bis zur türkischen Grenze und dann hinauf in die Berge.
Neben dem Drehorgelbauer Akop trifft sie Shushuna, eine ehemalige Teepflückerin, die sich nun mit dem Vermieten von Zimmern über Wasser hält, sie besucht einige der zahlreichen georgischen Kirchen und ist zu Gast bei einem heidnischen Fest.
___________________________________________________________________
Mittwoch, 21. März
02.15-03.00 Phoenix
Russlands Küsten - Russlands Sehnsucht (1/3): Die Straße der Eisberge - Mit Dirk Sager auf der Nord-Ost-Passage. Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2003
03.00-03.45 Phoenix
Russlands Küsten - Russlands Sehnsucht (2/3): Durch Feuer und Eis - Mit Dietmar Schumann im vergessenen Osten
03.45-04.30 Phoenix
Russlands Küsten - Russlands Sehnsucht (3/3): Die Riviera der Roten Zaren. Ein Film von Anne Gellinek, ZDF/2003
_____________________________________________________________________
Donnerstag, 22. März
06.00-07.30 Phoenix
Königsberg - ferne, fremde Heimat (1/2): Ostpreußen und das Erbe Stalins - Die Winterreise. Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2005
06.45-07.30 Phoenix
Königsberg - ferne, fremde Heimat (2/2): Hoffnung am Haff - Die Sommereise. Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2005
_____________________________________________________________________
Sonntag, 25. März
11.00-12.00 Arte
Alexander Solschenizyn - Der Kampf eines Mannes
Zwölf Jahre lang - vom Paukenschlag, den die Veröffentlichung des Romans "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch" darstellt, bis zur Ausweisung 1974 - kämpft Alexander Solschenizyn tagtäglich gegen einen der mächtigsten Staaten der Welt. Am Schluss stehen eine scheinbare Niederlage des Literaturnobelpreisträgers - die Sowjetunion entledigt sich des Schriftstellers - und ein wahrhafter Sieg: der Sieg der Wahrheit über das Sowjet-Regime und seine Gulags, von deren Existenz jetzt die ganze Welt weiß. Die Waffen des Alexander Solschenizyn waren seine Feder und sein unbezwingbarer Wille sowie die Schläue und Gerissenheit, die er sich als ehemaliger "Zeks" - als Gefangener in einem Gulag - angeeignet hatte.
Der Film beschreibt den zwölf Jahre dauernden Kampf Solschenizyns im Wesentlichen anhand von Archivmaterial. Zunächst werden Dokumente gezeigt, die auch in der UdSSR öffentlich gezeigt werden durften: Aufnahmen von Parteitagen, großen Feiern und Paraden. Dann Bilder, die man damals im Westen sah: Bilder von der Kuba-Krise bis zur Invasion in der Tschechoslowakei. Schließlich das, was in Verbindung mit Solschenizyn steht und in der Sowjetunion nicht zu sehen war, wie die Gespräche mit Günter Grass, Heinrich Böll, Max-Pol Fouchet, B. Pivot, J. Daniel, André Glucksman, P. Daix und anderen.
Es folgen Bilder von den Orten, an denen sich die Ereignisse um Solschenizyn zwischen 1962 und 1974 abspielten: Moskau, Riazan, verschiedene Datschen, in die Solschenizyn flüchtete, das Haus der Zeitschrift Novy Mir, das Gebäude des Schriftstellerverbands, die Gefängnisse, die Straßen von Moskau und Landschaften, die dem Schriftsteller etwas bedeuteten. Durch all diese Bilder führt eine Off-Stimme, die den Kampf des Schriftstellers mit dem sowjetischen Geheimdienst schildert.
_____________________________________________________________________
Dienstag, 27. März
04.10-05.00 3sat
Georgien - Menschen, Landschaften und Kulturen am Kaukasus. Ein Film von Ute Werner
Georgien hat eine faszinierende Landschaft: Sie wird geprägt von den Bergen des Großen und Kleinen Kaukasus, der Region Kolchis, in der tropisches Klima herrscht, und der Garedschi-Wüste im Osten des Landes. Überall findet man alte Kirchen und Klöster mit wertvollen Fresken und Ikonen, Zeugnisse christlicher Kultur, die es aber - besonders im Großen Kaukasus - bis heute nicht geschafft hat, die alten heidnischen Bräuche zu verdrängen. Ute Werner unternahm eine Reise durch Georgien.
04.35-05.15 Phoenix
Aufbruch ins russische Eis (1/2): Sibiriens wilde Seele
Ein Film von Anne Gellinek, ZDF/2003
05.15-06.00 Phoenix
Aufbruch ins russische Eis (2/2): Geheimnisvolle Tundra
Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2003
11.10-11.40 3sat
Russisch Baden-Baden im Kaukasus. Unterwegs im Stawropoler Kray
Ein Film von Albrecht Reinhardt
Das Gebiet um die Stadt Stawropol gehört zu den schönsten Regionen Russlands. In der Hügellandschaft am Fuß des Kaukasus entstanden im 19. Jahrhundert elegante Kurpavillons aus venezianischem Glas, Spielcasinos zur Zerstreuung des russischen Adels und Operettentheater für die leichte Muse des Fin de Siècle - Nobeltreffs nach dem Vorbild mondäner europäischer Kurorte wie Baden-Baden. Albrecht Reinhardt ist unterwegs im Stawropoler Kray.
13.30-14.15 Hessen3
Länder - Menschen - Abenteuer: Usbekistan. In der Wüste des roten Sandes
Ein Film von Elke Windisch und Heinz Lorenz
Aufgewachsen ist Zavar unter den Schafen, Ziegen und Kamelen, mit denen seine Eltern von Weideplatz zu Weideplatz durch die Kysylkum ziehen, die "Wüste des roten Sandes" in Usbekistan. Er hat miterlebt, wie die Tiere geschoren und die Karakullämmer wegen ihres wertvollen Fells kurz nach der Geburt geschlachtet werden. Aber dann ist er in die alte Stadt Buchara gezogen, um Geschichte zu studieren. Dort hat er die Studentin Firuza kennen gelernt. Der Nomadensohn und die Lehrerstochter wollen heiraten. Aber das ist leichter gesagt als getan. Immer wieder machen sich Verwandte von Zavar auf den weiten Weg von der Wüste in die Stadt, um mit Firuzas Familie zu verhandeln. Monate gehen ins Land. Das Fest der Beschneidung von zwei Nomadenjungen in der Kysylkum geht ebenso vorüber wie das altpersische Neujahrsfest am 21. März, zu dem traditionsgemäß der "Sumalyak" aus Weizenkeimlingen und Nüssen gekocht wird. Noch immer hat Zavars eigene Familie nicht entschieden, ob Firuza denn überhaupt die richtige Partie für ihn ist.
20.15-22.15 ZDF
Dirk Sagers Eisenbahnreise um die halbe Welt (1/4): Aufbruch an die Wolga
Von Berlin aus 16.000 km mit der Bahn, Endstation Saigon in Vietnam: Monatelang war Dirk Sager in Dutzenden von Zügen unterwegs, weiter kann man von Deutschlands Hauptstadt aus auf Schienen nicht reisen. Der ehemalige Russland-Korrespondent des ZDF hat dabei Routen gewählt, die abseits der großen Touristenströme liegen.
Die Strecke führte durch Polen, Weißrussland und Russland bis an die Wolga, weiter ging es durch die kasachische Steppe und entlang der nördlichen Seiden-straße nach Xinjang, der Provinz der chinesischen Muslime. Dirk Sager und sein Team folgten den alten Karawanenwegen nach Osten, streiften die Wüste Gobi, besuchten unbekannte chinesische Millionenstädte, überquerten hohe Gebirge, bis sich der Zug schließlich durch eine atemberaubende Landschaft in das tropische Vietnam schlängelte.
"Berlin - Saigon" ist nicht nur eine faszinierende Reisereportage, sondern auch eine Spurensuche in den ehemaligen Reichen der Diktatoren Hitler, Stalin und Mao. Immer wieder verließ der Reporter den Zug, besuchte Städte und Dörfer entlang der Strecke. Die Helden der Geschichten sind Schaffner, Bauern, Schnaps-brenner, taubstumme Köche, Fischer, Raketenbauer, Lokführer und viele andere. Manche von ihnen träumen von einem besseren Leben im Wohlstand, andere haben neue Chancen ergriffen und die langen Schatten des Kalten Krieges und der Diktatoren hinter sich gelassen.
An der Strecke locken Landschaften im Zauber des Winters, die Geheimnisse der russischen Wodkabrennerei und die betörende Schönheit von Kirchengesang. Aber auch die längste Zugreise beginnt mit dem Weg zum Bahnhof. 16.000 Kilo-meter Eisenbahnfahrt bis nach Saigon liegen vor Dirk Sager und seinem Team. Die erste Etappe führt von Berlin bis an die Wolga, an deren östlichem Ufer die asiatische Steppe beginnt. Aber ein Motiv klingt schon an, bevor sich der Zug im Berliner Vorortbahnhof Lichtenberg in Bewegung setzt. Der Weg dorthin führt durch die Karl-Marx-Allee, die als Prachtboulevard der alten Hauptstadt der DDR einst den Namen Stalins trug. Berlin war damals der westliche Vorposten seines Imperiums und auf der langen Strecke bis nach Vietnam bleibt das Team im einstigen Machtbereich des Moskauer Tyrannen. Die Reise über Kontinente ist auch eine Begegnung mit der Geschichte eines Jahrhunderts der Schrecken, dessen Schatten bis in die Gegenwart reichen.
Dicke Eisschollen treiben auf der Oder, und eine kalte Januarsonne legt purpurnen Glanz über das Flusstal - die erste von vielen Grenzen, die auf der Reise überquert werden. Wie ein funkelndes Juwel leuchtet am Abend Warschau in der Winternacht. Die Stadt, die während der Nazi-Okkupation Schreckenszeiten durchlebte wie keine andere Stadt in Europa, galt schon in der kommunistischen Ära als "Paris des Ostens". In Jazzkellern und Studentenclubs ist ein Flair zu erleben, dessen intellektuelle Eleganz bezaubert. Das wieder aufblühende Warschau ist die letzte westliche Metropole auf dem Weg nach Osten.
Am Grenzbahnhof Brest überquert der Zug die Scheidelinie zu Europas Osten, nicht nur weil dort die Fahrgestelle der Waggons ausgetauscht werden. Denn ab Brest gilt die breitere russische Spurweite für die Eisenbahn. Die kleine Stadt am Bug, die heute zu Weißrussland gehört, war in sowjetischer Zeit das Portal zum Kerngebiet des Moskauer Imperiums, woran schon der prächtige, im Zucker-bäckerstil errichtete Bahnhof erinnert. Aber das ist nicht die einzige Spur, die die Geschichte hinterließ. Brest war in der Zeit des Krieges eine kleine Bühne für den großen Schrecken. Und die großen Schurken des vergangenen Jahrhunderts ließen es sich nicht nehmen, dort zu einem Auftritt zu erscheinen.
Der europäische Teil der Reise führt in Regionen, wo die Tragödie der Ver-gangenheit noch kein Ende gefunden hat. Das nach seiner Unabhängigkeit so viel versprechende Weißrussland ist in die kalte Nacht einer Diktatur gefallen. Dirk Sager trifft mutige Journalisten und Theatermacher, die sich der Willkür des Präsidenten Lukaschenko entgegenstellen. Die Hoffnung, dass auch ihr Land den Weg nach Europa finden wird, wollen sie nicht aufgeben.
Smolensk, Tambow und schließlich Saratow an der Wolga sind die Stationen am Weg durch Russland. Chorgesänge in Kathedralen, das wundervolle Geläut der Kirchen lassen vernehmen, dass ein anderer Kulturkreis die Reisenden empfängt. Dazu gehört in gewisser Weise auch der Besuch in einer Wodka-Destillerie, die zu den berühmtesten in ganz Russland gehört. Der feierliche Ernst, mit dem die Degustation für die Reisenden inszeniert wird, hinterlässt einen bleibenden Ein-druck. Wem andere Sinnesfreuden abgehen, der erkennt spätestens an diesem Ort, dass er in Russland angekommen ist.
20.15-21.00 Phoenix
Ferne Heimat Kasachstan: Von Deutschland in die Steppe
Ein Film von Hajo Bergmann, NDR/2006
Seit Anfang der 90er Jahre ist ein Großteil der Russland-Deutschen nach Deutschland zurückgekehrt, weil sie hofften, hier ein besseres Leben führen zu können. Doch die Integration ist schwierig, die meisten Russland-Deutschen leben in ghettoähnlichen Vorstädten, wie z.B. Wiesbaden-Schelmengraben. Jutta Jekel ist dort Pfarrerin. In ihrer Gemeinde gibt es fast 5.000 Russland-Deutsche, die meisten kommen aus Kasachstan. Um dieses Land kennenzulernen, ist sie mit dem Fernsehautor Hajo Bergmann nach Kasachstan gereist.
Mittwoch, 28. März
03.00-03.45 Phoenix
Russlands Ströme - Russlands Schicks: Ritt auf dem Schwarzen Drachen: Der Amur
Ein Film von Anne Gellinek, ZDF/2001
03.45-04.30 Phoenix
Russlands Ströme - Russlands Schicks: Klöster, Kriege, Kaviar: Die Wolga
Ein Film von Dirk Sager und Frank Vieltorf, ZDF/2001
04.30-05.15 Phoenix
Russlands Ströme - Russlands Schicks: Blut und Diamanten: Die Lena
Ein Film von Dietmar Schumann und Hartmut Seifert, ZDF/2001
14.00-14.45 Phoenix
Ferne Heimat Kasachstan. Von Deutschland in die Steppe. Ein Film von Hajo Bergmann, NDR/2006
______________________________________________________________________
Donnerstag, 29. März
14.00-14.30 Arte
Von den Sockeln: Lettland - Ein Brautpaar und die Kamikaze-Kids
Die Wohnung von Sveta und Sandris liegt in einer verwahrlosten Plattenbausiedlung. Doch bei ihrer Hochzeit ist Glanz und Gloria angesagt: Eine weiße Stretch-Limousine quält sich über die Schlammpiste und fährt vor. Braut und Bräutigam beeindrucken sich gegenseitig mit ihrer festlichen Aufmachung. Die Party ist perfekt vorbereitet. Bevor es richtig losgeht, fährt das Brautpaar allerdings noch zum Freiheitsdenkmal, um ein paar Blumen niederzulegen. Viele Brautpaare tun das, und doch ist dieser Brauch für Sveta und Sandris etwas Besonderes: Denn sie ist Russin und er Lette.
Das Denkmal, eine monumentale Anlage mit Bronzeskulpturen und künstlichem See, wurde einst von Moskau errichtet - zum Gedenken an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten der Roten Armee. Für die "Kamikaze-Kids" ist das Denkmal bedeutungslos, es dient lediglich als Plattform für makabre Spielchen. Sie machen sich über Nationalität keine Gedanken: In der Gruppe sind Russen und Letten gemischt. Von den steinernen Sockeln des Freiheitsdenkmals ins Wasser zu springen, ist ihre ganz spezielle Art, mit dem Monument zu leben.
Für Sveta und Sandris hingegen bedeutet das Denkmal Befreiung: Die Freiheit, das zu tun, was sie für richtig halten. Aber nicht alle sind mit dem Denkmal einverstanden. Für die lettischen Nationalisten sind die Russen immer noch Besatzer. Deswegen haben sie sogar schon versucht, das Denkmal in die Luft zu sprengen.
___________________________________________________________________
Freitag, 30. März
03.50-04.35 Phoenix
Der 8. Kontinent. Die Eroberung Sibiriens (1/3): Abenteuer und Kosaken
Ein Film von Gudrun Ziegler und Wojtek Krzeminski, ZDF/2005
04.35-05.20 Phoenix
Der 8. Kontinent. Die Eroberung Sibiriens (2/3): Forscher und Reisende
Ein Film von Gudrun Ziegler und Wojtek Krzeminski, ZDF/2005
05.15-06.00 3sat
Baikal - Geheimnisvolle Seele Sibiriens
Ein Film von Bernd Reufels
"Brunnen des Planeten" nennen ihn die Russen - und tatsächlich könnte der Baikalsee die gesamte Weltbevölkerung über 50 Jahre mit Trinkwasser versorgen. Der See ist ein Naturwunder, das zunehmend Touristen aus aller Welt anzieht. An seinen Ufern finden sich mehr seltene und sogar einzigartige Tierarten als auf den Galapagos-Inseln. Bernd Reufels reist die knapp 700 Kilometer von Norden nach Süden entlang des Baikalsees und stellt Land und Leute vor.
05.20-06.00 Phoenix
Der 8. Kontinent. Die Eroberung Sibiriens (3/3): Kuriere und Soldaten
Ein Film von Gudrun Ziegler und Wojtek Krzeminski, ZDF/2005
13.30-14.15 Hessen3
Länder - Menschen - Abenteuer: Pamir. Auf dem Dach der Welt
Ein Film von Jan Kerckhoff
Reißende Flüsse, tiefe Schluchten, schneebedeckte Bergriesen und weite Wüsten - der Pamir. "Dach der Welt" nannte Marco Polo eines der höchsten, wildesten und am wenigsten erforschten Gebirge der Welt. Seit 75 Jahren hatte kein westlicher Wissenschaftler diese Region bereist. Jetzt startete wieder eine Expedition deutscher Botaniker und Zoologen. Ihr Ziel: die Wüsten des Pamir zu erforschen - auf über 4.000 Metern Höhe. Filmautor Jan Kerckhoff begleitet die Wissenschaftler auf ihrer 3.000 Kilometer langen Fahrt - durch reißende Bäche, über steinige Gebirge und extrem trockene Hochebenen. Dabei interessiert vor allem eine Frage: Wie kann die Wüste aufgehalten und die einzigartige Natur erhalten werden? Im Pamir leben äußerst seltene Tiere wie der Schneeleopard oder das Marco-Polo-Schaf, das größte Wildschaf der Welt. Zugleich ist der Ostpamir Lebensraum für die letzten als Nomaden lebenden Kirgisen.
16.30-17.15 3sat
Entlang der Seidenstraße: Turksib - Die Seidenstraße auf Schienen
Ein Dokumentation von Stephan Kühnrich
Die turkestanisch-sibirische Eisenbahn ist eine der wenigen Hinterlassenschaften der Sowjetunion, auf die man in Kasachstan wirklich stolz ist. Sie verbindet die Republik Mittelasiens mit Russland. Über zahlreiche Abzweigungen führt die "Seidenstraße auf Schienen" nach China und Kirgisien. Während die Schienenstrecke im Norden mit der Transsibirischen Eisenbahn verbunden ist, hat die Trasse im Süden Anschluss an die transkaspischen Eisenbahnen Usbekistans, Turkmeniens und des Irans. Stephan Kühnrich ist der "Seidenstraße auf Schienen" gefolgt.
______________________________________________________________________
Samstag, 31. März
14.55-15.50 Arte
360º - Geo Reportage: Ein Dorfladen reist durch Lettland
Eine Reportage
(Wh. vom 24.03.2007)
Sonntag, 01. April
11.45-12.30 RBB
Länder - Menschen - Abenteuer: Frühling in Sibiriens Osten - Bei den Tschuktschen am Bering-Meer
Ein Film von Frédéric Tonoli
Tschukotka, das ist eine sibirische Provinz im äußersten Nordosten Russlands. Obwohl das Gebiet doppelt so groß wie Deutschland ist, leben dort nur 78.000 Menschen. Das Klima ist extrem, selbst im Juli klettert die Temperatur nie über 10 Grad Celsius, und der Permafrostboden taut höchstens an der Oberfläche auf.
Da nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion keine Polarzulage mehr gezahlt wird, sind die meisten Russen schon fortgezogen. Geblieben sind die Tschuktschen, die hier schon seit Jahrhunderten siedeln. Der Durchschnittslohn liegt in Tschukotka heute bei nur noch 130 Euro im Jahr, dabei sind die Preise dreimal so hoch wie im 8.500 Kilometer entfernten Moskau, denn alles und jedes muss mit dem Flugzeug angeliefert werden.
Um nicht zu verhungern, gehen die Männer auf die Jagd, wenn sie nicht gerade mal wieder ihren Rausch ausschlafen müssen. Der hohe Alkoholkonsum - natürlich nur Selbstgebranntes - hat dazu geführt, dass die Lebenserwartung der Tschuktschen bei nur noch 43 Jahren liegt.
Neun Monate lang hat der französische Filmemacher Frédéric Tonoli in einer kleinen Ortschaft am Ende der Welt mit den Ureinwohnern gelebt, hatte Teil an ihrem Leben zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Dem Autor ist eine fesselnde Dokumentation gelungen, die die harte Lebenswirklichkeit in intensiven Bildern zeigt. Ob rituelle Leichenbeschwörungen, die Jagd auf den Nordkaper oder der Kampf mit einem Walrossbullen - die Kamera war stets dabei.
_____________________________________________________________________
Montag, 02. April
13.05-14.00 Arte
WunderWelten: Die letzten Walfänger von Kamtschatka
Eine Dokumentation, Deutschland 2002, ARTE F, Synchronfassung
Alljährlich im Sommer brechen die Männer vom Stamm der Tschuktschen - einer vom Aussterben bedrohten sibirischen Volksgruppe - in ihren kleinen Booten zur Jagd auf das größte Säugetier der Welt auf: den Wal. Wie im 19. Jahrhundert jagen die Männer das riesige Tier mit einfachen Harpunen und setzen dabei ihr Leben aufs Spiel.
Die Männer leben auf Kamtschatka, der mit knapp 400.000 Quadratkilometern größten Halbinsel Ostasiens. Sie erstreckt sich vom äußersten Osten Sibiriens nach Süden; in Richtung Japan findet sie ihre Fortsetzung in der Inselkette der Kurilen.
Die dünn besiedelte Insel grenzt an das eisige Beringmeer, das sich bis vor die Westküste Alaskas erstreckt. Nur im Sommer ist das Meer eisfrei, und auf Kamtschatka muss ein Jahresvorrat an Walfleisch angelegt werden, bevor es wieder zufriert. Die Fangquoten der Internationalen Walfangkommission werden hier nicht beachtet, denn seit dem Zerfall der Sowjetunion kämpft jeder ums Überleben. Die Menschen im tiefsten Sibirien sind vom Walfang abhängig. Von der Jagd über das Zerlegen des toten Tieres bis zum Haltbarmachen des Fleischs für den langen Winter - der Walfang bestimmt das Leben der Menschen.
13.30-14.00 RBB
Europa und die Welt: Russisch Baden Baden im Kaukasus - Unterwegs im Stawropoler Kray
Ein Film von Albrecht Reinhardt
Das Gebiet um die Stadt Stawropol gehört zu den lieblichsten und schönsten Regionen Russlands. In der Hügellandschaft am Fuße des Kaukasus entstanden im 19. Jahrhundert elegante Kurpavillons aus venezianischem Glas, Spielcasinos zur Zerstreuung des russischen Adels und Operettentheater für die leichte Muse des Fin de Siècle, kurz : Nobeltreffs nach dem Vorbild mondäner europäischer Kurorte wie Baden-Baden. Im so genannten Stawropoler Kray begann im darauf folgenden Jahrhundert auch der Aufstieg von Michail Gorbatschow. Hier besiegelten er und der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl bei einer fast privaten Begegnung die deutsche Einheit. In seiner Reportage sucht der ARD-Moskau-Korrespondent Albrecht Reinhardt nach den Spuren der versunkenen Vergangenheit und begegnet Menschen, die heute das Gesicht dieser Region prägen.
21.30-22.00 3sat
Kreuzzug durch Sibirien - Mit orthodoxen Priestern auf Missionsreise
Ein Film von Britta Hilpert
Ein "Missionszug" der orthodoxen Kirche fährt mit rund einem Dutzend Priestern an Bord durch die Weiten Sibiriens, durch die Taiga, vorbei am Baikal, unendlichen Wäldern und vergessenen Siedlungen. Die Zugstrecke zwischen Bratsk und Khani gehört zu den abgelegensten in Russland, aber auch zu den schönsten und kältesten. Entlang dieser Bahnstrecke, die erst in den 1970er und 1980er Jahren gebaut wurde, hat die Sowjetmacht einst Menschen angesiedelt, die heute meist nur noch wegwollen.
Was sie hält, ist die Angst vor dem Ungewissen. Da kommen die Priester mit ihren göttlichen Gewissheiten gerade recht. Mit sich führen sie die Reliquie des heiligen Innokentij, der vor 300 Jahren Sibirien christianisierte. Und so trifft entlang der Bahnlinie mit ihren tristen Betonmietskasernen eine entchristianisierte Bevölkerung auf goldbetresste Priester, die während eines kurzen Aufenthalts mit Ikonen und Reliquienschreinen in die Krankenhäuser und Schulen ziehen und die Bevölkerung bekehren wollen. Das Projekt des Missionszugs wird staatlich gefördert.
Die Priester treibt zwar ein ehrlicher Missionsgedanke, und die Menschen sind dankbar für Unterstützung, dennoch nützt der Missionszug vor allem dem Staat, in dem er die Menschen zu gottesfürchtiger Duldsamkeit bringt.
23.15-00.00 WDR
WDR-dok: Wodka. Die Träne Gottes
Viele im Westen glauben, Wodka sei Teil russischer Identifikation und Hauptbestandteil des russischen Lebensstils. Seltsamerweise unterscheidet sich dieses Touristenklischee nicht sonderlich von der Selbstbetrachtung der Russen selbst. Nach entsprechenden Meinungsumfragen schätzen die Russen Wodka wegen seiner "einfachen Herzlichkeit", "strengen Schlichtheit", seiner Fähigkeit "das innere Selbst eines Menschen zu erkunden", mit einem Wort zu helfen, ganz Russe zu bleiben.
Russischer Wodka ist tatsächlich nicht nur ein alkoholisches Getränk. Es ist Nationalsymbol, einer der wichtigsten Treibriemen der Regierungsmaschinerie und der Schattenwirtschaft, unablässiger Ansporn für soziale Reformprojekte, eine unerschöpfliche Quelle kreativer Inspirationen und vieler anderer Dinge. Mit einem Wort, es ist das nationale Spitzenprodukt Nummer 1. Trotz dieses Hintergrundes ist es erstaunlich, dass sich noch niemand den Kopf über Fragen wie diese zerbrochen hat:
Was bedeutet Wodka wirklich für die Russen?
Welche Rolle spielt dieses farblose, Kehlen ätzende Getränk in der Geschichte der Sowjetunion?
Welche Auswirkung hatte das Wodkatrinken auf den Zerfall des sowjetischen Imperiums, den Aufstieg der Marktwirtschaft und die Demokratisierung der russischen Gesellschaft?
____________________________________________________________________
Dienstag, 03. April
00.00-01.00 WDR
Wodka. Nationalgetränk Nr. 1
Kostja arbeitet als Hilfsarbeiter in der Raststätte "Bei Fjodorowitsch", das auf halber Strecke an der Straße von Moskau nach Rjasan liegt. Lew ist ein Intellektueller aus St. Petersburg. Er schreibt Zeitungsartikel und Drehbücher und unterrichtet Geschichte an einem Gymnasium.
Rostislaw ist Top-Manager eines großen Stromkonzerns. Jeden Morgen fährt er in ein Moskauer Business-Center und kommt erst am späten Abend nach Hause zurück. Die drei Männer sind sich niemals begegnet. Und doch verbindet sie ein geheimnisvolles Band: der regelmäßige Genuss von Wodka.
Welche Bedeutung hat der Wodka im Leben von Russen? Welche Rolle spielte dieses farblose, in der Kehle brennende Getränk in der Geschichte Russlands? Was können die Ereignisse aus der jüngsten Vergangenheit - der Zusammenbruch der Sowjetunion, die Einführung der Marktwirtschaft, die Demokratisierung der russischen Gesellschaft unter Gorbatschow und die Beschneidung demokratischer Reformen durch Putin - über das "Schmiermittel der russischen Seele" erzählen?
Der russische Dokumentarfilmer Alexej Khanyutin geht diesen und anderen Fragen auf den Grund und bietet dabei tiefe wie schonungslose Einblicke in die "mysteriöse russische Seele".
13.15-14.00 mdr
MDR-Reisereportage: Wolga
Viele zentrale Begriffe in der russischen Sprache sind weiblich, zum Beispiel die Erde ("Semlja") oder die Heimat ("Rodina"). Auch die Wolga ist weiblich, und das ist kein Zufall. Sie ist der zentrale Fluss Russlands. Sie verbindet, spendet Leben, erduldet, ist sanft und stark zugleich. Eigenschaften, die im allgemeinen auch Frauen zugeschrieben werden. Das Weibliche hat eine wichtige Bedeutung in der Sprache und dem Leben russischer Menschen. So erzählt die Reise entlang der Wolga auch Geschichten über das Weibliche der russischen Seele, Geschichten von und über Frauen, die teils ungewöhnlich und doch Alltagsgeschichten sind.
14.00-14.30 Arte
Donau, Fluss durch Europa (7/10): Von Budapest bis Vukovar . Eine Dokumentation (Wh. vom 27.03.2007)
14.30-15.00 SWR
Weltreisen: Georgien - Von Tbilisi ins höchste Dorf Europas. Ein Film von Ina Ruck
Akop Kitessow ist 85 Jahre alt und hat 51 Kinder: seinen Sohn Wano und die 50 Drehorgeln, die er in seinem Leben gebaut hat. Die hohe Kunst des Leierkastenbauens hat er von seinem Vater gelernt. Gemeinsam mit seinem Sohn betreibt er bis heute die kleine Drehorgel-Werkstatt in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens. "Wir sind die Einzigen in ganz Europa, die das noch können", sagt er - und vielleicht die Einzigen in der ganzen Welt.
Das höchste Dorf Europas heißt Uschguli und liegt in den Bergen Swanetiens. 64 Familien leben hier. Hohe Wehrtürme gehören zu jedem Haus, früher zogen die Familien in die Türme, wenn ein Angriff drohte. Das komplette Dorf ist UNESCO-Weltkulturerbe.
Georgien liegt an der Grenze zwischen Europa und Asien. Im Norden grenzt Russland an, im Süden die Türkei - und im Westen baden die Urlauber im Schwarzen Meer. In die Schlagzeilen geraten ist Georgien im November 2003, als die Bevölkerung in der so genannten Rosenrevolution einen Machtwechsel herbeiführte und kurz darauf Michail Saakaschwili zum Präsidenten wählte.
Die ARD-Korrespondentin Ina Ruck zeigt Georgien jenseits vom politischen Geschehen. Von der Hauptstadt Tiflis fährt das Team ans Schwarze Meer bis zur türkischen Grenze und dann hinauf in die Berge. Neben dem Drehorgelbauer Akop treffen sie Shushuna, eine ehemalige Teepflückerin, die sich nun mit dem Vermieten von Zimmern über Wasser hält, sie besuchen einige der zahlreichen georgischen Kirchen und sind zu Gast bei einem heidnischen Fest.
22.25-00.25 3sat
Als der Fußball nach Russland kam (Garpastum)
Ein Spielfilm, Russland 2005 (Russische Originalfassung mit Untertiteln)
Russland 1914, kurz vor dem Ersten Weltkrieg: Auch an dem Tag, an dem in Sarajewo ein Attentäter Erzherzog Ferdinand ermordet, haben die beiden Brüder Andrej und Nikolaj nur dieses neue Spiel im Sinn, das Engländer jetzt auch im zaristischen Russland bekannt machen: Fußball. Andrej studiert, Nikolaj arbeitet in einer Apotheke. Ihr kranker Vater wird von seinem depressiven Bruder und dessen Frau gepflegt, bei denen auch die Brüder leben.
Wegen des Fußballspiels vernachlässigen sie die Familie und ihre Freundinnen. Andrej lässt sich von Anitsa, einer attraktiven, älteren Serbin verführen, doch seine Leidenschaft bleibt der Fußball. Andrej und Nikolaj sparen für ihr großes Projekt, auf einer Wiese am Stadtrand einen eigenen Platz zu bauen und das Fußballspielen zum Beruf zu machen. Bis dahin bleibt ihnen nur, bei jedem Wetter auf Straßen und Feldern mit anderen jungen Leuten um Geld zu spielen, in einem sehr gemischten Team mit dem schwerfälligen, gutmütigen Dicken und dem kleinen, aber cleveren Schust.
Als sie den Kaufpreis für den Fußballplatz zusammen haben, machen ihnen jedoch Gangster einen blutigen Strich durch die Rechnung, der Verkäufer und auch Schust werden ermordet. Weil Nikolaj sich in die hübsche Wita verliebt hat, die auch an Andrej interessiert ist, kommt es zu Spannungen zwischen den Brüdern. Dann tritt Russland in den Weltkrieg ein: Anitsa verlässt die Stadt, und Nikolaj wird in die Armee eingezogen. Vier Jahre später kommt Nikolaj aus dem Krieg zurück. Andrej lebt noch immer beim Onkel, zusammen mit Wita und ihrem gemeinsamen Kind. Wie in alten Zeiten gehen Nikolaj und Andrej noch einmal auf ihre Wiese, mit einem Fußball.
Mit seiner überwiegend in nostalgischer Sepiatönung gehaltenen Filmerzählung "Als der Fußball nach Russland kam" zeichnet der junge russische Regisseur Aleksej German junior ein Porträt von jungen Leuten in Russland, die ohne gesellschaftliches Verantwortungsgefühl und politische Haltung ihrer Fußballleidenschaft folgen und die großen weltgeschichtlichen Umwälzungen einfach nicht zur Kenntnis nehmen. In "Garpastum" (so der Originaltitel, nach dem antiken Ballspiel "Harpastum") erweist sich German als junger Meister eines lakonischen Ästhetizismus.
Ohne dabei prätentiös zu wirken, gelingt es ihm souverän, in betörend schönen Bildern und mit einem besonderen, ruhigen Erzählrhythmus, das völlig andere Lebens- und Zeitgefühl einer vergangenen Epoche einzufangen und spürbar zu machen. Aleksej German junior, Sohn des renommierten gleichnamigen Filmregisseurs, leitete 2003 mit seinem Debütspielfilm "Poeslednij pojesd" ("Der letzte Zug") bei den Filmfestspielen in Venedig das Comeback des russischen Kinos mit ein und wurde auf 50 Filmfestivals eingeladen.
______________________________________________________________________
Mittwoch, 04. April
23.00-00.00 Phoenix
Putins Russland
Eine Dokumentation von Samuel Luret und Serge Kostine
Im April 2005 erklärte Wladimir Putin die Entwicklung Russlands zu einem freien und demokratischen Staat zur Hauptaufgabe. Tatsächlich mehren sich die Anzeichen für undemokratische Tendenzen im Land. Die Dokumentation zeigt, wie die Menschen in Russland wirklich leben.
"Es ist eine schnörkellos dokumentierte Reise durch ein Land, das tief gespalten ist: Russland. Doch geht es nicht unbedingt um soziale, religiöse oder andere gesellschaftliche Gegensätze, sondern um den schlichten Kontrast von Macht und Volk. Präsident Putin betrachtet den Staat als völlig losgelöst vom Volk, erklärt Grigori Javlinski, der reformfreudige Vize-Premier der Jelzin-Regierung. Die Autoren Samuel Luret und Serge Kostine zeichnen aus der Perspektive der tiefen Provinz, der westsibirischen Region Altai, ein düsteres Bild vom Zustand des Riesenreiches."
______________________________________________________________________
Donnerstag, 05. April
00.00-01.00 Phoenix
Weiße Raben - Alptraum Tschetschenien
Eine Dokumentation von Tamara Trampe und Johann Feindt
Seit zehn Jahren herrscht Krieg in Tschetschenien. Als sie in diesen Krieg gingen, waren sie jung, gesund und ahnungslos. Als sie zurückkehrten, waren sie krank an Leib und Seele, desillusioniert und für den Rest ihres Lebens gezeichnet. Der Dokumentarfilm über den Alptraum Tschetschenien rückt die Soldaten dieses Krieges in den Mittelpunkt.
Petja und Kiril - gerade 18 Jahre alt - melden sich freiwillig zum Einsatz an der tschetschenischen Front. Die Krankenschwester Katja arbeitet in einem Lazarett im Kriegsgebiet. Keiner von ihnen kehrt so zurück, wie er ging. Nach der Rückkehr bleibt jeder ein Fremder, ein weißer Rabe unter schwarzen. An Leib und Seele verkrüppelt, allein gelassen mit den Erfahrungen von Verstümmelung, Folter und Tod. Über einen Zeitraum von drei Jahren beobachtet der Film, wie die Heimgekehrten versuchen, sich in einer Gesellschaft wieder zurecht zu finden, die den Krieg verdrängt. Deutlich tritt die Unfähigkeit eines Landes zu Tage, seine Kinder wieder aufzunehmen und ihnen eine Chance zu geben. Einzig im Komitee der Soldatenmütter Russlands finden sie und ihre hilflosen Eltern Ansprechpartner und Gleichgesinnte.
Der Krieg in Tschetschenien: ein schmutziger, sinnloser Krieg. Ein Krieg, an dem viele verdienen. Ein Krieg, von dem keiner gerne spricht. Die Beziehungen Russlands zum westlichen Ausland sind wichtiger. Die politischen Machthaber sind froh, dass sie dem Krieg zuletzt ein neues Etikett geben konnten: Kampf gegen den Terrorismus. Das klingt gerecht und kommt international besser an.
13.15-14.00 Phoenix
Mare TV: Baltikum - drei Länder am Meer
Der Film erzählt Meeres-Geschichten aus den drei jungen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Nach fünf Jahrzehnten Sowjetherrschaft blühen sie wieder auf. Besucht wird zum Beispiel der traditionsreiche Badeort Jurmala, der an der so genannten lettischen Riviera in der Rigaer Bucht liegt. Die Jugendstilvillen in Holzbauweise werden mittlerweile für zweistellige Millionenbeträge verkauft.
______________________________________________________________________
Freitag, 06. April
19.00-20.00 Das Erste
Von Sibirien nach Japan (1/2): Wildes Kamtschatka
Ein Film von Klaus Scherer
Es ist eine der faszinierendsten Gegenden der Erde, voll wilder Natur, bizarren Vulkanen - und Bewohnern, die der Abgeschiedenheit ebenso trotzen wie dem kalten Krieg, der dort nach wie vor herrscht: Die Region von Kamtschatka über die Kurileninseln bis zu Japans Nordinsel Hokkaido. Grimme-Preisträger Klaus Scherer, langjähriger Asien-Berichterstatter und künftiger USA-Korrespondent der ARD, hat sie mit einem Kamerateam für sein neuestes Abenteuerprojekt bereist.
Auf dem ersten Teil der 4.000 Kilometer langen Route besucht er traditionelle Rentiernomaden in den Bergen und ein Tanzensemble sibirischer Ureinwohner. Er blickt mit hartgesottenen Hubschrauberpiloten in die mächtigsten Vulkankrater des Kontinents und spricht im Militärhafen Petropawlowsk mit dem Beichtvater der russischen Atom-U-Boot-Flotte.
Ein 60-Minuten-Film, nah an den Menschen, mit atemberaubenden Bildern. Teil zwei, der über die umstrittenen Kurileninseln nach Nordjapan führt, läuft am Ostermontag um die gleiche Zeit. Als Buch ist Scherers Reisereportage unter gleichem Titel erschienen.
______________________________________________________________________
Samstag, 07. April
06.35-07.00 3sat
Armenien - Biblisches Land am Kaukasus
Ein Film von Ute Werner
Armenien ist das älteste christliche Land der Welt, beeindruckende alte Kirchen, Klöster und Kreuzsteine zeugen davon. Die armenisch-apostolische Kirche hat während der oft tragischen Geschichte, als deren Ergebnis Armenien heute weniger als ein Zehntel seines einstigen Gebiets umfasst, die Identität des Volkes bewahrt.
13.00-13.30 Arte
Zapping International: Das Fernsehen der Bulgaren
Ein Magazin, Frankreich 2007, ARTE F, Erstausstrahlung
Slawi Trifonow, zwei Meter groß und glatzköpfig, ist der unbestrittene Star des bulgarischen Fernsehens. Jeden Abend um 22.30 Uhr moderiert er auf dem Privatsender BTV seine Sendung "Slawis Show". Die Mischung aus Politik, Promi-Talk, Musik und Tanz treibt, nicht zuletzt dank der spärlich bekleideten Tänzerinnen, die Einschaltquoten in die Höhe und bietet am nächsten Tag Gesprächsstoff in den Büros.
Im bulgarischen Fernsehen wird viel getalkt, sicherlich weil nach 50 Jahren beschränkter Redefreiheit großer Nachholbedarf besteht. Bereits am frühen Morgen buhlen die drei terrestrischen Sender mit politischen Talkshows um die Gunst der Zuschauer. Und nachmittags ist Milen Swetschkow, ein begabter junger Journalist, auf "Nova" dran.
Die Kabelsender "Wesselina" und "Planeta", wenden sich an Liebhaber des Tschalga, einer bulgarischen Variante des Turbo-Folk, einer Mischung aus Techno und bulgarischer Volksmusik. Auf dem Programm stehen aufreizende Clips und Reportagen über Tschalga-Stars wie die Sängerin Mara, die sich etwas Besonderes einfallen ließ, um aufzufallen: In einer Werbung für eine örtliche Biermarke öffnete sie eine Bierflasche - mit ihren Brüsten.
Sonntag, 08. April
17.15-18.00 Br-Alpha
Russlands kaltes Herz (1/2): Eine Sommerreise auf dem Ob
Montag, 09. April
17.15-18.00 Br-Alpha
Russlands kaltes Herz (2/2): Entlang des Ob zum Polarkreis
17.35-18.30 Arte
WunderWelten: Die letzten Walfänger von Kamtschatka
Eine Dokumentation
(Wh. vom 02.04.2007)
20.15-21.00 Phoenix
Russlands kaltes Herz (1/2): Eine Sommerreise auf dem Ob
Ein Film von Andreas Voigt
Sibirien - damit verbinden die Menschen hierzulande immer noch Verbannung und Straflager, meterhohen Schnee und bittere Kälte. In Russland ist der Name viel mehr: Metapher für Grenzenlosigkeit und Unendlichkeit, Symbol für den Kampf gegen die Wildnis. Wörtlich übersetzt heißt Sibirien "schlafende Erde". Der 2teilige Film ist eine Reise entlang des Flusses Ob, der auf mehr als 4.000 Kilometern Sibirien vom Altai im Süden bis zur Kara See im Norden durchfließt. Regisseur Andreas Voigt und sein Team haben links und rechts des Ob nach Geschichten und Schicksalen gesucht, die zeigen, wie die Menschen in Russlands "wildem" Osten leben, denken und fühlen.
Die Eroberung Sibiriens, dieses riesigen Gebietes zwischen Ural und Nordpazifik, begann erst im 16. Jahrhundert; abgeschlossen ist sie noch längst nicht. Denn Russlands Zukunft hängt entscheidend von seinen natürlichen Ressourcen ab, und Sibirien besitzt Erdöl und Gas. Andreas Voigt und sein Team waren dort im Sommer unterwegs und bei den gnadenlosen Temperaturen des sibirischen Winters.
In der ersten Folge reisen sie vom Mittleren Ob in den Süden. "Der Fluss ist mein Leben", sagt der Kapitän ihrer Fähre, "ich lebe auf seine Kosten". "Er ernährt uns, ohne ihn sind wir nichts", sagt Kusma, ein Fischer des Minderheitenvolkes der Chanten. Dagegen klagt die Chantin Soja: "Die Erde hier ist krank. Und sie kann nicht mehr gesund werden, wenn man nicht aufhört, überall Straßen zu bauen und Erdöl zu fördern." Die Chanten gehören zu den Ureinwohnern Sibiriens. Sie haben eine eigene Sprache, glauben an eine beseelte Natur und leben so wie vor Jahrhunderten schon ihre Vorfahren: als Jäger und Sammler. Die Städte am Ob dagegen sind jung. Erst vor 30, 40 Jahren wurden sie in die unwirtlichen Sümpfe hinein gebaut.
In der Metropole Novosibirsk, heute Russlands drittgrößte Stadt, trifft das Team einen der modernen Sibirieneroberer, den amerikanischen Geschäftsmann Eric. "Wenn du erfolgreich bist", sagt er, "kannst du auf einem Markt wie Russland viel größere Gewinne machen als in Europa oder in Amerika." Der schwergewichtige Mann aus Minnesota kam kurz nach der Perestroika nach Russland und macht sein Geld mit Brot, Pizza und Kuchen. In Novosibirsk besitzt er mehrere Konditoreien, Cafés, Restaurants und Nachtclubs. An den Ufern des Ob treffen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander: für die einen verheißungsvoll und zukunftsweisend, für die anderen schwierig und ihren Lebensraum bedrohend.
21.00-22.15
Russlands kaltes Herz (2/2): Entlang des Ob zum Polarkreis
Eine Dokumentation von Andreas Voigt
Im zweiten Teil brechen Filmemacher Andreas Voigt und sein Team im Herbst vom mittleren Ob auf in den Norden, dem sibirischen Winter entgegen. Links und rechts des Stroms finden sie große und kleine Geschichten und bewegende Schicksale, die Einblick geben, wie die Menschen in Russlands "kaltem Herzen" leben.
Donnerstag, 12. April
13.30-14.15 Hessen3
Länder - Menschen - Abenteuer: Lettland:Unterwegs im Baltikum
Ein Film von Sven Jaax
Schweinehälften, Wodka und Zeppeline haben eines gemeinsam: Sie gehören zum Alltag im Zentralmarkt der lettischen Hauptstadt Riga. Die Hallen sind traditioneller Treffpunkt und wichtiger Umschlagplatz für das ganze Land. Hier beginnen oder enden die Geschichten des Films. Autor Sven Jaax hat Menschen begleitet, die in den riesigen Hallen arbeiten oder dort einkaufen: Arme und Reiche. Städter und Dörfler aus den lettischen Provinzen. Tekla, die alte Bäuerin, fährt regelmäßig hundert Kilometer mit dem Bus aus ihrer Heimat Aizkraukle in die Markthallen nach Riga - nur um dort den Käse aus der Milch ihrer fünf Ziegen zu verkaufen. Die international anerkannte lettische Fotografin Inta Ruka ist Stammkundin in den Hallen, kauft dort ein und trifft Menschen aus ihrer Heimat Balvi an der russischen Grenze.
Der Film begleitet sie auf dem Markt und bei einer Fotoreise durch die Landschaft ihrer Kindheit. Der lettische Starkoch Martins Ritinsch kauft in den Markthallen Lebensmittel für sein Edelrestaurant "Vincents" ein. Bei ihm treffen sich die Aufsteiger des Landes, die es in der Hauptstadt Riga zu Wohlstand gebracht haben. Die Markthallen von Riga zählen zu den größten der Welt. Ursprünglich wurden in den alten Gemäuern deutsche Zeppeline untergebracht - heute wird auf 5.000 Quadratmetern alles angeboten, was man zum Leben braucht. Noch vor wenigen Jahren waren die Hallen ein teurer Markt. Doch mittlerweile ist das Angebot erschwinglicher, und der Zentralmarkt ist zum Zentraltreffpunkt geworden. Seit der Unabhängigkeit im Jahre 1991 hat sich Lettland enorm verändert. Die meisten Menschen genießen die neue Freiheit und erleben einen wirtschaftlichen Aufschwung. Für viele Letten hat der Wechsel jedoch ein Leben in Armut gebracht. Trotzdem herrscht in dieser stolzen baltischen Nation Aufbruchstimmung.
Sonntag, 15. April
20.15-21.00 3sat
Mit dem Zug durch Kasachstan und Usbekistan
Ein Film von Klaus Schwagrzinna und Manfred Pütz
Kasachstan und Usbekistan tauchen nur in den Schlagzeilen auf, wenn es um Erdgas oder Erdöl geht, denn diese Bodenschätze besitzen sie reichlich. Über das tägliche Leben der Menschen in diesen zentralasiatischen Ländern, die seit dem Zerfall der Sowjetunion selbstständige, aber autoritär regierte Republiken sind, ist wenig bekannt.
Eine mehrere tausend Kilometer lange Zugfahrt durch Kasachstan und Usbekistan gibt Einblicke in die Lebensumstände der Bevölkerung. Die Reiseroute von Klaus Schwagrzinna und Manfred Pütz führt überwiegend entlang der berühmten Seidenstraße mit ihren uralten Handelsmetropolen wie Almaty, Taschkent, Samarkand und Buchara. In den Zentren dieser Städte herrscht überwiegend ein modernes Leben, aber auf den bunten Märkten, in den uralten Basaren und Moscheen kann man sich dem Gefühl nicht entziehen, auf einer Zeitreise zu sein.
10.00-11.00 Hessen3
Noahs Nachkommen - Musikalisches Armenien
Ein Film von Dietmar N. Schmidt
Die Armenier waren die Ersten, die das Christentum im Jahr 301 zur Staatsreligion erhoben. In Armenien wurde dieses Ereignisses 2001 gedacht. Das Land im Kaukasus zwischen Europa und Asien ist heute von Völkern und Nationen muslimischen Glaubens umgeben. Das leidgeprüfte Bergvolk hat eine einzigartige, bis heute sehr lebendige Musiktradition, die der Film vorführt. Rhapsoden, singende Erzähler und Musiker, die auf authentischen Instrumenten spielen, artikulieren eine Tonsprache mit archaischen, mystischen und meditativen Zügen. Sie widmen sich ihrer Kunst vor einer kulturhistorisch bedeutsamen Kulisse mit mehr als tausend Jahre alten Kirchen und Klöstern. Die sakrale Hinterlassenschaft harmoniert mit einer unvergleichlichen Kulturlandschaft, in der der Berg Ararat einen direkten Bezug zur Arche Noahs hat.
17.35-18.05 Arte
Zu Tisch in ... Kirgisistan
"Zu Tisch..." hat sich diesmal in die Ferne gewagt, nach Zentralasien, ins kirgisische Hochgebirge. Auf 3.000 Meter Höhe am Song-Kul-See führen die kirgisischen Hirten in den Sommermonaten - zwischen Juni und September - das traditionelle Nomadenleben. Erst im Mai sind die Pässe schneefrei und damit der Weg zu den Sommerweiden. Am Ufer des Sees stellen sie im Sommer ihre Jurten auf und weiden für drei Monate ihr Vieh.
Ein Leben in der Natur, in Freiheit, ohne den Komfort der modernen Zivilisation: kein Strom, keine Heizung, kein Fernsehen. Gekocht wird im Freien auf einem einfachen Ofen vor der Jurte. Neben Schafen und Kühen haben die kirgisischen Hirten große Pferdeherden, die im Sommer gemolken werden. Die frische Stutenmilch wird mit Fermenten versetzt und vergoren. Ohne das leicht alkoholische kirgisische Nationalgetränk Kymis wäre der Sommer auf der Hochweide für die Kirgisen undenkbar. Bei der Familie von Bayisch und Nurgul Rayimow sind die Rollen streng verteilt. Er kümmert sich um das Vieh, Nurgul kocht und wäscht, versorgt die Kinder und die Großeltern und muss alle zwei Stunden die Stuten melken. Für sie ist es die anstrengendste Zeit im Jahr. Wenn dann noch Gäste kommen, bleibt alles andere stehen und liegen. Denn Gastfreundschaft ist wichtig. Wenn Besuch kommt, wird ein Schaf geschlachtet und Nurgul kocht das traditionelle Bishbarmak-Gericht (Fünf-Finger-Gericht). Das ist der Höhepunkt bei jedem Besuch. Bishbarmak, zubereitet aus gekochtem Fleisch und hauchdünnem Nudelteig, wird auch heute noch feierlich mit den Fingern gegessen.
Die kirgisische Alltagsküche ist einfach und nahrhaft. Viele Nudelgerichte, Suppen und einfache Teigwaren prägen den Speiseplan. Gemüse gibt es im Hochgebirge kaum, so dass wild wachsende Frühlingszwiebeln eine willkommene Abwechslung sind. So traditionell das Leben im Sommer auch zugeht, der Wandel ist längst da: Die Nomaden wohnen die restliche Zeit des Jahres in ihren Häusern, die in den Tälern am Fuße der Hochweiden stehen. Die Kinder gehen regelmäßig zur Schule, die Familie besitzt ein Auto und will ein neues Haus bauen. Nun muss nur noch der Wandel in den Köpfen ankommen, meint Nurgul. Sie hofft, dass ihre Töchter eines Tages studieren können und nicht nur dem Mann dienen müssen.
Mittwoch, 18. April
15.15-16.00 NDR
Metropolen des Ostens - Moskau
Ein Film von Christian Klemke
Der Film porträtiert die Hauptstadt Russlands, die 10-Millionen-Metropole Moskau. Über Jahrzehnte war sie das Zentrum eines Riesenreiches, einer Supermacht. Moskau hat mindestens zwei katastrophale Schlachten überlebt, alles in Moskau ist riesengroß, Moskau ist eine Stadt der Superlative wie New York oder Tokio - und: Moskau ist nicht Russland! Moskau ist längst nicht mehr das Moskau der Sowjetunion und das der Nach-Gorbatschow-Zeit. Das Moskau von heute ist gespalten. Das Zentrum, das "Alte Moskau", die Residenz der Superreichen, wirkt "völlig durchgeknallt". Die Menschen in den Randgebieten, die natürlich in der Überzahl sind, leben zwischen Normalität und sozialen Problemen. "Metropolen des Ostens - Moskau" beobachtet und befragt die Menschen, die Moskauer. Autor Christian Klemke zeigt die Welt der Superreichen, die der Normalbürger und nicht zuletzt die der sozial Schwachen.
Donnerstag, 19. April
22.15-23.00 Phoenix
Unerkannt durch Freundesland: Verbotene Reisen durch das Sowjetreich
Ein Film von Cornelia Klauss
Für einige Abenteurer in der DDR hieß die Marschrichtung nicht "Go West", sondern umgekehrt: immer ostwärts, hinein in das Reich des großen Bruders. Heute scheint es fast vergessen: Die rigorosen Reisebeschränkungen der DDR-Behörden galten nicht nur für das westliche Ausland, für Rucksacktouristen war die Sowjetunion ebenso Tabuzone. Die sechs Abenteurer, die der Film porträtiert, nahmen dennoch das Wagnis auf sich und setzten sich über alle Verbote hinweg.
22.00-23.15 WDR
(Fehl)Start ins Leben? WELTWEIT und die Kinder
Aufwachsen und so ganz gesund, glücklich und fit ins Leben gehen, das ist nicht nur bei uns immer schwieriger. Die Kinder der Welt haben so unterschiedliche und doch so gleiche Probleme wie es Länder und Kulturen gibt. Mary aus Kenia managt mit zwölf eine vierköpfige Familie, Jena und Egor haben in Russland auf dem Land eine Schule ganz für sich, aber für die ersten Tanzversuche fehlen andere Kinder im Dorf. In Japan lassen Eltern ihre verwöhnten Stubenhocker und Computerjunkies für drei Jahre in Internaten wegsperren- ohne Kontakt zur Familie, während in den USA Eltern auf den Drill in der Armee setzen. Und in China lernt Wen Lu in der Schule, was eine Toilette ist und wie die funktioniert. Die nämlich gibt es in den Lehmhütten der Wanderarbeiter nicht. Es ist eben nicht immer leicht, in dieser Welt groß zu werden. Eine Gruppenreportage rund um die Welt.
____________________________________________________________________
Samstag, 21. April
12.45-13.30 Phoenix . Unerkannt durch Freundesland: Verbotene Reisen durch das Sowjetreich
Ein Film von Cornelia Klauss, RBB/2006
13.30-14.00 ARTE . Zu Tisch in... Kirgisistan
Magazin, Wiederholung vom 15.04.
21.45-22.35 ARTE
360º - Geo Reportage -Sandmenschen von Schoina
Kurze, kühle Sommer und lange, kalte Winter bestimmen das polare Klima der nordrussischen Tundra. Die wenigen Menschen, die auf der Halbinsel Kanin ausharren, müssen nicht nur den Elementen trotzen, sondern auch dem Sand, der wüstengleich vom Weißen Meer her über das Land zieht. Immer, wenn der Wind weht, verschwinden die Holzhäuser der kleinen Stadt Schoina ein Stück weiter unter den Sanddünen. Wer nicht zur Schaufel greift, dessen Haus versinkt. "360º - Geo Reportage" zeigt, wie der Sand das Leben der Einwohner von Schoina bestimmt und beobachtet sie bei der Suche nach Perspektiven über ihre beschwerliche Realität hinaus. Es gab eine Zeit, da bot sich den Bürgern des kleinen Ortes Schoina in der nordrussischen Tundra eine rosige Zukunft. In den 30er Jahren blühte hier die sowjetische Fischindustrie, und Schoina zählte zeitweise über tausend Einwohner. Heute ist das Meer überfischt. Längst reichen die Fänge nicht einmal mehr für die Versorgung der verbliebenen 300 Menschen. Statt Tonnen von Fisch gibt es im heutigen Schoina nur noch Tonnen von Sand, der sich vom Wind getragen über die alten Schiffwracks, Häuser und Straßen legt.
Der Staat interessiert sich schon lange nicht mehr für die frühere Vorzeigekolchose. Und Schoina wäre schon lange im Sand verschwunden, gäbe es nicht ein paar Einwohner, die bereit sind, es mit dem Sand aufzunehmen. Einer von ihnen ist der Leuchtturmwärter Alexej Schischelov. Seit 38 Jahren lebt er in Schoina, kam als Kind hierher, ist aber niemals wirklich angekommen. Schon oft wollte seine Familie aufgeben und wegziehen. Aber die Hoffnung, dass es wieder aufwärts gehen könnte, ließ Schischelov ausharren.
Im Gegensatz zu ihm glaubt Nadja Korjakina fest daran, dass es für Schoina wieder bessere Zeiten geben wird. Zu sehr liebt sie die Eigenarten ihrer Heimat. Und wirklich scheint nicht alle Hoffnung verloren. Geologen haben in den Böden rund um Schoina Marmor entdeckt. Gesteinsproben werden zeigen, ob sich der Abbau lohnt. Gespannt warten Nadja Korjakina und Alexej Schischelov auf das Untersuchungsergebnis.
____________________________________________________________________
Sonntag, 22. April
15.00-15.55 ARTE
360º - Geo Reportage - Die Sandmenschen von Schoina
Wiederholung vom 21.04
17.30-18.00 ARD
Deutscher Pass - Russische Seele - Die Kinder der Spätaussiedler
Ein Film von Christel Sperlich
Diana war sieben Jahre alt, als sie mit ihrer Schwester Ella und den Eltern aus Kasachstan nach Deutschland kam. Jung genug, um sich in der neuen Welt zu orientieren und anzupassen. Anfangs schämte sie sich, weil alle "Scheiß Russen!" riefen. Jetzt ist Diana 17 und stolz auf ihre Herkunft. Jedes Wochenende trifft sie sich mit ihren Landsleuten in der Russendisco. Allerdings hätten sie und ihre Schwester Ella in Kasachstan bestimmt bessere Noten, glaubt Diana. Dort gäbe es mehr Disziplin und Strenge. Diana ist dabei, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Mit zwei Fünfen hat sie nicht die besten Chancen auf dem Lehrstellenmarkt. Doch sie ist zuversichtlich. Schließlich bekamen ihre Eltern auch immer wieder einen Job. In ihrer Plattenbauwohnung in Friedrichshain hat die Familie alles, was sie für ein schönes Leben brauchen. Doch das eigentliche Glück seien ihre Kinder, sagen die Eltern, und die Hoffnung auf eine Zukunft.
_____________________________________________________________________
Montag, 23. April
18.30-19.00 Arte. Willkommen bei... Maïja
Die 30-jährige Maïja Kaire ist Chefkonditorin in einem großen Hotel in Riga. Dort kann sie ihre Kreativität tagtäglich in Form neuer Hochzeitstorten, Cremes und Desserts ausleben. Maïja liebt ihren Beruf. Schon als Kind verzauberte sie alle mit ihren Kekskreationen. Und sie liebt ihre Stadt, ihr Land und ihr Leben.
Maïja ist verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Gerne würde sie eine größere Wohnung haben, in der ein drittes Kind Platz findet. "Aber die Mieten sind so hoch wie in London und Paris", seufzt sie. Die moderne junge Frau ist bemüht, Arbeit, Familie und Freunde unter einen Hut zu bringen, und kämpft mit Energie und ansteckender Begeisterung um ihren Platz in einer von Männern dominierten Welt. Vor allem ist Maïja aber voller Träume. Sie träumt davon, dass ihr Sohn Präsident Lettlands wird und ihr Mann sein Berater, oder dass sie berühmt wird und einer Torte ihren Namen verleiht.
23.10 -23.55 3sat
Im Spiegel der Macht :Europas große Justizpaläste (1/3): Vilnius - Im Schatten des KGB Ein Film von Marina Farschid
Vilnius - keine andere Stadt in Europa sah im 20. Jahrhundert so viele Herrscher kommen und gehen. 13 Mal war Vilnius im letzten Jahrhundert in den Händen unterschiedlichster Machthaber: Die russischen Zaren kamen, die Deutschen, die Bolschewiki, die Polen unter Pilsudski, die Sowjets unter Stalin, die Deutsche Wehrmacht und wieder Stalin. Der Justizpalast von Vilnius, Ende des 19. Jahrhunderts unter russischer Zarenherrschaft erbaut, steht für die wechselvollen Herrschaftsverhältnisse des Landes und für eine Geschichte des Unrechts: Im Juni 1941 zog die Gestapo in den Justizpalast ein, ab 1944 der KGB. Er blieb fünf Jahrzehnte lang - und provozierte die größte Guerillabewegung des Landes. Tausende wurden hier gefoltert und verhört. Zu ihnen gehört Jadwiga. Mit 17 ging sie zu den Partisanen, den "Waldbrüdern", die seit 1944 gegen die sowjetischen Besatzer kämpften. Mit 20 wurde sie in den Kellern des Justizpalasts monatelang verhört. Mit 30 kam sie aus den sibirischen Gulags zurück. Heute ist sie 77 - und wieder im Justizpalast: als Aufsicht im KGB-Gefängnis, das seit 1994 ein Museum ist - und endlich wieder ein ordentliches Gericht.
_____________________________________________________________________
Mittwoch, 25. April
21.45-22.15 ARD
Die Kaviar-Mafia-Millionengeschäfte mit Fischeiern.
Ein Film von Rita Knobel-Ulrich
Russischer Kaviar ist der Inbegriff von Luxus, wenige Gramm nur kosten Hunderte Euro, eine Delikatesse, die auf der ganzen Welt heiß begehrt ist. Nur selten noch kann man ihn in Deutschland kaufen, denn das schwarze Gold unterliegt strengen Ausfuhrbestimmungen zum Schutz der Störe. Ein großer Teil des weltweit gehandelten Kaviars aus Russland stammt aus illegalen Quellen. Wilderer, Schmuggler und zwielichtige Händler von Moskau bis hin zum kaspischen Meer machen Millionengeschäfte mit den begehrten Fischeiern. ARD-Reporterin Rita Knobel-Ulrich zeigt, wie diese Geschäfte laufen. Sie beobachtet Wilderer in Astrachan, gibt sich als kaufwillige Touristin aus und erfährt, wie der Kaviar vom Wolgadelta in die Luxushaushalte von Moskau und St. Petersburg kommt. Sie begleitet die Milizen beim Kampf gegen die Wilderer und erlebt, wie die Polizei ausgetrickst wird, damit Millionärsgattinnen im feinen Moskau eimerweise Kaviar zum Frühstück servieren können. Dem ARD-Team gelingt ein seltener, nicht ungefährlicher Blick hinter die Kulissen der russischen Kaviarmafia. Knapp nur entgeht das Team einer handfesten Auseinandersetzung mit rabiaten Kaviardealern. Eine spannende Reportage im Sumpf der zwielichtigen Geschäfte mit der teuersten Delikatesse der Welt.
______________________________________________________________________
Freitag, 27. April
08.35 -09.05 SWR
Tschernobyl all inclusive- Reise in ein verstrahltes Gebiet
"Gehen Sie auf dem Asphalt, betreten Sie nicht das Gras, dann kann nichts passieren!" So lautet die erste Anweisung der Reisebegleiter einer Tourismusagentur aus Tschernobyl. Für 200 Dollar am Tag bietet sie Reisen in die Gegend an. Das mutet makaber an, denn seit dem 26. April 1986 ist "Tschernobyl" das Synonym für eine völlig neuartige globale Umweltkatastrophe, die nach 20 Jahren noch nicht überwunden ist. Der explodierte Reaktorblock 4 des sowjetischen Atomkraftwerkes "W. I. Lenin" nahe der ukrainischen Stadt Tschernobyl hatte weite Landstriche Bjelorusslands und Russlands radioaktiv verseucht. Ein Areal von 30 Kilometern rund um den Unglücksreaktor wurde damals zur Sperrzone erklärt und abgeriegelt. Fast täglich treffen heute Reisegruppen aus Westeuropa und Übersee in der Sperrzone ein. Nach einem festen Tourenplan mit Haltepunkten werden die Gäste durch die Zone gefahren. Überraschend für die Besucher: Tausende Männer und Frauen gehen hier jeden Tag zur Arbeit, viele von ihnen übernachten auch in der Zone. "Tschernobyl" ist ein großer ukrainischer Arbeitgeber und eine internationale Attraktion.
Die Reportage begleitet Tschernobyl-Touristen, fragt nach den Motiven der Besucher wie auch nach dem Umgang mit der alltäglichen radioaktiven Gefahr und beschreibt einen Tag und eine Nacht in der Sperrzone.
16.30 -17.15 3sat
Entlang der Seidenstraße-Goldrausch in der Gobi (1/2) .Abenteuer Mongolei unterwegs mit Joachim Holtz
Das Leben in den schroffen Bergen des Altai im äußersten Westen der Mongolei ist rau. Weniger hart geht es an den Suvraga-Bergen zu, dicht an der Grenze zu Sibirien: Zwischen ausgedehnten Wiesen voller Edelweiß stehen die weißen Gers, die Zelte der Nomaden, deren Leben sich nur um ihre Pferde dreht. In der Wüste Gobi hingegen sorgen Ziegen für den Lebensunterhalt der Bewohner. Ihr weiches Fell gilt als das "Gold der Wüste".
______________________________________________________________________
Samstag, 28. April
22.30-23.15 RBB
Heimkehr in die Fremde: Deutsche Spätheimkehrer erinnern sich
Ein Film von Bettina Stummeyer
"Da war die Fremdheit der ganzen Welt, in die ich kam", erzählt der ehemalige Spätheimkehrer Heinz Kappelmeyer. Nach vielen Jahren in sowjetischen Lagern kehren im Oktober 1955 endlich die letzten 10.000 Soldaten und Zivilverurteilten nach West-Deutschland zurück. Bundeskanzler Konrad Adenauer hatte sie auf seiner heute legendären Reise Moskau-Reise nach zähen Verhandlungen mit der sowjetischen Führung freibekommen. Ihre Ankunft im Grenzdurchgangslager Friedland wird in der ganzen Bundesrepublik enthusiastisch und mit tiefer Dankbarkeit gefeiert. Ein "Happy End" nach so vielen Jahren der Ungewissheit, des Wartens, Hoffens und Bangens?
Doch der Weg in das neue Leben entpuppt sich für die Spätheimkehrer als steinig. Das allgemeine Interesse an ihrem Schicksal lässt bald nach. In der jungen Bundesrepublik, die sich ganz dem Wirtschaftswunder und dem Blick nach vorn verschrieben hat, wird die Erinnerung an den Krieg und seine schrecklichen Folgen lieber verdrängt. Auf sich allein gestellt, nur zu selten von der Familie gestützt und verstanden, müssen sich diese Männer und Frauen einem Konkurrenzkampf in der boomenden Marktwirtschaft stellen, in dem kaum Rücksicht auf ihre Situation genommen wird. Viele Spätheimkehrer straucheln oder finden nur schwer den Weg in ein neues Leben. Manche aber haben sich mit der gleichen Kraft, mit der sie die langen Jahre im Lager überlebt haben, die "fremde Heimat" wieder zurückerobert. Am 14. Januar 1956 kommen die letzten Kriegsgefangenen aus sowjetischen Lagern zurück in die DDR.
______________________________________________________________________
Sonntag, 29. April
01.30-02.15 NDR
Ostpreußens Küste: Elche, Sand und Seeadler
Ein Film von Susanne Hanke
Grau ist das Frische Haff im Winter, Schaumkronen tanzen auf den Wellen, wenn die Winterstürme darüber hinwegfegen. Auch im Schreckenswinter 1944/45 zeigte sich die herbe Landschaft von ihrer unwirtlichsten Seite. Tausende Menschen kämpften sich über das zugefrorene Haff zur Hafenstadt Pillau - und so mancher versank in den eisigen Fluten. Susanne Hanke folgt den Spuren der Flüchtenden in Gegenrichtung, von Westen nach Osten, vom Frischen zum Kurischen Haff, von der Weichsel bis zur Memel. Das Augenmerk liegt dabei auf der teilweise noch ursprünglichen Natur an der Küste des ehemaligen Ostpreußens. Erste Station ist Kaliningrad, das einstige Königsberg. Viele Häuser sind verfallen, Löwenzahn und Gänseblume kämpfen um ein wenig Erde und Licht.
Während in der Stadt das bisschen Natur ein Zeugnis von Verfall und Armseligkeit ist, führt sie an der Memel eindeutig die Regie. Das Fernsehteam begleitet einen Fischer die Memel herab bis ins Haff hinein. Hier lauern Reiher auf reiche Beute, ziehen Seeadler ihre Kreise, füttern Hunderte von Kormoranen ihre Jungen groß. Schon von der Memelmündung sind die gewaltigen Dünenberge auf der Kurischen Nehrung zu sehen. Ein Fotograf aus Nidden ist ständiger Begleiter der noch heute wandernden Sandberge, die schon mehrfach ganze Dörfer unter sich begruben. Seine Bilder zeigen Kuppen und Furchen, Hügel und Haken, sonderbare Gebilde, die der Wind formt. Im Wald mit seinen vom Wind bizarr verformten Kiefern leben Wildschweine, Füchse und sogar Elche.
Letzte Station ist die älteste Vogelwarte der Welt. 1901 wurde Rossitten, heute Rybatschij, gegründet. Die Vögel nutzen die Nehrung als Landbrücke auf ihrem Zug und finden ungestörte Rastplätze. Hier drehte der bekannte Tierfilmer Heinz Sielmann seinen ersten Film: "Vögel über Haff und Wiesen". Ausschnitte aus seinem Film und weitere Archivaufnahmen zeigen, wie wenig sich das Gesicht der Landschaft, allen politischen Veränderungen zum Trotz, in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hat.
18.45-19.15 Phoenix
Russisch Baden-Baden im Kaukasus: Unterwegs im Stawropoler Kray
Ein Film von Albrecht Reinhardt, SWR/2006
Das Gebiet um die Stadt Stawropol gehört zu den lieblichsten und schönsten Regionen Russlands. In der Hügellandschaft am Fuße des Kaukasus entstanden im 19. Jahrhundert elegante Kurpavillons, Spielcasinos und Operettentheater für die leichte Muse des Fin de Siècle, kurz: Nobeltreffs nach dem Vorbild mondäner europäischer Kurorte. ARD-Korrespondent Albrecht Reinhardt sucht nach den Spuren dieser glamourösen Vergangenheit und begegnet Menschen, die heute das Gesicht der Region prägen
______________________________________________________________________
Montag, 30. Mai
00.15-01.00 Phoenix .
Sternflüstern. Jenseits des Polarkreises (1/4): Sehnsucht Sibirien
Ein Film von Bernd Reufels, ZDF/2004
01.00-01.40 Phoenix
Sternflüstern. Jenseits des Polarkreises (2/4): Abenteuer Tundra
Ein Film von Bernd Reufels, ZDF/2004
01.40-02.25 Phoenix
Sternflüstern. Jenseits des Polarkreises (3/4): Der Ruf der Rentiere
Ein Film von Bernd Reufels, ZDF/2005
02.25-03.10 Phoenix
Sternflüstern. Jenseits des Polarkreises (4/4): Polarnacht
Ein Film von Bernd Reufels, ZDF/2005
______________________________________________________________________
Dienstag, 01. Mai
09.20-10.20 WDR
Abenteuer Ostpreußen - Aufbruch im russischen Kaliningrad
Ein Film von Heidi Sämann
Das nördliche Ostpreußen, das heutige russische Kaliningrad, galt unter den Ostsee-Anrainern bisher als Armenhaus, aber allmählich kommt Tempo in die Wirtschaft der Exklave. Wer eine Nase für die Entwicklung der Region hat, siedelt sich jetzt dort an oder steckt sein Geld in Gewinn bringende Projekte. Noch konzentriert sich der Aufschwung auf die Stadt Kaliningrad, ehemals Königsberg, doch mehr als die Hälfte der Bodenflächen - vor allem an den Küsten - soll schon von reichen Russen aufgekauft worden sein. Das Filmteam ist durch das Land gereist und hat Menschen getroffen, die auf die positiven Zeichen setzen und investieren, aber auch jene, die dabei preußische Traditionen bewahren wollen wie zum Beispiel ein Russland-Deutscher, der eine Margarinefabrik und einen Molkereibetrieb in Mauern aus dem 18. Jahrhundert mit neuester Technologie wieder flott gemacht hat. In der Stadt Kaliningrad baut ein Investor aus Moskau ein
"Fischdorf", das an das alte Königsberg erinnern soll. Ein deutscher Landwirt bewirtschaftet mit seiner russischen Frau in der einstigen "Kornkammer" Anbauflächen einer aufgelösten Kolchose. Über die Ereignisse im Gebiet Kaliningrad berichtet ein deutscher Journalist, der seit Ende der 1990er-Jahre in Selenogradsk (Cranz) ansässig ist und mit seiner russischen Frau zwischen Russland und Deutschland pendelt. Unterschiedliche Perspektiven und Lebensweisen in einem Gebiet, das bei Kriegsende entvölkert wurde und in dem jetzt rund eine Million Menschen aus allen Teilen der ehemaligen Sowjetunion leben - sowie einige hundert aus westlichen Ländern. Die Einwohner Kaliningrads nähren die Hoffnung, eines Tages durch entsprechende Abkommen mit der EU mehr Handels- und Bewegungsfreiheiten zu erreichen.
_____________________________________________________________________
Mittwoch, 02. Mai
13.05-14.00 Arte
WunderWelten: Heimat Karelien
Paanajärvi liegt in der Republik Karelien im Nordwesten Russlands. In dem kleinen Dorf scheint die Zeit stillzustehen. Bereits seit Jahrhunderten schützen die traditionellen Holzhäuser die Bewohner vor Kälte und Schnee. Paanajärvi ist das am besten erhaltene authentische karelische Dorf - ein architektonisches Kleinod und eine der ältesten Stätten der europäischen Zivilisation - zwischen Russland und Finnland gelegen.
"Wenn es hier keinen Wald gäbe, gäbe es kein Leben, kein Dorf und keine Arbeit", sagt einer der Männer, die hier leben. Der Wald sei der Grund, wieso sie hier blieben. Die meisten von ihnen verdienen sich als Holzarbeiter ihr Auskommen, doch die massive Rodung droht ihnen die Lebensgrundlage zu entziehen. Den jungen Leuten hier fehlt die Arbeit, viele haben ihr Glück bereits anderswo gesucht. Doch im Grunde genommen würden sie lieber bleiben, sagen sie.
Seit 1996 erschien das Dorf dreimal auf der Liste der 100 weltweit am meisten gefährdeten Kulturdenkmäler des World Monuments Watch. Jetzt ist der Bau eines Wasserkraftwerkes geplant; sollte das Projekt umgesetzt werden, würden jahrhundertealte Bauwerke und eine einzigartige Kultur zerstört werden.
Samstag, 19. Mai
14.40-15.25 SWR
Der Lachszähler von Kamtschatka
Ein Film von Wolfgang Mertin
18.45-19.15 Phoenix
Moskauer Freundinnen - Katja, Katja und Natascha
Ein Film von Albrecht Reinhardt
ARD-Korrespondent Albrecht Reinhardt besucht mit den drei Moskauerinnen Katja, Katja und Natascha seine Lieblingsplätze in Moskau. Die Freundinnen steuern ihre Erlebnisse und Erinnerungen zu Reinhardts buntem Bilderbogen bei.
22.15-23.15 Phoenix
Abenteuer Ostpreußen - Aufbruch im russischen Kaliningrad
Ein Film von Heidi Saeman
Das Gebiet Kaliningrad galt bisher als Armenhaus, doch allmählich kommt Tempo in die Wirtschaft der russischen Exklave. Wer eine Nase für die Entwicklung der Region hat, siedelt sich jetzt dort an und steckt sein Geld in Gewinn bringende Projekte. Der Film begleitet Menschen, die den Aufbau vorantreiben.
Dienstag, 22. Mai
11.30-12.00 Arte
Zapping International - Das Fernsehen in Tatarstan
Ein Magazin
(Wh. vom 08.05.2007)
Freitag, 25. Mai
10.00-11.00 WDR
Reisewege Georgien: Gottes umkämpfter Garten
Sein schönstes und fruchtbarstes Land hat Gott den Georgiern zum Geschenk gemacht, so erzählt eine Sage. Aber sie haben häufig um ihr Land kämpfen müssen, von Westen und Osten drangen immer wieder starke Angreifer ein. Jahrhunderte haben die Georgier unter Fremdherrschaft verbracht: Perser, Byzantiner, Araber, Mongolen und die Osmanen überzogen das Land mit Kriegen. Im 4. Jahrhundert kam das Christentum nach Georgien, das sich schnell im Lande ausbreitete.
Die eigenständige georgische Kirche war das Band, das in den wechselvollen politischen Verhältnissen die Georgier zusammenhielt. Diese Rolle der Kirche durch die Jahrhunderte ist bis heute im ganzen Land spürbar: Während die Paläste der weltlichen Herrscher zerstört und verschwunden sind, haben die Georgier ihre Klöster und Kirchen erhalten. So lässt sich die Entwicklung der Baustile an den Kirchenbauten von den frühen christlichen Zeiten bis in neuere Zeit verfolgen. Georgien ist ein von der Landwirtschaft geprägtes Land. Der Weinbau hat eine lange Tradition, Wein ist eines der wichtigsten Handelsgüter, für das sich die Georgier immer weitere Märkte zu erschließen hoffen. In Westgeorgien besinnen sich Bauern auch wieder auf den Teeanbau. Die Georgier produzieren Tee von hoher Qualität, der sich in England reger Nachfrage erfreut.
16.15-17.00 RBB
Länder - Menschen - Abenteuer: Onkel Wanjas Dorf - Bei den Heiden von Mari El
Ein Film von Thorsten Niemann
Es gibt ein Land in den Weiten des russischen Imperiums, das kaum jemand kennt: Mari El - das Land der Mari. 14 Zugstunden östlich von Moskau liegt die kleine, autonome Republik, in der die Mari zusammen mit Russen und Tataren leben. Die Mari sind eine Volksgruppe, die sich im 5. Jahrhundert in den Hügeln und Wäldern rechts und links der Wolga angesiedelt hatte. Es waren vor allem arme Bauern aus Finnland, die hier ein besseres Auskommen suchten. Diese frühen Siedler verehrten mehr als 20 Naturgötter. Ihre Priester brachten ihnen Tieropfer dar oder hängten kleine Knochen in heilige Haine. Dort beteten die Mari vor der Jagd und vor der Ernte zu den Göttern. Und das ist noch heute so.
Immer noch richten sich ihre religiösen Feste nach den Hauptereignissen des bäuerlichen Lebens: Aussaat und Ernte, Heirat, Geburt und Tod. Der Film führt uns in das Dorf Karamass, mitten in der Mari-Republik gelegen. Dort treffen wir Onkel Wanja und seine Familie. Wir gehen mit ihm durch die Wälder, in seine Imkerei, zum Fischen und besuchen einen heidnischen Opferritus nahe der Hauptstadt Joshkar Ola. Wir erleben eine Mari-Hochzeit, einen Altennachmittag und das ganz normale Leben der Menschen in einem fast unbekannten Land. Die Reise nach Mari El zu Onkel Wanja ist auch eine Reise in die Vergangenheit Russlands und Osteuropas - zu einem Volk, das die frühen Ursprünge seiner Kultur wie kaum ein anderes auf dem alten Kontinent am Leben erhalten konnte - wenn auch immer unter großen Schwierigkeiten.
Samstag, 26. Mai
03.40-04.20 Phoenix
Der 8. Kontinent - Die Eroberung Sibiriens (1/3): Abenteuer und Kosaken
Ein Film von Gudrun Ziegler und Wojtek Krzeminski.
04.20-05.05 Phoenix
Der 8. Kontinent - Die Eroberung Sibiriens (2/3): Forscher und Reisende
Ein Film von Gudrun Ziegler und Wojtek Krzeminski.
05.05-05.45 Phoenix
Der 8. Kontinent - Die Eroberung Sibiriens (3/3): Kuriere und Soldaten
Ein Film von Gudrun Ziegler und Wojtek Krzeminski.
11.30-12.00 Phoenix
Hausaufgabe Frieden - Eine Jesuiten-Schule im Kosovo
Ein Film von Ulli Neuhoff.
Sonntag, 27. Mai
14.45-15.05 3sat
Walaam - Wiedergeburt eines Klosters in Russland
Ein Film von Joachim Bartz
Vor 1.000 Jahren errichteten zwei Mönche nordöstlich von St. Petersburg ein Kloster auf der Inselgruppe Walaam im Ladogasee, dem größten See Europas. Zu seinen besten Zeiten im 19. Jahrhundert beherbergte das Kloster über 3.000 Mönche. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte es zu Finnland. 1940 überfiel die UdSSR Finnland, Walaam ging an die Sowjetunion. Die Mönche flohen, das Kloster wurde als Invalidenheim, Lager und Offizierskasino genutzt. Die Gebäude begannen, zu verfallen. Doch seit 15 Jahren bauen 100 Mönche das Kloster wieder auf. Die Dokumentation "Walaam" gibt Einblicke in das Klosterleben, die Besuchern sonst verwehrt bleiben.
Dienstag, 29. Mai
17.15-17.45 3sat
Kaviar inklusive -Mit dem Sehnsuchts-Express von Berlin nach Kaliningrad
Ein Film von Susanne Gelhard
Blauer Plüsch mit Golddekor, eine adrette Hostess, Kaviar inklusive: So sieht die erste Klasse im Sehnsuchtsexpress Berlin-Kaliningrad aus. Seit Dezember fährt er von der deutschen Hauptstadt direkt in die ehemalige ostpreußische Metropole. Eine Reise in die deutsche Vergangenheit und zugleich in das neue erweiterte Europa. Der Film begleitet den Sehnsuchtsexpress auf seiner Fahrt von Berlin nach Kaliningrad.
Donnerstag, 31. Mai
13.00-13.30 NDR
Eisenbahnromantik: Die Transsibirische Eisenbahn - In Chruschtschows Wagen durch Sibirien
Eine Fahrt auf der Transsibirischen Eisenbahn vom Baikalsee nach Moskau. Entlang am Ufer des größten Trinkwasserspeichers der Welt durch die sibirische Metropole Irkutsk durch endlose Birkenwälder. "Eisenbahnromantik" war unterwegs in einem Sonderzug, in den auch Wagen des russischen Regierungszuges eingestellt waren. Chruschtschow, Breschnew und sogar Putin waren in den altertümlichen Wagen unterwegs. Eine Reise auf einer der berühmtesten Eisenbahnstrecken der Welt.
22.15-23.00 Phoenix
Russenkinder - Mein Vater, der Feind
Ein Film von Hans Dieter Rutsch.
Für die DDR hat es offiziell nie "Russenkinder" gegeben - es müssen den Vermutungen der Forscher zufolge einige Tausend gewesen sein. Bis heute wagen nur wenige Betroffene, offen über ihr Schicksal zu sprechen. Zu groß ist noch immer die Befürchtung, eine Schande zu offenbaren. Die Mütter erhielten weder von der sowjetischen Regierung noch von den DDR-Behörden Hilfe; die Kinder wurden mit ihrem Schmerz über den verlorenen Vater allein gelassen. Der Film beschreibt einige erschütternde Schicksale.
Freitag, 01. Juni
10.00-13.40 WDR
Reisewege: Russlands Nordwesten - Von St. Petersburg auf die Kola-Halbinsel
Diese Reise verläuft im europäischen Teil Russlands. Und dennoch ist es eine Reise in eine ferne Welt - von der wohl europäischsten aller russischen Städte in das über tausend Kilometer entfernt liegende Gebiet Murmansk nördlich des Polarkreises, von der Weltstadt in die Taiga und Tundra. Taucht man ein in den "Bauch" von "Pitter", in den Markt "Apraskin Dwor" oder in die Tiefen der Metro, ist man mitten im Leben - und zugleich in der Geschichte dieser außergewöhnlichen Stadt, diesem gigantischen Komplex historischer Monumentalbauten.
Ein gewaltiger Kraftakt war auch die Besiedlung der Kola-Halbinsel, die mit der industriellen Ausbeutung der Bodenschätze seit den 30er Jahren einherging. In Montschegorsk arbeitet ein Großteil der Bevölkerung noch immer im Nickelwerk, das einerseits für sauren Regen und eine Schneide gespenstisch zerstörter Natur verantwortlich ist, andererseits aber für mehr Wohlstand sorgt. Wenige Kilometer von der Stadt entfernt kann man eine Natur entdecken, in der es scheint, als sei die Eiszeit erst kürzlich zu Ende gegangen. Auf seiner Auto- und Eisenbahnreise in den Norden Russlands machte das Fernsehteam einen Umweg in Richtung Osten, in das Gebiet Vologda. Hier findet man noch das ländliche "alte" Russland mit den verschlafenen Holzhausdörfern und den prächtigen russisch-orthodoxen Kirchen.
Samstag, 02. Juni
21.35-22.30 Arte
360º - Geo Reportage: Der Lachszähler von Kamtschatka
Eine Reportage von Wolfgang Mertin; Moderation: Simone von Stosch
Am äußersten Zipfel Russlands, zwischen Asien und Alaska, liegt Kamtschatka. Die Halbinsel ist mit ihren glasklaren Flüssen, kochenden Seen und bis zu 4.000 Meter hohen feuerspeienden Vulkanen eines der letzten Naturparadiese der Welt. Wer in dieser rauen Abgeschiedenheit lebt, muss vieles entbehren und hat oft einen ungewöhnlichen Beruf, so wie Alexej Maslow, der Lachszähler von Kamtschatka. Rund 200 Flüsse fliegt er pro Saison mit dem Hubschrauber ab, um zu schätzen, wie viele Lachse darin ziehen.
"360º - Geo Reportage" begleitet Alexej Maslow auf seinen Flügen durch die Wildnis und lüftet das Geheimnis des Lachszählers. Kamtschatka, die Halbinsel zwischen Asien und Alaska, ist noch heute wild und unberührt. Das verdankt sie ihrer geografischen Abgeschiedenheit und der Tatsache, dass sie zu Sowjetzeiten militärisches Sperrgebiet war. Bis heute gibt es kaum Straßen und Wege auf Kamtschatka. Jedes Jahr kehren die Lachse in riesigen Schwärmen aus dem Pazifik in die Flüsse der Halbinsel zurück, um sich zu paaren und dann zu sterben. Es ist die Aufgabe von Alexej Maslow per Hubschrauber aus der Luft zu schätzen, wie viele es genau sein werden. Seine Schätzungen beeinflussen die staatliche Fangquote und damit auch die Preise an den amerikanischen Warenterminbörsen, wo der Pazifiklachs hoch gehandelt wird. Der Lachs ist auf Kamtschatka aber nicht nur Lebensgrundlage vieler Menschen, sondern auch die der riesigen Braunbären.
Bis zu 50 Kilogramm Lachs fressen erwachsene Kamtschatka-Bären am Tag und wagen sich bei ihren Fischzügen auch schon mal bis in die Siedlung der hier lebenden Forscher vor. So hat Alexej Maslow extra den Bärenjäger Wassili für den Schutz der Forschungsstationen engagiert. Er duldet lediglich die Bärenwaisen Mischa und Mascha, die regelmäßig die Nähe der Menschen und Schutz vor ihren großen Artgenossen suchen. Alexej Maslow lebt schon seit 25 mit den Bären und den Lachsen. Doch in den letzten Jahren spürt er eine Veränderung und beginnt um sein Paradies zu fürchten: "Wir spüren schon den Griff danach - sie bauen Pipelines und es soll Gold abgebaut werden. Aber wir wissen doch: nach dem Öl und dem Gold wird es keinen Platz mehr für solch ein Leben geben."
Sonntag, 03. Juni
15.00-15.15 3sat
Tschechien: Wo bleiben die Kinder?
Immer mehr Rentner und immer weniger Kinder - das ist seit Jahren die Entwicklung in der tschechischen Gesellschaft. Unser Nachbarland hat in Sachen niedrige Geburtenrate in der EU einen traurigen Spitzenplatz erreicht. "Weltweit" besucht eine Geburtsklinik in der Nähe von Kutna Hora. Dort wurden vor der Wende bis zu 900 Kinder im Jahr zur Welt gebracht. Im vergangenen Jahr waren es noch 370.
nach oben
Montag, 04. Juni
21.00-21.30 3sat
Seemannstaufe am Kap Hoorn - Mit einem russischen Segelschulschiff um die Welt
Ein Film von Ina Ruck
Man erkennt sie am goldenen Ohrring - wer das Kap Hoorn umsegelt hat, darf ihn sich durchs linke Ohr ziehen. Auf der "Krusenstern" machen sie das an Bord, gleich nach der Umrundung. 120 russische Kadetten sind stolz darauf, jetzt richtige Seeleute zu sein. Die "Krusenstern" ist einer der letzten großen Windjammer und der Stolz der russischen Handelsflotte. Unter dem Namen "Padua" wurde das Schiff vor 80 Jahren in Deutschland gebaut, später ging es als Kriegsbeute an die Sowjetunion. Heute dient es als Segelschulschiff für zukünftige Matrosen und Kapitäne. Zu Ehren ihres Namensgebers segelte die "Krusenstern" von Juni 2005 bis August 2006 in 14 Monaten um die Welt - das Kap Hoorn ist der wohl spektakulärste Teil der Reise. Admiral Krusenstern, ein Seefahrer im Dienst der Zaren, hatte genau 200 Jahren vorher die erste russische Weltumsegelung geleitet. Ina Ruck begleitet die Crew des Schiffes auf ihrer Reise.
23.00-00.00 Br-Alpha
Östlich der Sonne (1/3): Vom Baikalsee nach Alaska
Die Lena hinab
Zum 65. Geburtstag von Klaus Bednarz
Dienstag, 05. Juni
23.00-23.45 Arte
Östlich der Sonne (2/3): Vom Baikalsee nach Alaska
Ans Ende der Taiga
Zum 65. Geburtstag von Klaus Bednarz
Mittwoch, 06. Juni
11.00-11.45 Arte
Östlich der Sonne (2/3): Vom Baikalsee nach Alaska
Ans Ende der Taiga
Zum 65. Geburtstag von Klaus Bednarz
(Wh. vom Vortag)
15.00-15.45 Arte
Von Preslav nach Plovdiv
23.00-00.00 Arte
Östlich der Sonne (3/3): Vom Baikalsee nach Alaska
Der Weg übers Meer
Zum 65. Geburtstag von Klaus Bednarz
Donnerstag, 07. Juni
13.45-14.30 SWR
Ostpreußens Zauberwald - Begegnungen in der Rominter Heide
Ein Film von Wolfgang Wegner
Die Rominter Heide, im äußersten Osten Ostpreußens gelegen, galt einst als das bevorzugte Jagdgebiet der Hohenzollern. Es heißt, Wilhelm II., Deutschlands letzter Kaiser, habe hier seinen 2.000. Hirsch geschossen. Heute durchzieht die russische Grenze den Urwald, in dem noch immer Rothirsche, Elche, Luchse und Wölfe leben. Der Massentourismus hat hier noch nicht Einzug gehalten.
Ein Fernsehteam war im späten Herbst zwischen Goldap und Szittkehmen auf der Suche nach Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart unterwegs. Begegnungen mit Menschen am Rande der Rominter Heide: Mit Förstern, Waldarbeitern, Bauern. Mit Handwerkern in Goldap. Mit Jungen und Alten. Mit Menschen, die die Hoffnung auf bessere Zeiten längst aufgegeben haben. Und mit solchen, die an die Zukunft glauben. Einer Lehrerin, die Deutschunterricht gibt. Einem Pfarrer, der Trost spendet in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit hier im äußersten polnischen Nordosten. Deutsche Töne hört man nur noch selten in den kleinen Orten rund um den Zauberwald.
Aus Ostpreußen wurde nach dem Krieg die polnische Woiewodschaft Warmia i Masuri, der Regierungsbezirk Ermland und Masuren, aus der Rominter Heide die Puszca Romincka. Was geblieben ist, sind die alten Backsteinhäuser und ein paar unkrautüberwachsene Gleise, über die einst die Personenzüge bummelten.
22.20-23.15 Arte
Putins Mama
Ein Dokumentarfilm von Ineke Smits
Die Geschichte der Vera Putina, die in dem jetzigen russischen Präsidenten Wladimir Putin ihren verschollenen Sohn wieder zu erkennen glaubt, ist auch ein Einblick in die Geschichte Georgiens. Ineke Smits zeigt den Alltag und die Lebensweise der Bewohner dieses uns weitgehend unbekannten Landes. Vera Putina war ein ganz normale russische Frau - bis sie im Jahr 1999 in Wladimir Putin, dem neuen russischen Präsidenten, ihren Sohn zu erkennen glaubte, den sie seit dessen Jugend aus den Augen verloren hatte. Vera ist sich ihrer Sache sicher und so auch ihre Familie und ein Großteil der Einwohner ihres kleinen Dorfes in Georgien.
Ist Veras Sohn Wladimir Wladimirowitsch Putin wirklich der derzeitige russische Präsident? Niemand weiß, wer die wahren Eltern des Mannes sind, der sich selbst als Waise bezeichnet. Vielleicht wird man es nie wissen. Doch die Geschichte der äußerst temperamentvollen alten Dame gibt Einblick in den Alltag eines unbekannten Landes: Georgien.
Vera ist rührend und heiter, wenn sie von sich erzählt. Trotz ihrer Erfahrungen mit dem Sowjetregime, der Nöte der Vergangenheit und der jetzigen Schwierigkeiten ist ihr nach Lachen und Tanzen zumute. Sie ist russischer Abstammung und ging mit ihrem Sohn, dessen Vater sie bald verlassen hat, nach Taschkent, um in einer Fabrik zu arbeiten. Dort lernte sie ihren zweiten Mann kennen, dem sie in das kleine Dorf in den Karpaten folgte - weit weg von ihrer Heimat. Sie erzählt von ihrem entbehrungsreichen Leben, dem Verlust ihres Sohnes, den sie ihres zweiten Mannes wegen bei ihren Eltern zurücklassen musste. Man versteht, wie diese alte Frau zu dem geworden ist, was sie ist.
In kleinen Szenen skizziert der Film das Dorfleben von heute, das sich im Übrigen kaum von demjenigen vor 50 oder hundert Jahren unterscheidet. Veras Persönlichkeit und das Schicksal ihres Sohnes bieten einen guten Einstieg in die Geschichte des Landes, doch es ist vor allem die Darstellung der heutigen Lebensverhältnisse, die den Film interessant macht.
22.45-00.15 RBB
Invisible - Illegal in Europa
Ein DokumentarFilm von Andreas Voigt
"Invisible" erzählt die bewegende Geschichte von fünf Flüchtlingen, die illegal in Europa leben. Über ein Jahr hinweg hat der Dokumentarfilmer Andreas Voigt die "Unsichtbaren" in Deutschland, Polen, Frankreich, Spanien und den Niederlanden begleitet. Zakari ist ein desertierter algerischer Offizier. Er lebt seit zehn Jahren illegal in Deutschland. Malika kommt aus Tschetschenien und ist mit ihrer Familie aus Russland nach Polen geflohen. Prince muss zurück nach Nigeria und sitzt in einem Abschiebegefängnis in den Niederlanden. Oumar aus Guinea Bissau harrt in einem Camp in Ceuta aus. Edita, eine Transsexuelle aus Ecuador, schlägt sich in Paris durchs Leben. Der Film erzählt von ihren Hoffnungen und Träumen, ihrer Suche nach Glück, Liebe, Heimat und davon, was ihnen dabei widerfährt.
Freitag, 08. Juni
11.00-12.00 Br-Alpha
Östlich der Sonne (3/3): Vom Baikalsee nach Alaska
Der Weg übers Meer
Zum 65. Geburtstag von Klaus Bednarz
Samstag, 09. Juni
12.00-12.30 Hessen3
Auslandsreportage: Lena Lenina - Eine Russin erobert Paris
Eine Reportage von Anja Bröker
Sie kommt aus Sibirien, ist Anfang dreißig und in Frankreich genauso bekannt wie Wladimir Putin: Lena Lenina, Showstar aus Russland mit Wahlheimat Paris. Sie startete als Model in Reklamespots, ist heute Schauspielerin und Sängerin. In Russland ist sie mittlerweile Bestsellerautorin und schreibt über das Leben als erfolgreiche Geschäftsfrau, alles ohne eine Ausbildung, ohne einen Agenten - und ohne eine reiche Hotel-Erbin zu sein. Lena Lenina macht eine typisch russische Karriere. Nach dem Ende der Sowjetunion nutzte sie ihre neuen Chancen, entdeckte das Showbusiness für sich und kämpfte sich in Russlands wilden Neunzigern nach oben. Heute lebt Lena Lenina zwischen den Welten, zwischen Russland und Frankreich.
12.15-14.45 NDR
Weltreisen: Moskauer Freundinnen - Katja, Katja und Natascha
Ein Film von Albrecht Reinhardt
Katja ist Künstlerin und ihre Spezialität sind in Öl gemalte Pyramiden, weiße und goldene, kleine und riesige - fast so riesig wie das Stalinhochhaus an der Moskwa, in dem sie geboren wurde. Dort hat sie über 40 Jahre gelebt. Nun muss sie diese "Stadt in der Stadt" verlassen und ihre Wohnung vermieten, weil zu wenige Menschen ihre Pyramiden kaufen. Für sie ist es wie eine Vertreibung. Die andere Katja ist Geschäftsfrau und Designerin. Sie gehört zu den Moskauerinnen, die im neuen russischen Kapitalismus groß geworden sind. Sie managt beides: Familie und Karriere. Die Mutter von zwei Mädchen leitet als Kauffrau eine Agentur, die vom zeithistorischen Bildband bis zum grellen Schmusetier das graue November-Moskau bunt aufpeppt. Die zweite Katja in diesem Film ist die erfolgreiche, junge Moskauerin. Natascha Titowa reiste als junge Frau mit der sowjetischen Handball-Nationalelf von Moskau bis Duschanbe/Tadschikistan. Dann kam sie zur ARD in Moskau und war dort Mitarbeiterin der ersten Stunde. Im Moskau des Kalten Krieges lernte sie die deutschen Korrespondenten an, beriet und beschützte sie. Natascha ist heute Rentnerin und so gut informiert wie kaum eine andere. Im Majakowski-Museum erzählt sie von den tragischen Liebschaften des großen Agitprop-Poeten Majakowski, der sich auf dem Höhepunkt seines Ruhms erschoss.
Der ARD-Korrespondent Albrecht Reinhardt besucht zusammen mit diesen Frauen seine Lieblingsplätze in Moskau: den Friedhof am Neujungfrauenkloster, auf dem Chruschtschow, Raissa Gorbatschowa und der Schriftsteller Anton Tschechow begraben sind, die Datscha des Nobelpreisträgers Boris Pasternak und die Sperlingshügel, wo an Wochenenden Scharen von Neuvermählte auf ein langes Eheglück anstoßen. Doch auch Bitteres mischt sich in den bunten Moskauer Bilderreigen. Anna Politkowskaja, eine Journalistin und scharfe Kritikerin des Kreml, wurde im letzten Oktober erschossen. Am Grab der mutigen Frau erzählt eine Freundin, dass Anna wegen ihrer Arbeit immer wieder anonyme Morddrohungen erhielt; doch Anna Politkowskaja recherchierte und publizierte unbeirrt weiter - bis zu ihrem gewaltsamen Tod.
14.55-15.50 Arte
360º - Geo Reportage: Der Lachszähler von Kamtschatka
Eine Reportage
(Wh. vom 02.06.2007)
19.15-20.00 Phoenix
In den Bergen des Kaukasus
Ein Film von Helmut Görlach
Wild zerklüftet türmen sich die Gipfel des Kaukasus auf einer Länge von 1.200 Kilometern zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer. Ein Randgebiet Europas, das neben unberührter Wildnis auch reiche Bodenschätze birgt. Die filmische Expedition führt von den Badestränden der quirligen Millionenstadt Sotschi in die endlosen Wälder des Westkaukasus. Das rund 300.000 Hektar große Gebiet wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Es ist ein geschütztes Refugium für Tiere und Pflanzen.
21.40-22.40 Arte
360º - Geo Reportage: Kamtschatka, kochende Erde
Eine Reportage von Wolfgang Mertin; Moderation: Simone von Stosch
Auf Kamtschatka zu arbeiten, war der Traum der Vulkanologin Ludmilla Ossipenko. Nirgendwo anders brodeln so viele heiße Quellen und gibt es so viele Feuerberge wie auf dieser Halbinsel im Osten Russlands. Der Weg dorthin führt Ludmilla Ossipenko durch verkohlte Wälder, niedergebrannt durch den Ascheregen der Vulkane. Vor 31 Jahren ereignete sich hier einer der sechs größten Ausbrüche der vergangenen 2.000 Jahre. Noch immer entströmen den Spalten giftige und brennendheiße Gase.
"360º - Geo Reportage" begleitet die Vulkanologin bei ihrer Arbeit am Rand gigantischer Krater und im sagenumwobenen Tal der Geysire. Die Vulkanologin Ludmilla Ossipenko lebt in Petropawlowsk, der größten Stadt Kamtschatkas. Sie liegt an den Ufern des Pazifiks, umgeben von hohen Vulkanketten. Hier befindet sich das zu Sowjetzeiten führende wissenschaftliche vulkanologische Institut, für dessen Zeitschrift Ludmilla arbeitet. Sie schreibt über aktive Vulkane, giftige Kraterseen und zischende Geysire. Dafür begleitet sie Wissenschaftler und Forscher überall dorthin, wo die Erde auf der Halbinsel brodelt und in Bewegung ist. Auf ihrer aktuellen Reise will Ludmilla mit einem Forscherteam zum ersten Mal dem größten Geysir Kamtschatkas, dem Velikan, auf den Grund sehen.
Mit einer eigens entwickelten Kamera wollen sie die Funktionsweise des unterirdischen Dampfkessels ergründen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hatte der Staat kaum noch Geld für die Wissenschaft, und viele junge Leute wanderten ins Ausland ab. Ludmilla Ossipenko will mithelfen, junge Wissenschaftler für die kochende Erde Kamtschatkas zu begeistern. Das ist auch das Ziel des amerikanischen Vulkanologen John Eichelberger. Seit Jahren initiiert er einen amerikanisch-russischen Studentenaustausch zwischen Alaska und Kamtschatka. Dabei entdeckte er nicht nur seine Liebe zu den Vulkanen der Halbinsel, sondern auch zu seiner russischen Kollegin.
Sonntag, 10. Juni
14.55-15.50 Arte
360º - Geo Reportage: Kamtschatka, kochende Erde
Eine Reportage
(Wh. vom Vortag)
22.30-23.45 Arte
37 Arten ein Schaf zu nutzen: Die Geschichte der Pamir-Kirgisen
Ein Dokumentarfilm von Ben Hopkins
Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte und das Alltagsleben eines kirgisischen Volksstammes, der vor fast 30 Jahren Zentralasien verließ und sich im Osten der Türkei ansiedelte. Die Kirgisen von Pamir bilden einen Stamm von 2.000 Seelen. Das Volk verließ vor 27 Jahren Zentralasien. Es hatte vor dem Kommunismus der UdSSR, vor dem chinesischen Einfluss des Maoismus und schließlich vor der Invasion der Roten Armee in Afghanistan die Flucht ergriffen und siedelte sich schließlich im Osten der Türkei an. Im Jahr 2005 besuchte ein anglo-türkisches Filmteam diese Gemeinde. Durch intensive Gespräche mit den Dorfbewohnern und szenische Nachstellungen des Alltagslebens erfährt der Zuschauer interessante Dinge zur kirgisischen Lebensweise und Geschichte.
Montag, 11. Juni
05.30-06.15 Phoenix
Masuren (1/2): In der fernen Heimat
Ein Film von Wolf von Lojewski
06.15-07.00 Phoenix
Masuren (2/2): Im russischen Grenzland
Ein Film von Wolf von Lojewski
Dienstag, 12. Juni
19.15-20.00 Phoenix
Lew Kopelew - Ein Weg von Ost nach West
Ein Film von Jürgen Bevers
Der russische Schriftsteller Lew Kopelew reiste 1980 in die Bundesrepublik aus und lebte bis zu seinem Tod 1997 in Köln. Sein Name steht für ein lebendiges Stück Zeitgeschichte, für den Wandel der deutsch-russischen Beziehungen, für einen neuen Prozess der Annäherung zwischen zwei Völkern und Kulturen.
Mittwoch, 13. Juni
12.30-13.15 mdr
Männerherzen fliegen weit: Frauensuche im Osten
Robert, 41, Verkaufscoach eines Berliner Verlagshauses ist männlich, sportlich, schlagfertig, einer, von dem man nie annehmen würde, dass er Probleme haben dürfte, eine feste Beziehung am Laufen zu halten - wie so viele seiner Artgenossen. Seit fünf Jahren wickelt er, wie Millionen andere, seine komplette Sozialisation übers Internet ab, genauer gesagt, seine Versuche, eine Lebensabschnittspartnerin zu finden. Robert beschließt, mal etwas anderes zu probieren, die triste Virtualität des Netzes mit einer anderen Welt zu tauschen, wo es vielleicht noch ein intakteres Miteinander zwischen Männern und Frauen geben könnte: Ein Jahr nach der orangenen Revolution fliegt er nach Kiew, in die von Visa-Affäre und unzähligen Sensationsberichten über willige Frauen gebeutelte Ukraine. Er trifft dort auf eine skurrile Welt der Heirats- und Partneragenturen, die Westmännern, vorwiegend aus den USA, Packages fürs Liebeswohl offeriert.
15.15-16.00 NDR
Die Donau: Im ukrainischen Delta
Ein Film von Josef Schwellensattl
Drei gewaltige Flussarme bilden das Donaudelta. Der nördlichste ist der größte: der Kilia-Arm. Über 130 Kilometer bildet er die Grenze zwischen der Ukraine und Rumänien. Wir folgen ihm dem ukrainischen Ufer entlang bis zur Mündung ins Schwarze Meer. Wir treffen auf bulgarische und auf moldavische Dörfer und auf die Stadt Ismail mit ihrem Hafen, den Werften und dem Markt, auf dem jeder feilbietet, was er entbehren kann und auf dem kaum einer so viel kaufen kann, wie er braucht. Ismail war bis 1791 eine türkische Festung, dann hat General Suworow sie für den Zaren erobert. Fortan war Ismail russisch, dann rumänisch und nach dem Zweiten Weltkrieg sowjetisch. Jetzt ist Ismail ukrainisch, Heimathafen der ukrainischen, ehemals sowjetischen Donauschifffahrtsgesellschaft.
In Ismail haben die Sowjets im Zweiten Weltkrieg ihre Donau-Flottille gebaut und losgeschickt Richtung Westen, gegen den Feind. Am 9. Mai, dem Tag des Sieges über Hitler-Deutschland, versammelt sich die Stadt am Hochufer über dem Delta an einem zum Denkmal erhobenen Kanonenboot. Wir haben Veteranen kennen gelernt, die als Matrosen im letzten Weltkrieg auf solchen Kanonenbooten die Donau aufwärts bis nach Wien gefahren sind. Hinter Ismail beginnt das eigentliche Delta. Das letzte Städtchen vor der Mündung heißt Vilkovo. Vilkovo setzt sich aus mehreren Inseln zusammen. Die Menschen hier nennen ihre Stadt gerne "das kleine Venedig", denn wie Venedig ist das Städtchen von Kanälen durchfurcht und wie in Venedig ist das Boot das Hauptverkehrsmittel. Vilkovo ist nicht alt: Vor gut 300 Jahren erst sind die Menschen in diese Wildnis aus Schilf, Sumpf und Wasser gekommen. Sie wurden von den Soldaten des Zaren verfolgt, weil sie sich der Glaubensreform des Patriarchen Nicon widersetzten. Man nennt sie deshalb bis heute die Altgläubigen oder Lipovaner. Die Lipovaner sind Fischer. Sie und die Naturschützer vom Biosphärenreservat nehmen uns schließlich auf ihren Booten mit hinaus in das Delta, in eine Wildnis aus Seen, Inseln, Lagunen, Schilf und Urwald.
Donnerstag, 14. Juni
15.15-16.00 NDR
Der Zug der Träume: Von Berlin bis an die Wolga
Ein Film von Klaus Schwagrzinna
Jeden Sonnabend fährt ein russischer Zug von Berlin nach Saratow an der Wolga - 2.780 Kilometer, 45 Stunden Fahrtzeit über Polen und Weißrussland nach Saratow, eine der größten Städte Russlands und einst die Stadt der Wolga-Deutschen. Der Zug ist immer voll. Männer und Frauen, fliegende Händler aus Russland und aus Weißrussland, die in Berlin Waren einkaufen und zu Hause verkaufen, Kleidung, Kosmetika, Elektrogeräte, was sich gerade so anbietet und natürlich möglichst am Zoll und der Steuer vorbei. Die Herrscherinnen über den Zug sind die beiden Schaffnerinnen, kleine Königinnen, weil sie gute Beziehungen zu den Zöllnern haben und für die Händler daher ganz wichtig sind. Es gibt aber auch andere Reisende wie Olga, eine russische Lehrerin, die drei Monate bei ihrem deutschen Freund war und sich nicht entscheiden kann, ob sie nun endgültig Russland verlassen und nach Deutschland ziehen soll. Die Waggons werden mit Kohleöfen geheizt, aber aus dem Samowar gibt es immer heißen Tee. Und jeder Bahnhof unterwegs ist ein kleiner Basar. Alte Frauen kommen an die Zugfenster und bieten selbst gemachtes Essen an, dazu Brot und Würste und natürlich Wodka und eingelegte Gurken.
20.15-21.00 NDR
Als die Deutschen weg waren (1/3: Tollmingkehmen in Ostpreußen
Ein Film von Christian Schulz
Tollmingkehmen war vor dem Krieg ein Kirchdorf nahe der berühmten Rominter Heide, zwanzig Kilometer von der damaligen Grenze zu Litauen entfernt. Im Oktober 1944 wird es evakuiert, russische Truppen besetzen das von Deutschen verlassene Dorf - es ist der Anfang vom Ende des alten Ostpreußen. Die politische Führung in Moskau will das nördliche Ostpreußen nie wieder hergeben und beginnt umgehend damit, es zu einem sowjetischen Musterland umzubauen. Sofort wird das deutsche Eisenbahnnetz herausgerissen und durch neue Schienen mit russischer Spurbreite ersetzt - die Rominter Heide mit ihren mächtigen alten Kiefern wird dabei fast vernichtet. Nichts soll an deutsche Traditionen und Geschichte erinnern.
Ein beispielloses Experiment beginnt, eine "tabula rasa", mit neuen Menschen, die die entvölkerte Gegend besiedeln sollen. Tollmingkehmen wird, wie alle Orte, umbenannt; es heißt fortan Tschistye Prudy. Die Sowjetunion schickt bis Mitte der 1950er-Jahre fast 190.000 Neusiedler in die Region, darunter viele, denen der Krieg Haus, Heimat und Familie genommen hat und die hier neu anfangen wollen. Ganze Familien und Dorfgemeinschaften werden in der Sowjetunion angeworben, das neue Land im Westen unter den Pflug zu nehmen. Der ostpreußischen Kulturlandschaft wird das sowjetische System übergestülpt - kollektivierte Landwirtschaft, Aussaat und Ernte nach Plan, ohne Kenntnisse der Klima- und Bodenverhältnisse.
Die Dokumentation erzählt am Schicksal eines Dorfes die Verwandlung des ehemaligen nördlichen Ostpreußens in die Kaliningrader Oblast. Ehemalige Bewohner des deutschen Ortes Tollmingkehmen erinnern sich in dieser ersten Folge der Dokumentationsreihe, wie es vor dem Krieg dort aussah, und berichten, wie sie die ersten Nachkriegsmonate unter sowjetischer Besatzung erlebten, bevor sie vertrieben wurden. Erstmals erzählen russische Zeitzeugen von ihrer Neuansiedlung in diesem ostpreußischen Ort: über ihre ersten Eindrücke, ihre Schwierigkeiten in den ersten Hungerjahren mit der Landwirtschaft und der Versorgung und nicht zuletzt über die systematische Vernichtung deutscher Traditionen und Wurzeln vor Ort. Und wie schwer es war, hier eine neue Heimat zu finden. Zahlreiche Dokumente aus Kaliningrader Archiven, teilweise noch auf der Rückseite deutscher Papiere geschrieben, belegen minutiös die entscheidenden Momente, Beweggründe und politischen Maßnahmen der Sowjetisierung einer deutschen Kulturlandschaft.
Freitag, 15. Juni
15.15-16.00 NDR
Als die Deutschen weg waren (1/3): Tollmingkehmen in Ostpreußen
Ein Film von Christian Schulz
(Wh. vom Vortag)
20.15-21.00 Phoenix
Russlands Nordwesten - Von St. Petersburg auf die Kola-Halbinsel
Ein Film von Ute Werner
Diese filmische Reise führt in den europäischen Teil Russlands. Dennoch ist es eine Reise in eine ferne Welt - von der Weltstadt Sankt Petersburg in das über 1.000 Kilometer entfernt liegende Gebiet der Tundra und Taiga
Samstag, 16. Juni
07.30-08.15 Phoenix
Russlands Nordwesten - Von St. Petersburg auf die Kola-Halbinsel
Ein Film von Ute Werner
Sonntag, 17. Juni
14.45-15.30 Hessen3
nix wie raus ... Flusskreuzfahrt Russland
Eine romantische Flusskreuzfahrt mit der MS A. Puschkin, die zwei ebenso bedeutende wie unterschiedliche Metropolen miteinander verbindet und zugleich einen Einblick in das ländliche Russland gewährt. Die Reise beginnt in Moskau, dem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Landes, und endet in Sankt Petersburg, das wegen seiner europäischen Eleganz und seinen ausgedehnten Wasserstraßen auch als "Venedig des Nordens" bezeichnet wird. Zwischen den beiden Städten liegt der 1.100 Kilometer lange Wolga-Ostsee-Wasserweg. Er führt durch gewaltige Naturseen, Stauseen und Flüsse, die durch zahlreiche Kanäle und Schleusen miteinander verbunden sind. Am Ufer wechseln sich Tannen und Birkenwälder mit malerischen Dörfern ab. Zu den Höhepunkten der Fahrt gehören die Museumsinsel Kischi mit ihren einmaligen hölzernen Kirchenbauten und das Kirillo-Belozerskij-Kloster, dem Iwan der Schreckliche seine Geburt verdanken soll.
14.40-15.25 WDR
Die Eisenbahn vom Baikal zum Amur
Ein Film von Wolfgang Mertin
Montag, 18. Juni
02.00-02.45 Hessen3
nix wie raus ...Flusskreuzfahrt Russland
21.00-21.25 3sat
Rund ums Weiße Meer - Russlands wilder Norden
Ein Film von Stephan Stuchlik
Riesige Wälder, vergessene Dörfer, unberührte Seen - wenig hat das Klischeebild der Russen von sich selbst so geprägt wie der Norden ihres Riesenreichs. Die Gegend um das Weiße Meer, ein Teil des Arktischen Ozeans zwischen der Kola-Halbinsel und der Gegend um Archangelsk, hat davon im Übermaß. Neben Fischerhütten und Holzkirchen finden sich Marksteine russischer Geschichte: zum Beispiel die Solovkie-Inseln mit ihrer einzigartigen Klosteranlage und die Handelsstadt Archangelsk mit Holzhafen und Nordmeerflotte. Aber auch Überreste des Gulags, die profitabelste Raketenbasis der Welt in Plesezk sowie die größte U-Boot-Werft der ehemaligen Sowjetunion befindet sich in der Gegend um das Weiße Meer. Eine Weltreise zwischen Fischern, Äbten, Bootsbauern und Raumfahrern.
Dienstag, 19. Juni
02.55-03.40 Phoenix
Russlands Ströme - Russlands Schicks: Ritt auf dem Schwarzen Drachen: Der Amur
Ein Film von Anne Gellinek, ZDF/2001
03.40-04.25 Phoenix
Russlands Ströme - Russlands Schicks: Klöster, Kriege, Kaviar: Die Wolga
Ein Film von Dirk Sager und Frank Vieltorf, ZDF/2001
04.25-05.10 Phoenix
Russlands Ströme - Russlands Schicks: Blut und Diamanten - Die Lena
Ein Film von Dietmar Schumann und Hartmut Seifert, ZDF/2001
05.10-05.15 Phoenix
Weiße Nächte in St. Petersburg
Ein Film von Ina Ruck, WDR/2005
15.15-16.00 NDR
Für Gott, Zar und Vaterland - Die Auferstehung der Don-Kosaken
Ein Film von Ingrid Maria Bandmann
Als Krieger der russischen Zaren und Verteidiger der russisch-orthodoxen Kirche eroberten die Kosaken auf ihren Pferden ganz Sibirien und große Teile Zentralasiens. Ihre Reitkünste waren so legendär wie ihr Mut und ihre Treue, deshalb hatten auch chinesische und deutsche Kaiser kosakische Regimenter als Leibgarde. Als das alte Russland unterging, wurden Millionen Kosaken ermordet, ihre Traditionen fast ausgelöscht.Die Hauptkirche der alten Kosaken-Hauptstadt Starotscherkassk steht noch als Ruine auf dem Friedhof der Kosakenführer, der Atamane. Heute darf wieder der vielen toten Kosaken gedacht werden. Die Don-Kosaken, ihr tief verwurzelter Glaube, ihre Lebenshaltung und Kultur prägen heute wieder das Leben rund um Starotscherkassk nahe der Millionenstadt Rostov. Das Kloster wurde der russisch-orthodoxen Kirche zurückgegeben und spielt heute wieder eine wichtige Rolle im Leben der gläubigen Kosaken. Die Klavierlehrerin Jevgenia und deren Mutter Warwara erziehen fünf Waisenkinder nach orthodoxen Regeln. Unter ihnen ist Andrej, der von seinem leiblichen Vater nach dem Tod der Mutter in einer Hundehütte ausgesetzt wurde. Andrej wird mit anderen Kosakenjungen unter der Obhut des Mönchs Sofronij in den kosakischen Traditionen erzogen und ausgebildet. Sie lernen Reiten, Fechten, Tanzen und die Regeln eines Lebens im orthodoxen Glauben. Einfühlsam berichtet der Film über die Auferstehung der Don-Kosaken und ihren Alltag am Don.
Mittwoch, 20. Juni
15.45-16.10 RBB
Weltreisen -Mein Russland: Russisch Baden-Baden im Kaukasus
Ein Film von Albrecht Reinhardt
Das Gebiet um die Stadt Stawropol gehört zu den lieblichsten und schönsten Regionen Russlands. In der Hügellandschaft am Fuße des Kaukasus entstanden im 19. Jahrhundert elegante Kurpavillons aus venezianischem Glas, Spielcasinos zur Zerstreuung des russischen Adels und Operettentheater für die leichte Muse des Fin de Siècle, kurz: Nobeltreffs nach dem Vorbild mondäner europäischer Kurorte wie Baden-Baden. Im so genannten Stawropoler Kray begann im darauf folgenden Jahrhundert auch der Aufstieg von Michail Gorbatschow. Hier besiegelten er und der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl bei einer fast privaten Begegnung die deutsche Einheit. In dieser "Weltreise" sucht der ARD-Moskau-Korrespondent Albrecht Reinhardt nach den Spuren der versunkenen Vergangenheit und begegnet Menschen, die heute das Gesicht dieser Region prägen. Die strickenden Karatschaierinnen gehören einem kleinen Kaukasusvolk an, das Stalin im zweiten Weltkrieg deportieren ließ. In den 50er Jahren durften sie in ihre alte Heimat zurückkehren. Ihre bunten Schals und Umhänge verkaufen sie im Kurpark von Kislowodsk, dem russischen Baden-Baden.
22.20-22.30 Arte
Mit offenen Karten Stereo - Armenien
Ein Geopolitisches Magazin von Jean-Christophe Victor
Anlässlich des Armenien-Jahres 2007 in Frankreich befasst sich "Mit offenen Karten" speziell mit diesem Land. Heute wirft das geopolitische Magazin einen Blick auf die sehr aktive Rolle der armenischen Diaspora in dem kleinen Kaukasusstaat.
22.30-00.00 Arte
Vodka Lemon
Ein Spielfilm von Hiner Saleem
Sieben Dollar Rente pro Monat, ein alter Schrank, ein Fernseher und eine sowjetische Militäruniform - das ist Hamos ganzes Kapital. Der rüstige 60-Jährige lebt in einem verschneiten, armenischen Dorf, jeden Tag fährt er mit dem Bus zum Friedhof, um das Grab seiner Frau zu besuchen. Eines Tages lernt er dort die hübsche Witwe Nina kennen ...
Tiefstes, postsowjetisches Armenien - verschneit, arm und abgeschnitten vom Rest der Welt: In einem kleinen kurdischen Bergdorf lebt Hamo, ein rüstiger 60-Jähriger, mit seiner Enkelin und einem seiner drei Söhne. Jeder ist hier damit beschäftigt, im harten Winter irgendwie über die Runden zu kommen. Arbeit gibt es sowieso keine mehr und wenn Hamo neben seiner mickrigen Rente von sieben Dollar pro Monat etwas Geld auftreiben will, sieht er sich gezwungen, sein spärliches Hab und Gut zu verkaufen: erst den Kleiderschrank, dann den Fernseher und schließlich eine alte sowjetische Militäruniform. Wer jung und mutig genug ist, zieht weg, so wie das einer von Hamos Söhnen längst getan hat. Die wenigen Kontakte nach draußen geben den Einwohnern Zuversicht auf bessere Zeiten, lassen sie auf Geld oder einen Job hoffen. Doch Hamos Hoffnung wird jedes Mal wieder enttäuscht, denn sein Sohn schickt ihm zwar Briefe aus dem fernen Frankreich, doch nie findet sich das ersehnte Geld im Umschlag. Jeden Tag fährt Hamo mit dem Bus auf den Friedhof, wischt den Schnee vom Grab seiner Frau und stattet ihr treu Bericht über die neuesten Vorkommnisse ab. Einige Reihen weiter sitzt die Wodka Lemon-Verkäuferin Nina und wischt ihrerseits den Schnee vom Grab ihres Mannes. Alles scheint hoffnungslos und düster. Doch als Hamo anfängt, Nina den Hof zu machen, kommt endlich wieder Farbe in das Leben der beiden ...
Diese bizarre und tragikomische Geschichte erinnert daran: Wenn man nichts mehr hat, bleibt immer noch das Größte: die Liebe und der Wodka. Ausgestattet mit liebenswürdigem Humor und Sinn fürs Absurde betrachtet Regisseur und Drehbuchautor Hiner Saleem den tristen Alltag der kurdischen Dorfbewohner lieber mit einem lachenden als mit einem weinenden Auge, und lässt seine Zuschauer mit den Figuren mitleiden und mitlachen.
Gedreht wird "Vodka Lemon" in den armenischen Bergen unter harten Bedingungen: zwei Monate Schnee und Kälte - fast alle Szenen sind in der freien Natur gedreht, bei minus 25 Grad Celsius und ständigem Schneefall, eingeschneiten Drehorten und eingefrorenem Material. Die Arbeit hat sich gelohnt: Mit einer träumerisch-schönen Bildsprache gewährt der Film Einblicke in eine fremde Welt, in der die Uhren langsamer laufen als im westlichen Europa. Bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig 2003 wurde "Vodka Lemon" mit dem San Marco Preis ausgezeichnet.
Hiner Saleem, im kurdischen Nordirak geboren, verlässt das Land bereits mit 17 Jahren, um dem Regime von Saddam Hussein zu entkommen. Seitdem setzt er sich für die Anerkennung der Rechte des kurdischen Volkes ein. Hiner Saleem lebt seit über zehn Jahren in Paris, doch in seinen Kinofilmen bleibt er seiner Heimat treu und behandelt die Probleme der Kurden auf seine Art: zwischen Ernst und Spaß, zwischen Drama und Komödie. Seinen ersten Spielfilm mit dem französischen Titel "Vive la mariée... et la libération du Kurdistan" (1997) dreht Hiner Saleem in den kurdischen Vierteln von Paris. Nach "Beyond Our Dreams" (1999) und seinem dritten Kinofilm "Vodka Lemon" veröffentlicht er 2005 die Autobiografie "Das Gewehr meines Vaters. Eine Kindheit in Kurdistan". "Kilomètre zéro" (2005), der während des Irak-Iran-Kriegs Ende der 80er Jahre spielt, ist die erste irakische Filmproduktion nach dem dritten Golfkrieg, was dem Film große internationale Aufmerksamkeit beschert, unter anderem im Rahmen des Film Festivals von Cannes.
Donnerstag, 21. Juni
04.30-04.40 Arte
Mit offenen Karten: Armenien
Ein Magazin
(Wh. vom Vortag)
09.40-09.55 Arte
Mit offenen Karten: Armenien
Ein Magazin
(Wh. vom Vortag)
20.15-21.00 NDR
Als die Deutschen weg waren (2/2):Groß Döbern, Schlesien
Ein Film von Hans-Dieter Rutsch
1945: Drei Millionen Deutsche werden aus Schlesien vertrieben. Ihren Platz sollen polnische Bürger, die von der sowjetischen Staatsmacht aus der Ukraine gejagt werden, einnehmen. Die größte Völkerwanderung in der schlesischen Geschichte beginnt. Am Beispiel der heute über zehntausend Einwohner zählenden oberschlesischen Gemeinde Dobrzèn Wielki, dem einstigen Groß Döbern, erzählt der zweite Teil der Dokumentationsreihe von den Folgen dieser Polonisierung. In Groß Döbern werden die Deutschen nach 1945 "sortiert": Wer schlesisch spricht, ein Gemisch aus deutsch, polnisch und tschechisch, soll dort bleiben und einen polnischen Namen annehmen. Der neuen polnischen Staatsmacht dienen diese Deutschen als Beleg dafür, dass Schlesien eigentlich urpolnisches Gebiet sei. Doch diese Deutschen können sich 1945 nicht auf polnisch verständigen und sowohl die deutsche als auch die schlesische Sprache sind in der Schule ab sofort streng verboten.
Wer kann, entflieht diesem Chaos in Richtung Westen und lässt Haus und Hof zurück. Die "neuen" Schlesier kommen in Güterzügen aus Ostpolen und werden auf die von Deutschen verlassenen Häuser in Schlesien verteilt. Ihre Heimat lässt sich die Sowjetunion mit dem Potsdamer Abkommen als Kriegsentschädigung zusprechen. Auch diese Polen sind Vertriebene und müssen ihr Hab und Gut sowie ihre Häuser in den jetzt sowjetischen und ehemals polnischen Gebieten zurücklassen. Wie alle deutschen Schlesier schenkt auch die Familie von Johanna Kutzera in Döbern den politischen Erklärungen aus Deutschland, Schlesien würde nicht dauerhaft polnisch bleiben, zunächst Glauben. Doch Ende der 1950er-Jahre ahnt auch sie: Schlesien wird polnisch bleiben.
Mit dieser Perspektive beginnt der tragische Zerfall der Familie, teils durch Ausreise in die DDR und in die Bundesrepublik Deutschland, teils durch dramatische Flucht. Diejenigen, die in Polen zurück bleiben, sind zunehmend entwürdigenden Schikanen durch Nachbarn oder polnische Behörden ausgesetzt. In den 1960er-Jahren beruhigt sich die Lage allmählich. Der deutsche und der polnische Teil der Familie wächst durch Eheschließungen der Kinder zusammen. Aber noch immer fliehen die ehemaligen Deutschen, wenn sich eine Möglichkeit bietet. Nur jeder dritte Deutsche bleibt in Döbern und versucht, Reste der schlesischen Identität zu bewahren. Polen und Deutsche suchen heute nach Wegen für eine dauerhafte Aussöhnung.
Freitag, 22. Juni
16.00-16.45 NDR
Auf der Kurischen Nehrung
Ein Film von Wolfgang Wegner
Die Kurische Nehrung mit ihren endlos langen Sandstränden, den geheimnisvollen Lichtspiegelungen und den zweithöchsten Dünen Europas zählt zu den europäischen Traumlandschaften. Etwas mehr als die Hälfte der knapp hundert Kilometer langen Nehrung gehört zu Litauen, der andere Teil zu Russland. Die Nehrung trennt das Kurische Haff von der Ostsee. Ein NDR Fernsehteam hat im Sommer 2006 die Kurische Nehrung bereist, die auch zu deutscher Zeit als Traumziel galt. Ortsnamen wie Sandkrug, Erlenhain, Schwarzort oder Nidden im litauischen Teil, Pillkoppen oder Rossitten im russischen Teil, waren Inbegriff von Reisezielen der Sehnsucht, von Ostseeromantik und heiler Welt. In Nidden hat Thomas Mann mit seiner Familie viele Sommer verbracht; auch Ernst Wiechert und Carl Zuckmayer hielten sich hier auf. Und schon Wilhelm von Humboldt schrieb 1809: "Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, dass man sie eigentlich ebenso gut als Spanien oder Italien gesehen haben muss, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll." An vielen Orten auf der Nehrung scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Die Häuser von Nidden, litauisch: Nida, sehen noch aus wie früher. Draußen hängen die Netze der Fischer zum Trocknen. Das Filmteam begegnet unterschiedlichen Menschen auf der Kurischen Nehrung: Christel Tepperis ist eine der letzten hier geborenen Deutschen und gehört zu den ganz wenigen, die noch kurisch sprechen, die alte Sprache der Fischer von der Nehrung. Die junge Litauerin Aujra Feser hat zusammen mit ihrem Mann Werner ein kleines Touristik-Unternehmen gegründet und bringt nun Gästen aus aller Welt die Schönheit der Nehrung und des Haffs nahe. Es gibt ein Treffen mit dem Leuchtturmwärter von Nidden und dem Förster aus dem Elchwald sowie einem pensionierten Kurenkahn-Kapitän und einem passionierten Bernsteinsammler. Unterwegs mit litauischen Grenzschützern und einem Fischer auf dem Kurischen Haff wird eine filmische Reise zwischen heute und gestern, zwischen Gegenwart und Vergangenheit, gezeigt. Seitdem Litauen der Europäischen Union beigetreten ist, liegt die Kurische Nehrung nicht mehr in unerreichbarer Ferne, sondern mitten in Europa.
Samstag, 23. Juni
11.00-11.10 Arte
Mit offenen Karten: Armenien
Ein Magazin
(Wh. vom 20.06.2007)
18.02-18.30 RBB
Deutscher Pass - Russische Seele - Die Kinder der Spätaussiedler
Ein Film von Christel Sperlich
Sieben Jahre alt war Diana, als sie mit ihrer Schwester Ella und den Eltern aus Kasachstan nach Deutschland kam. Jung genug, um sich in der neuen Welt zu orientieren und anzupassen. Anfangs schämte sie sich, weil alle "Scheiß-Russen!" riefen. Jetzt ist Diana 17 und stolz auf ihre Herkunft. Jedes Wochenende trifft sie sich mit ihren Landsleuten in der Russendisco. Allerdings hätten sie und ihre Schwester Ella in Kasachstan bestimmt bessere Noten, glaubt Diana. Dort gäbe es mehr Disziplin und Strenge. Diana ist dabei, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Mit zwei Fünfen hat sie nicht die besten Chancen auf dem Lehrstellenmarkt. Doch sie ist zuversichtlich. Schließlich bekamen ihre Eltern auch immer wieder einen Job. In ihrer Plattenbauwohnung in Friedrichshain hat die Familie alles, was sie für ein schönes Leben brauchen. Doch das eigentliche Glück seien ihre Kinder, sagen die Eltern, und die Hoffnung auf eine Zukunft.
Sonntag, 24. Juni
03.50-04.30 Phoenix
Bären, Götter, Kaiserschnitt: Unterwegs durch Russlands wilden Osten
Ein Film von Anja Bröker, PHOENIX/2005
03.00-03.30 NDR
Durchs alte Kurland -Von Nidden bis Riga
Ein Film von Tilmann Bünz
Kurland war einmal eine kleine Großmacht, deren Einfluss bis zur Karibikinsel Tobago reichte. Heute ist Kurland Teil von Litauen und Lettland, die selbst eine bewegte Geschichte unter vielen Fremdherrschern hinter sich haben. Deutsche und Russen haben hier tiefe Spuren hinterlassen. Tilmann Bünz und sein Team beginnen ihre Reise auf der Kurischen Nehrung, einer hundert Kilometer langen Düne zwischen Haff und Ostsee. Ein magischer Ort, mit Sanddünen wie sonst nirgends in Europa. "Großartig und primitiv", notierte Sommergast Thomas Mann. Schön und karg. Die Strände der Nehrung sind so einzigartig in der Welt, dass die UNESCO sie zum Weltkulturerbe erklärt hat. Die baltischen Staaten sind Nachzügler in Europa. Sie machen Klimmzüge, um Anschluss zu bekommen. Der litauische Erfinder Petras ist einer von denen, die nie aufgeben. Weil neue Traktoren zu teuer sind, hat er sich aus alten Treibstofftanks eine Werkstatt gebaut und rüstet alte Autos zu Treckern und Pferdewagen um. In Liepaja, dem kleinen St. Petersburg Lettlands, waren einmal 25.000 sowjetische Soldaten stationiert. Der Kriegshafen "Karosta" war auf keiner Karte verzeichnet, hier lagen die sowjetischen U-Boote. Nach dem Abzug steht die Hälfte der Wohnblocks leer. Die Reise endet in Lettlands Hauptstadt - der Hochburg des Jugendstils und einer der schönsten Städte der Welt - auf den Spuren eines berühmten Sohnes der Stadt: Heinz Erhardt.
22.15-23.15 Phoenix
Der Kreml - Im Herzen Russlands
Ein Film von Eric Friedler und Natalia Kasperovic
"Über Moskau ist der Kreml und über dem Kreml ist nur Gott" - Mit diesem Sprichwort beschreiben die Russen voller Ehrfurcht die Bedeutung dieses Bauwerks. Hinter den Mauern der Festung, deren unterste Schichten bis in 12. Jahrhundert zurück reichen, schlägt das Herz des Landes.
Montag, 25. Juni
12.00-12.30 RBB
Deutscher Pass - Russische Seele - Die Kinder der Spätaussiedler
Ein Film von Christel Sperlich
(Wh. vom 23.06.2007)
14.55-16.20 Arte
Vodka Lemon
Ein Spielfilm
(Wh. vom 20.06.2007)
16.20-16.35 Arte
Samstag, 30. Juni
05.50-06.30 Phoenix
Masuren (1/2): In der fernen Heimat
Ein Film von Wolf von Lojewski, ZDF/2003
06.30-07.15 Phoenix
Masuren (2/2): Im russischen Grenzland
Ein Film von Wolf von Lojewski, ZDF/2003
07.30-08.15 Phoenix
Russlands Küsten - Russlands Sehnsucht (1/3): Die Straße der Eisberge - Mit Dirk Sager auf der Nord-Ost-Passage
Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2003
Sonntag, 01. Juli
00.40-01.25 Phoenix
Mythos Ural -Vom Polarkreis ins Tal der Petschora
Ein Film von Albrecht Reinhardt
01.25-02.10 Phoenix
Mythos Ural - Gold, Edelsteine und ein toter Zar
Ein Film von Albrecht Reinhardt
02.10-02.40 Phoenix
Russland zu Fluss: Von St. Petersburg nach Moskau
Ein Film von Heidi Sämann
02.40-03.10 Phoenix
Nasdorowje! Der Wodka - Treibstoff der russischen Seele
Ein Film von Anja Bröker
03.10-03.55 Phoenix
Russlands kaltes Herz (1/2): Eine Sommerreise auf dem Ob
Ein Film von Andreas Voigt
03.55-04.40 Phoenix
Russlands kaltes Herz (2/2): Entlang des Ob zum Polarkreis
Ein Film von Andreas Voigt, SWR/2005
04.40-05.20 Phoenix
Der Rote Platz - Russlands Mausoleum
Ein Film von Rob Hof
05.20-06.05 Phoenix
Russlands starke Frauen
Ein Film von Sonia Mikich, Udo Lielischkies, Albrecht Reinhardt und Ina Ruck
06.05-06.50 Phoenix
Frühling für St. Petersburg - Die Stadt der Zaren wird 300
Ein Film von Dirk Sager
06.50-07.30 Phoenix
Eine russische Zeitreise - Von St. Petersburg bis Wolgograd
Ein Film von Britta Hilpert
07.30-08.15 Phoenix
Beiderseits der Oder - Po obu stronach odry
Ein deutsch-polnisches Magazin (38. Ausgabe)
Moderation: Robin Lautenbach
14.40-15.25 WDR
Der Lachszähler von Kamtschatka
Ein Film von Wolfgang Mertin
Am äußersten Zipfel Russlands, zwischen Asien und Alaska, liegt Kamtschatka - eine Halbinsel mit glasklaren Flüssen, kochenden Seen und bis zu 4.000 Meter hohen feuerspeienden Vulkanen. Es ist eines der letzten Naturparadiese der Welt, eine unvergleichlich schöne aber auch raue Landschaft. Wer in dieser Abgeschiedenheit lebt, muss vieles entbehren und hat oft einen ungewöhnlichen Beruf: So wie Alexej Maslow, der Lachszähler von Kamtschatka. Rund 200 Flüsse fliegt er pro Saison im Hubschrauber ab, um zu schätzen, wie viele Lachse darin ziehen. Fische zählen im Flug - wie geht das?
Länder-Menschen-Abenteuer begleitet Alexej Maslow auf seinen Flügen durch die Wildnis und lüftet das Geheimnis des Lachszählers. Tagelang ist Alexej mit dem Hubschrauber unterwegs, ohne auf eine Stadt oder eine Siedlung zu stoßen. Jährlich kehren die Lachse in riesigen Schwärmen aus dem Pazifik hierher auf die Halbinsel zurück, um sich zu paaren und dann zu sterben. Es ist Alexejs Aufgabe, aus der Luft zu schätzen, wie viele es genau sein werden. Seine Schätzungen beeinflussen die staatliche Fangquote und damit auch die Preise an den amerikanischen Warenterminbörsen, wo der Pazifiklachs hoch gehandelt wird.
Der Lachs ist auf Kamtschatka aber nicht nur Lebensgrundlage vieler Menschen, sondern auch der riesigen Braunbären. Bis zu 50 Kilogramm Lachs fressen erwachsene Kamtschatka-Bären am Tag, und wagen sich bei ihren Fischzügen auch schon mal bis in die Siedlung der Forscher vor. So lebt Alexej schon seit 25 mit den Bären und den Lachsen. Doch in den letzten Jahren spürt auch er eine Veränderung, beginnt um sein Paradies zu fürchten: "Wir spüren schon den Griff danach - sie bauen Pipelines und es soll Gold abgebaut werden. Aber wir wissen doch: nach dem Öl und dem Gold wird es keinen Platz mehr für solch ein Leben geben."
19.15-20.00 Phoenix
Die Kinder des Vater Nikolai
Ein Film von Wolfgang Mertin
Russische Behörden gehen davon aus, dass es nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre zur Zeit über zwei Millionen obdachlose Kinder im Land gibt. Der russisch-orthodoxe Priester Nikolai Stremski und seine Frau Galina begannen 1992, elternlose Kinder zu adoptieren. Der Film begleitet das turbulente Familienleben mit mittlerweile 60 Adoptivkindern.
Montag, 02. Juli
23.45-01.15 NDR
Kurische Nehrung
Ein Film von Volker Koepp
Wo die Memel durch ein Delta ins Haff mündet, trennt eine Landzunge Ostsee und Haff: Die Kurische Nehrung ist ein 98 Kilometer langer Streifen Land, der Cranz (Selenogradsk) im Süden mit Sandkrug (Smiltyne) im Norden verbindet. Vom Ufer des Haffs bis zum Strand der Ostsee sind es dabei oft nur wenige Hundert Meter. Hin und wieder haben Sturmfluten die Nehrung geteilt. Zwischen Kiefern und Erlen hat der Wind die Wanderdünen vor sich hergeschoben: Der Sand hat manches Dorf begraben, und damit sarmatische Ufer, baltische Völker und Jahrhunderte deutscher Geschichte. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg wird die eine Hälfte der Kurischen Nehrung mit dem Memelland litauisches Staatsgebiet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird der bis dahin noch deutsche Teil dem russischen Kaliningradskaja Oblast, dem Königsberger Gebiet, zugeschlagen und ist für Jahrzehnte unerreichbar.
Filmautor Volker Koepp und Kameramann Thomas Plenert zeigen eine Landschaft und ihre Bewohner. Die Orte liegen zwischen den Dünen beiderseits der Grenze: Nidden, das litauische Nidda, und Rossitten, russisch: Rybatschi. Seit dem 19. Jahrhundert werden die Kurische Nehrung und das Fischerdorf Nidden von Reisenden, Malern und Schriftstellern entdeckt: Wilhelm von Humboldt, dem ohne die Kurische Nehrung ein wundervolles Bild in der Seele fehlen würde, Lovis Corinth, Max Pechstein und Thomas Mann, der sich in Nidden ein Sommerhaus baut. Nach dem Krieg muss Litauen Sowjetrepublik werden. Doch anders als im russischen Teil der Nehrung bleiben einige Deutsche in ihren Heimatorten, wie Renate, die 1961 einen russischen Matrosen geheiratet hat und in eigensinnig schönem Deutsch aus ihrem Leben erzählt.
In Rossitten werden wie überall im nördlichen Ostpreußen nach 1945 die zurück gebliebenen Deutschen abtransportiert. Dafür werden Menschen verschiedener Nationalitäten aus der Sowjetunion angesiedelt, zum Beispiel der russische Filmvorführer, der arbeitslos geworden ist, oder der Fischer und seine Frau, die verliebt im Gartenlokal sitzen und sich ein zweites Kind wünschen. Allen gemein ist der trotzige Optimismus, mit dem sie dem Leben entgegentreten. Die Kurische Nehrung wurde in die UNESCO-Liste des Welterbes als eine " ... Kulturlandschaft, die ein Beispiel der harmonischen Koexistenz von Natur und Mensch darstellt ..." aufgenommen.
Dienstag, 03. Juli
01.00-01.45 WDR
Der Lachszähler von Kamtschatka
Ein Film von Wolfgang Mertin
Am äußersten Zipfel Russlands, zwischen Asien und Alaska, liegt Kamtschatka - eine Halbinsel mit glasklaren Flüssen, kochenden Seen und bis zu 4.000 Meter hohen feuerspeienden Vulkanen. Es ist eines der letzten Naturparadiese der Welt, eine unvergleichlich schöne aber auch raue Landschaft. Wer in dieser Abgeschiedenheit lebt, muss vieles entbehren und hat oft einen ungewöhnlichen Beruf: So wie Alexej Maslow, der Lachszähler von Kamtschatka. Rund 200 Flüsse fliegt er pro Saison im Hubschrauber ab, um zu schätzen, wie viele Lachse darin ziehen. Fische zählen im Flug - wie geht das?
Länder-Menschen-Abenteuer begleitet Alexej Maslow auf seinen Flügen durch die Wildnis und lüftet das Geheimnis des Lachszählers. Tagelang ist Alexej mit dem Hubschrauber unterwegs, ohne auf eine Stadt oder eine Siedlung zu stoßen. Jährlich kehren die Lachse in riesigen Schwärmen aus dem Pazifik hierher auf die Halbinsel zurück, um sich zu paaren und dann zu sterben. Es ist Alexejs Aufgabe, aus der Luft zu schätzen, wie viele es genau sein werden. Seine Schätzungen beeinflussen die staatliche Fangquote und damit auch die Preise an den amerikanischen Warenterminbörsen, wo der Pazifiklachs hoch gehandelt wird.
Der Lachs ist auf Kamtschatka aber nicht nur Lebensgrundlage vieler Menschen, sondern auch der riesigen Braunbären. Bis zu 50 Kilogramm Lachs fressen erwachsene Kamtschatka-Bären am Tag, und wagen sich bei ihren Fischzügen auch schon mal bis in die Siedlung der Forscher vor. So lebt Alexej schon seit 25 mit den Bären und den Lachsen. Doch in den letzten Jahren spürt auch er eine Veränderung, beginnt um sein Paradies zu fürchten: "Wir spüren schon den Griff danach - sie bauen Pipelines und es soll Gold abgebaut werden. Aber wir wissen doch: nach dem Öl und dem Gold wird es keinen Platz mehr für solch ein Leben geben."
15.00-16.00 SWR
Planet Wissen: Mongolei - Zwischen Steppe und Stadt
Wie vor 1.000 Jahren ziehen Nomaden durch die endlosen Weiten der Mongolei. Die Nachfahren des legendären Dschingis Khan leben noch heute in Jurten - bei den Mongolen Gers genannt - und reisen mit ihrem Vieh umher. Völlig anders als in der kargen Steppe sieht das Leben in der Hauptstadt Ulan Bator aus. Hier prallen Arm und Reich aufeinander, hier stehen Gers neben sozialistischen Plattenbauten und hier boomt seit dem Ende des Kommunismus die Wirtschaft. Die Mongolei ist ein Land voller Kontraste - ein Land, das sich im Umbruch befindet. Planet Wissen bereist die Mongolei, berichtet von dem einstigen Weltreich und davon, wie die Menschen heute dort leben. Zu Gast sind der Mongole Chinbat Hasbagana und der Archäologe Dr. Ernst Pohl. Der Informatiker Chinbat Hasbagana ist in Ulan Bator aufgewachsen, studierte in Dresden und lebt heute mit seiner Familie in Itzehoe. Dr. Ernst Pohl von der Universität Bonn reist jeden Sommer in die mongolische Steppe. Mit einem Team von Archäologen gräbt er in der ehemaligen Hauptstadt Karakorum nach den verborgenen Schätzen des einstigen Weltreichs. Moderation: Birgit Klaus, Dennis Wilms
Donnerstag, 05. Juli
06.00-06.45 Phoenix
Masuren (1/2): In der fernen Heimat
Ein Film von Wolf von Lojewski
06.45-07.30 Phoenix
Masuren (2/2): Im russischen Grenzland
Ein Film von Wolf von Lojewski, ZDF/2003
Freitag, 06. Juli
13.30-14.15 Hessen3
Länder - Menschen - Abenteuer: Armenien - biblisches Land am Kaukasus
Ein Film von Ute Werner
Um Armenien spinnen sich viele Legenden: Die Arche Noah soll auf dem Ararat gelandet sein, und der Überlieferung nach wurde bereits im Jahr 301 das Christentum zur Staatsreligion. Damit ist Armenien das älteste christliche Land der Welt - beeindruckende alte Kirchen, Klöster und Kreuzsteine zeugen davon. Die armenisch-apostolische Kirche hat während der oft tragischen Geschichte des Landes die Identität des Volkes bewahrt. Fährt man in die Hauptstadt Eriwan und durch das Land, lernt man den Alltag und die Freundlichkeit der Menschen kennen und trifft auf eine abwechslungsreiche Landschaft in etwa 2.000 Meter Höhe. Das Land am Kleinen Kaukasus ist ein Land der erloschenen Vulkane, mit einem der größten Gebirgsseen der Welt und vielen überraschenden Blicken auf einen ihrer erhabensten Berge: den Ararat, den berühmten heiligen Berg der Armenier, der heute in der Türkei liegt.
Dienstag, 10. Juli
16.30-17.15 3sat
Russlands Nordwesten -Von St. Petersburg auf die Kola-Halbinsel
Ein Film von Ute Werner
Die Reise von St. Petersburg auf die Kola-Halbinsel ist eine Reise in eine ferne Welt. Sie führt von der wohl europäischsten aller russischen Städte in das über 1.000 Kilometer entfernt liegende Gebiet Murmansk nördlich des Polarkreises, von einer Weltstadt in die Taiga und Tundra. Ute Werner reist quer durch Russland.
Mittwoch, 11. Juli
20.15-20.40 Arte
Sommer, Sonne, Strand (3/20): Ukraine / Jalta
Eine Doku-Soap von Didier Audebert
Die 20-teilige Doku-Soap "Sommer, Sonne, Strand" besucht jene Strände der Welt, mit denen Menschen lang überlieferte Riten und Traditionen oder einfach nur Entspannung und Erholung verbinden. Überall auf der Erde - ob in China oder Algerien, Israel oder Italien, Brasilien oder Vietnam - werden Strände zum Mittelpunkt sozialen Lebens. Heute: Ukraine - Jalta. Jalta ist ein Kur- und Urlaubsort an der subtropischen Südküste der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer in der Ukraine. Seit jeher wird Jalta allen Erholungsansprüchen gerecht und hat sich seinen Ruf als Kurparadies verdient. Die von Jaltas Lage und Klima begeisterte Zarenfamilie hatte hier Ende des 19. Jahrhunderts Paläste bauen lassen und Künstler an den Ort geholt.
Nach der Oktoberrevolution wurden verdiente Arbeiter und Bauern mit einem Ferien- oder Kuraufenthalt in Jalta belohnt. 1945 wurde Jalta zu einem geschichtsträchtigen Ort: In einem Sanatorium aus der Zarenzeit wurde die Erklärung von Jalta über die Teilung Europas nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs unterzeichnet. Heute wird viel renoviert und neu gebaut und die Sanatorien haben weiterhin Zulauf. Das Leben ist zwar sehr viel teurer als zu Sowjetzeiten, doch die Freuden der Konsumgesellschaft trösten weitgehend darüber hinweg. Natürlich sind auch hier romantische Nostalgiker zu finden, die den alten Zeiten nachtrauern.
Donnerstag, 12. Juli
Kinder Europas (10/12): Wir kommen aus Litauen
19.00-19.45 Br-Alpha
20.15-21.10 3sat
Berlin - Saigon - Dirk Sagers Eisenbahnreise um die halbe Welt (2/4) Zum Höllenfeuer nach Kasachstan
Dirk Sager und sein Team haben die Grenze zu Kasachstan überquert und mit einem Jeep einen abenteuerlichen Abstecher zum Ort einer der größten, von Menschen verursachten Ökokatastrophen der Geschichte gemacht: Rostige Schiffe liegen in weißer, endloser Steppe. Zwischen den Wracks staksen Kamele und scharren auf der Suche nach Nahrung im Schnee. Nichts verrät, dass dies einmal der Boden eines großen Gewässers war, so groß, dass die Einheimischen ihren Aral-See ein Meer nannten. Weil ihm das Wasser abgegraben wurde, trocknete der See aus. Zurück blieben die Wracks, aber auch Hafenstädte und Fischerdörfer, die heute 100 Kilometer vom Ufer entfernt liegen.
Kein Gebiet der einstigen Sowjetunion schien sich für Experimente so gut zu eignen, wie die schier endlosen Steppen Kasachstans. Den Nordosten des Landes bei Semipalatinsk wählten die Moskauer Machthaber als Ort, um dort über 500 Atombomben zu testen. Was dort geschah, unterlag strenger Geheimhaltung. Weiter führt der Weg nach China entlang des mächtigen Gebirgsriegels Tienschan nach Norden, bis sich nach Osten eine Hochebene als Durchlass öffnet, die Dschungarische Pforte. Man betritt China durch die Hintertür - auf einem Weg, den nur wenig Touristen wählen, denn die nordwestliche Region Xinjiang ist ein politisches Pulverfass.
Freitag, 13. Juli
00.45-01.30 Phoenix
Mythos Ural - Vom Polarkreis ins Tal der Petschora
Ein Film von Albrecht Reinhardt
01.30-02.15 Phoenix
Mythos Ural - Gold, Edelsteine und ein toter Zar
Ein Film von Albrecht Reinhardt
02.15-02.45 Phoenix
Russland zu Fluss - Von St. Petersburg nach Moskau
Ein Film von Heidi Sämann
02.45-03.15 Phoenix
Nasdorowje! Der Wodka - Treibstoff der russischen Seele
Ein Film von Anja Bröker
03.15-04.00 Phoenix
Russlands kaltes Herz (1/2): Eine Sommerreise auf dem Ob
Ein Film von Andreas Voigt
04.00-04.45 Phoenix
Russlands kaltes Herz (2/2): Entlang des Ob zum Polarkreis
Ein Film von Andreas Voigt
04.45-05.25 Phoenix
Der Rote Platz - Russlands Mausoleum
Ein Film von Rob Hof
05.25-06.10 Phoenix
Russlands starke Frauen
Ein Film von Sonia Mikich, Udo Lielischkies, Albrecht Reinhardt und Ina Ruck
06.10-06.55 Phoenix
Eine russische Zeitreise - Von St. Petersburg bis Wolgograd
Ein Film von Britta Hilpert
06.55-07.45 Phoenix
Die Verbannten der Tundra
07.45-08.15 Phoenix
Der Postillon des Zaren - Auf dem alten Königsweg entlang der Ostsee
Ein Film von Walter Helfer
16.30-17.15 3sat
Entlang der Seidenstraße: Usbekistan - In der Wüste des roten Sandes
Ein Film von Elke Windisch und Heinz Lorenz
Aufgewachsen ist Zavar unter Schafen, Ziegen und Kamelen, mit denen seine Eltern von Weideplatz zu Weideplatz durch die Kysylkum ziehen, die "Wüste des roten Sandes" in Usbekistan. Als er nach Buchara geht, um Geschichte zu studieren, verliebt er sich in die Studentin Firuza. Der Nomadensohn und die Lehrerstochter wollen heiraten. Aber das ist leichter gesagt als getan. Immer wieder machen sich Verwandte von Zavar auf den weiten Weg von der Wüste in die Stadt, um mit Firuzas Familie zu verhandeln.
Samstag, 14. Juli
09.45-10.30 Phoenix
Russlands Schätze (1/2): Goldrausch
Ein Film von Dietmar Schumann, ZDF/2007
10.30-11.15 Phoenix
Russlands Schätze (2/2): Diamanten-Schlacht
Ein Film von Dietmar Schumann, ZDF/2007
Bilder einer Landschaft: Entlang der böhmischen Elbe - Im Reich der Romantik
Ein Film von Klaus Reichold und Thomas Endl
Sanft ausschwingende Hügel wie in Umbrien, Pappeln, die auf den ersten Blick wie Zypressen wirken, dazu der Duft von Rosmarin und Thymian, der von den sonnenüberfluteten Flanken der längst erloschenen Vulkankegel herüberweht - kein Wunder, dass der Maler Ludwig Richter eines wunderschönen Morgens im Jahr 1831 dachte, er sei in Italien. In Wirklichkeit war er in Nordböhmen - auf einer Fähre, die ihn vom einen Ufer der Elbe zum anderen übersetzte. Die landschaftliche Idylle des Flusstals, das sich zwischen Leitmeritz/Litomìøice und Herrnskretschen/Høensko dahinzieht und vom Böhmischen Mittelgebirge flankiert wird, bezauberte im 19. Jahrhunderte Maler, Dichter und Musiker gleichermaßen: "Da fühlt man Gottes schöne Welt", notierte Robert Schumann, als er sich die Gegend erwanderte.
Der einst blühende Fremdenverkehr, der mit den Romantikern begonnen hatte und durch Dampfschifffahrt und Eisenbahn einen ungeahnten Aufschwung nahm, erfährt seit der "Samtenen Revolution" von 1989 eine zarte Renaissance. Das Land hat viel gelitten, und manches ist ein für alle mal dahin: Der grandiose Anblick der Burg Schreckenstein, in deren Torhaus Richard Wagner, hoch über der Elbe, den ersten Entwurf für seine Oper Tannhäuser niederschrieb - verschandelt durch ein monströses Stauwehr. Die herrschaftlichen Villen und gründerzeitlichen Straßenzüge, die vom einstigen Wohlstand des Bürgertums von Aussig/Ústí nad Labem kündeten - gesprengt im Namen der Partei. Historische Filmaufnahmen, die der Kameramann Jiøí Petrù in Archiven und bei Privatleuten aufgestöbert hat, zeigen das alte Aussig und dessen systematische Zerstörung durch die Kommunisten.
Sonntag, 15. Juli
09.35-10.00 Hessen3
Der Fischer, der Fluss und das Buch
Ein Film von Alexander Stenzel
Die Theiß, größter Nebenfluss der Donau und zweitgrößter Fluss Ungarns, galt einst als das fischreichste Gewässer Europas. Balázs ist Fischer in Algyö, einem kleinen Ort an der Theiß im Südosten Ungarns. Täglich fährt er mit seinem Boot auf den Fluss und kontrolliert seine Reußen. Manchmal findet er nur einen einzigen kleinen Fisch darin. Am vielleicht größten Tag seines Lebens, sagt Balázs, im Jahre 1996, habe er noch einen 86 Kilogramm schweren, zwei Meter langen Wels gefangen.
Doch im Jahre 2000 brach eine Katastrophe über den Fluss, ihn und die anderen Fischer herein. Alles schien zu Ende. Giftiger Schlamm war aus einem Bergwerk in Rumänien in die Theiß gelaufen, der Fluss so giftig, dass die Fische an Land sprangen. Der Hund von Balázs fraß einen Fisch und starb. Die Bilder von der sterbenden Theiß, die um die Welt gingen, hat er aufgenommen. Noch ein Jahr nach der Katastrophe waren Balázs und seine Kollegen ohne Arbeit und Perspektive. Lange habe er überlegt, ob er überhaupt weitermachen soll. Er entschloss sich zu kämpfen, besuchte den Unglücksort in Rumänien und reiste zu den Managern des zuständigen Konzerns in Australien.
Der einfache Flussfischer wurde zum Sprachrohr seiner Kollegen und zum Helden - und er fing an zu schreiben. In seinem Buch hält er fest, was das Leben seiner Vorväter hier an der Theiß ausmachte und wie er jetzt mit dem seinem zurechtkommen muss. Alten Aufzeichnungen zufolge, notiert Balázs, soll die Theiß an manchen Stellen einmal mehr Fisch als Wasser geführt haben. Filmautor Alexander Stenzel ist mit Balázs auf den Fluss gefahren, hat die Enttäuschung miterlebt, wenn Reußen und Netze fast leer waren, war aber auch dabei, als er mit anderen ungarischen Flussfischern in der Nacht ein 120 Meter langes Netz auswarf und die "Fischervereinigung" einen guten Fang feierte.
Am Fluss gibt es wieder Hoffnung. Die Theiß hat sich schneller erholt, als alle zu hoffen wagten. Selbst wenn die riesigen Welse niemals wieder zurückkehren, Balázs wird für den Rest seines Lebens nichts anderes machen als in der Theiß fischen, denn nur beim Fischen fühle er sich gut, ohne das wäre er bestimmt schon durchgedreht, gesteht er. Es gibt einen Ort, an den es Balázs immer wieder hinzieht: einer der Altarme der Theiß, abgeschnitten vom Fluss. Hier ist das Gift nie hingekommen. Eine Idylle, wie früher überall an der Theiß.
16.30-17.15 mdr
Tore zur Welt: Der Hafen von Wladiwostok
Beherrsche den Osten - das ist die wörtliche Übersetzung von Wladiwostok, Russlands Tor zum Pazifik. Im Kalten Krieg lagen im Hafen von Wladiwostok die Atom-U-Boote der Pazifikflotte. Vor neugierigen Blicken Fremder noch immer gut geschützt, beeinflusst sie bis heute das Leben von Hafen und Stadt. 1860, nach Abschluss der Grenzverträge mit China an der Bucht des Goldenen Horns gegründet, wurde die aufstrebende Stadt schnell zum Bollwerk gegen Japan ausgebaut, Moskaus Gegner im Ersten und im Zweiten Weltkrieg. Im Kalten Krieg wurde Wladiwostok für Ausländer gänzlich gesperrt und erst 1991, nach dem Ende der Sowjetunion, wieder geöffnet.
Inzwischen wurde die Hafenstadt von der UNESCO zu den zehn perspektivreichsten Städten der Russischen Föderation erklärt. Der Film erzählt von Menschen, die in Wladiwostok leben und arbeiten: so zum Beispiel von Viktor, dem Lotsen. Früher war er Kapitän der sowjetischen Handelsflotte, heute bringt er Schiffe aus aller Welt sicher in den Hafen. Denn Taifune und Packeis brachten schon so manches Schiff in Bedrängnis. Zwanzig Schiffe legen jeden Monat in Wladiwostok an, sie kommen meistens aus den Nachbarstaaten China, Japan und Südkorea. Ende Januar zeigt das Thermometer bereits zur Mittagszeit Minus 20 Grad an. Für die Wladiwostoker ist das kein Grund, auf lieb gewonnene Traditionen wie Eisbaden zu verzichten. Eisangeln, bei dem die Köder durch Löcher im Eis abgelassen werden, ist ebenfalls ein beliebtes Hobby.
Montag, 16. Juli
Hausaufgabe Frieden - Eine Jesuiten-Schule im Kosovo
Ein Film von Ulli Neuhoff, SWR/2007
13.30-14.15 Hessen3
Länder - Menschen - Abenteuer: Tallinn - Stadt im Aufbruch
Ein Film von Dietrich Leube
Seit 1991 haben die Esten, zum zweiten Mal in ihrer Geschichte, einen eigenen Staat mit Tallinn als Hauptstadt. Die prägende Rolle im Leben der alten Hansestadt Reval hatte 700 Jahre lang die deutsche Kultur gespielt, insbesondere der deutsch-baltische Adel, bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. So könnte der Besucher in der inzwischen bunt restaurierten Altstadt heute meinen, er befinde sich eher in einer Hafenstadt wie Lübeck, als an einem gemischt skandinavisch-russischen Ort.
Doch die Erinnerung der Bewohner an das deutsche Erbteil ist verblasst und das russische Element durch die Erfahrungen aus der sowjetischen Vergangenheit verpönt. Skandinavien, vor allem Finnland, fühlen sich die Esten - nicht zuletzt durch die Sprache - am nächsten verwandt. Zwischen den malerischen Zeugen einstiger Blüte und den Spuren sozialistischer Misere herrscht heute Aufbruchstimmung, und aufbrechen will Tallinn nach Westen.
Der Anblick, den die Stadt bietet, ist erstaunlich: Ein Gang durch die Straßen ist ein Ausflug in die Geschichte. Um den Domberg, von dem aus wechselnde Herren das Land kontrollierten, drängt sich die spätmittelalterliche Unterstadt, und um diese wiederum legen sich wie Jahresringe die Viertel späterer Jahrhunderte. Dahinter ragen die Plattenbaugürtel der Sowjetzeit auf und zwischen Kernstadt und Hafen die Großbaustellen der jungen Gegenwart.
Als Prachtexemplar alter Baukunst und Ort einer verwickelten, vielschichtigen Geschichte wartet Tallinn darauf, von Westeuropa entdeckt und wahrgenommen zu werden. Das filmische Porträt Tallinns von Dietrich Leube zeigt sowohl die Denkmäler seiner Vergangenheit als auch Momentaufnahmen der Gegenwart, vermittelt durch Bewohner, die von ihrem Alltag, ihren Sorgen und Hoffnungen berichten.
Streifzüge ins Hinterland führen in Gegenden, die nach dem Abzug der Russen weitgehend entvölkert blieben, oder zu einem der Landhäuser deutsch-baltischer Grundherren von einst, in dem heute eine Dorfschule untergebracht ist, oder zu einem Künstler, dessen Werke in Sowjetzeiten verboten waren und für den die neue Zeit zu spät kam. Bei den Sonnwendfeiern in den Weißen Nächten sind freilich die Schatten der Vergangenheit und die Sorgen um die Zukunft vergessen - jedenfalls so lange die Johannisfeuer brennen.
18.30-19.00 Arte
Willkommen bei ... Pipi
Eine Dokumentationsreihe, Frankreich 2006, ARTE F, Synchronfassung, Erstausstrahlung
Pipi betreibt in Budapest den Schönheitssalon "Aphrodite". Wie ihr richtiger Name ist, weiß sie selbst nicht mehr. "Meine Eltern nannten mich so, weil ich bei meiner Geburt so klein war wie ein Küken", und seitdem ist sie für alle immer Pipi.
Wer zu Pipi möchte, muss das Passwort kennen: "Liebe". Denn das gehört zum Geheimrezept ihrer Behandlungen im Salon. Mit ihrer naiv kindlichen Art, zärtlichen Worten und entspannenden Massagen verwöhnt sie ihre Kunden so sehr, dass einige schon seit 14 Jahren zu ihr kommen. "Es ist hier sehr persönlich und intim, man möchte hier einfach immer wieder herkommen", schwärmt eine Stammkundin. Pipi, die sich selbst auch gern als "Aphrodite" bezeichnet, investiert eben viel Zeit und Sorgfalt in die Behandlung ihrer Gäste.
Bei Pipi begegnet man alternden Prostituierten ebenso wie Schauspielerinnen und Rechtsanwältinnen. Für die Behandlung einer Buchhalterin schlägt Pipi sogar eine Massage der erogenen Zonen am Ohr vor. Diplomatenfrauen kaufen hier "Zaubergürtel", die flatterhafte Ehemänner zurückbringen sollen. Und an besonderen Tagen können sich auch Männer einer Behandlung unterziehen.
Ihre freizügige und offene Art liebt auch ihre Familie, die ebenso viel Liebe von ihr erfährt. Für die beiden Töchter wird sie aber immer eine verspielte, kindliche Frau bleiben.
21.00-21.45 Phoenix
Im Spiegel der Macht - Europas große Justizpaläste (1/3): Vilnius - Im Schatten der KGB
Ein Film von Marina Farschid, MDR/2006
Der Justizpalast von Vilnius in Litauen, Ende des 19. Jahrhunderts unter russischer Zarenherrschaft erbaut, steht für die wechselvollen Herrschaftsverhältnisse des Landes und für eine Geschichte des Unrechts.
23.45-01.15 NDR
Schattenland - Reise nach Masuren
Ein Film von Volker Koepp
Der Film führt in die wohl bekannteste Landschaft des früheren Ostpreußen, nach Masuren. Dort begegnen Volker Koepp und sein Kameramann Thomas Plenert Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in dieser Gegend gestrandet sind, Polen und Ukrainer, die als Bauern und Fischer ihr Auskommen suchen. Der Film stellt aber auch Menschen vor, die, fasziniert von der masurischen Landschaft, einen Neuanfang wagen. Unter ihnen ein polnisches Ehepaar, das mit großem Engagement Häuser renoviert und an Touristen vermietet.
Masuren ist ein dünn besiedelter Landstrich. Früher war der Fischreichtum in den wohl 3.000 Seen sprichwörtlich. Noch heute ist die Fischerei ein wichtiger Wirtschaftszweig neben der Landwirtschaft. Beharrlich trotzen die Bauern der masurischen Erde Getreide ab. Das Leben ist hart, denn die Böden für die Landwirtschaft sind meist schlecht und die Winter sehr lang. Bis heute zählt Masuren trotz des Tourismus zu den ärmsten Gegenden Europas. Besonders betroffen sind die Grenzregionen zur russischen Exklave Kaliningrad im nördlichen Ostpreußen.
Volker Koepp zeigt den Existenzkampf der Menschen in Masuren, aber auch ihre starke Lebenskraft. Und er zeigt positive Ansätze: Menschen, die sich für einen Aufschwung des Landes einsetzen. Die überwältigenden Bilder in diesem Film stammen von Kameramann Thomas Plenert.
Dienstag, 17. Juli
09.00-09.45 Phoenix
Im Spiegel der Macht - Europas große Justizpaläste (1/3): Vilnius: Im Schatten der KGB
Ein Film von Marina Farschid, MDR/2006
(Wh. vom Vortag)
Länder - Menschen - Abenteuer: Riga - Rose im Baltikum
Ein Film von Erich Reißig
Riga ist die Hauptstadt Lettlands. Stadt und Land im Herzen des Baltikums kehren nach langer Versunkenheit im Sowjetimperium nun allmählich ins Bewusstsein der Westeuropäer zurück. Für manche ist Riga eine Stadt der Prostitution, abenteuerlicher Geschäfte, der Kriminalität. Doch daneben und recht eigentlich ist es eine Stadt wie überall in Europa, voller Verkehr in einer historischen Kulisse, die für andere Fortbewegungsarten gebaut worden ist. Voll mit Menschen, die vertraut sind in ihren Gesten, ihrer Sehnsucht und ihrer Suche nach dem Glück. Der Film erzählt von der Stadt, ihrer Geschichte, ihren Bewohnern, zeigt Riga und seine Umgebung in Erwartung einer neuen Epoche.
16.30-17.15 3sat
Reisewege Georgien: Gottes umkämpfter Garten
Ein Film von Vera Meyer-Matheis
Sein schönstes und fruchtbarstes Land hat Gott den Georgiern zum Geschenk gemacht - so eine Sage. Aber sie haben häufig um ihr Land kämpfen müssen: Perser, Byzantiner, Araber, Mongolen und Osmanen überzogen das Land mit Kriegen. Zusammenhalt finden die Georgier im Christentum, und so sind Klöster und Kirchen trotz der Kriege erhalten geblieben. Der Film erzählt die Geschichte Georgiens und zeigt den Alltag der Georgier heute.
, 18. Juli
03.40-04.25 Phoenix
Bären, Götter, Kaiserschnitt: Unterwegs durch Russlands wilden Osten
Ein Film von Anja Bröker, PHOENIX/2005
11.30-12.15 NDR
Estland - Wölfe, Biber, Bären
Ein Film von Valdis Abols und Beatrix Stoepel
Estland hat Küstenlandschaften wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: schroffe und zerfurchte Felsen, dann wieder sandig und weicher Strand, bewachsen mit dichten Kiefernwäldern, weite Moore, glasklare Seen und über 1.500 Inseln. Auf einer davon lebt Jaan Tätte.
Der international bekannte Theaterautor und Sänger studierte ursprünglich Biologie und hat die Liebe zur Natur nie verloren. In jeder freien Minute ist er draußen unterwegs, beobachtet Tiere und sammelt Anregungen für seine Lieder und Texte. Sein Sohn Jaan Junior hat zwar viele Sommer mit der Familie auf der Insel Vilsandi verbracht, doch der Teenager tobt sich lieber im urbanen Leben der estnischen Hauptstadt Tallinn aus, spielt in einer Rockband und trifft seine Freunde.
Doch neugierig darauf, was den Vater immer wieder in die Wildnis treibt, ist er schon, und so begibt er sich mit ihm auf eine Reise durch die verschiedenen Regionen seiner Heimat: Kegelrobben an der Ostseeküste hat der Junior schon häufiger gesehen, Biber und Luchse hingegen noch nicht. In Estland hat man eine gute Chance, ihnen zu begegnen. Selbst große Raubtiere wie Wölfe und Bären finden in der baltischen Wildnis noch einen Lebensraum. Ihnen werden die beiden Jaans hoffentlich nicht in die Quere kommen.
Der Film begleitet Vater und Sohn durch ihre Heimat und verbindet estnische Poesie mit wunderschönen Bildern von Landschaft und Tierwelt.
Donnerstag, 19. Juli
13.30-14.15 Hessen3
Länder - Menschen - Abenteuer: Moldawien - ein vergessenes Land
Ein Film von Reinhard Kungel
Moldawien, ein vergessenes Land: Wer weiß schon, dass die kleine, seit 1991 unabhängige Republik zwischen Rumänien und der Ukraine liegt? Wer weiß schon, dass die meisten Moldauer rumänischstämmig sind, rumänisch sprechen und von einer Wiedervereinigung mit Rumänien dennoch nichts wissen wollen? Wer weiß, dass Moldawien zu den größten Weinproduzenten der Welt gehört? Wer weiß schon, dass einhunderttausend Kolonisten aus Süddeutschland bis 1940 im damaligen Bessarabien friedlich neben Moldauern, Ukrainern, Russen, Polen, Juden, Gagausen und Bulgaren lebten?
Moldawien, ein vergessenes Land: Einen Reiseführer über Moldawien sucht man bis heute vergeblich. Moldawien, auch Moldau genannt, gehörte einst zu den reichsten Republiken der Sowjetunion. Inzwischen ist es das ärmste Land Europas, ärmer als Vietnam, Senegal und Papua-Neuguinea. Heizöl kann sich kaum jemand leisten, und Benzin schon gar nicht. Das Pferd gehört wieder zum Dorfbild. Die Schönheit Moldawiens erschließt sich nicht auf den ersten Blick. "Landschaft" ist hier gleichbedeutend mit "Landwirtschaft". Das hügelige Land mit seiner berühmten Schwarzerde ist sehr fruchtbar. 63 Prozent der Fläche Moldawiens stehen unter dem Pflug. Das ist Rekord. Doch, Ironie des Schicksals: das "reiche" Land bringt seinen Wein, sein Getreide, sein Gemüse und sein Obst auf dem Weltmarkt nicht los.
Schnittpunkt zwischen Asien und Europa: Das fruchtbare Land war schon immer ein Zankapfel. Seit der Altsteinzeit lebten hier hundert Kulturen und Völker. Doch keiner Kultur ist es bisher gelungen, langfristig sesshaft zu werden. Die zahlreichen Felsenklöster, die liebevoll restaurierten Kirchen oder der von den Römern errichtete Trajan-Wall erzählen aus dieser Geschichte. Im Süden Moldawiens erstreckt sich Bessarabien, ein verheißungsvoller Name, der einst an die zehntausend Schwaben ins Land lockte.
66 Hektar Land stellte das russische Zarenreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts jedem Siedler zur Verfügung. Bald erzielte das kleine Bessarabien ein höheres Bruttosozialprodukt als Württemberg und Baden zusammen. 1940 verordnete Nazideutschland den Kolonisten die "Heimkehr ins Reich". Umso mehr überrascht es, dass in dem kleinen Dorf Soviewka noch immer eine deutsche Frau lebt.
22.25-00.05 Arte
Russlands Wunderkinder
Ein Dokumentarfilm, Deutschland/Russland 1999, Originalfassung mit Untertiteln, WDR
Sie heißen Lena, Nikita, Ira und Mitja. Sie meistern mit Bravour Konzertauftritte, die selbst erwachsene Pianisten scheitern ließen. Wenn sie auf dem Flügel Triller, Läufe und Sprungkaskaden zaubern, ist der Zuhörer fassungslos über die Reife, mit der diese Kinder die schwierigsten Klavierwerke interpretieren. Hinter diesem Wunder stehen jedoch mehrstündiges tägliches Üben und eine lange Tradition. Die Wurzeln dieser Tradition finden sich in den 30er Jahren: Mitten im stalinistischen Terror wurde die Musikerziehung in den Rang einer Staatsaufgabe erhoben. Kein anderes Land hat seitdem so viele Virtuosen hervorgebracht wie Russland.
Damals öffnete auch die Zentrale Musikschule am Moskauer Konservatorium ihre Türen. Bis heute gilt sie als begehrteste Bildungsstätte im Land. Aus allen Teilen Russlands pilgern Eltern mit ihren Kindern hierher, mit der Hoffnung in den Kreis der Auserwählten aufgenommen zu werden. Auch Ira, Mitja, Nikita und Lena sind Schüler dieser Schule. Der Widerspruch zwischen dem künstlerischen Anspruch und den Umständen, unter denen sie lernen und leben, könnte nicht größer sein. Lena, die seit ihrem neunten Lebensjahr Konzerte in der ganzen Welt gibt, hat nicht einmal ein eigenes Klavier zum Üben. Inzwischen 17-jährig, erlebt sie das Drama, das vielen Wunderkindern widerfährt: groß geworden, sind sie plötzlich nicht mehr begehrt - es gibt viele erwachsene Musiker der Superklasse.
Der Film begleitet diese hoch begabten Kinder, die von den Eltern und Lehrern liebevoll angespornt, aber als "junge Künstler" streng herausgefordert werden. Kinder, die von Musik besessen sind und in ihrer Hingabe wie aus einer vergangenen Zeit erscheinen.
Der Dokumentarfilm war bereits bei verschiedenen Festivals zu sehen, unter anderem bei der Berlinale 2000, beim DocAviv in Tel Aviv, beim Internationalen Münchner Dokumentarfilmfest, beim Docfest in New York und beim Internationalen Dokumentarfilmfestival Amsterdam. Beim 44. San Francisco International Film Festival gewann "Russlands Wunderkinder" in der Kategorie Arts den Golden Gate Merit Award 2001.
20.15-21.00 NDR
Länder - Menschen - Abenteuer: Lettland - Unterwegs im Baltikum
Ein Film von Sven Jaax
Schweinehälften, Wodka und Zeppeline haben eines gemeinsam: Sie gehören zum Alltag im Zentralmarkt der lettischen Hauptstadt Riga. Die Hallen sind traditioneller Treffpunkt und wichtiger Umschlagplatz für das ganze Land.
Hier beginnen oder enden die Geschichten des Films. Sven Jaax hat Menschen begleitet, die in den riesigen Hallen arbeiten oder dort einkaufen: Arme und Reiche, Städter und Dörfler aus den lettischen Provinzen. Zum Beispiel die alte Bäuerin Tekla, die regelmäßig 100 Kilometer mit dem Bus aus ihrer Heimat Aizkraukle in die Markthallen nach Riga fährt - nur um dort den Käse aus der Milch ihrer fünf Ziegen zu verkaufen. Oder Inta Ruka, die international anerkannte lettische Fotografin. Sie ist Stammkundin in den Hallen, kauft dort ein und trifft Menschen aus ihrer Heimat Balvi an der russischen Grenze. Der Film begleitet sie auf dem Markt und bei einer Fotoreise durch die Landschaft ihrer Kindheit. Der lettische Starkoch Martins Ritinsch kauft in den Markthallen Lebensmittel für sein Edelrestaurant "Vincents" ein. Bei ihm treffen sich die Aufsteiger des Landes, die es in der Hauptstadt Riga zu Wohlstand gebracht haben.
Die Markthallen von Riga zählen zu den größten der Welt. Ursprünglich wurden in den alten Gemäuern deutsche Zeppeline untergebracht - heute wird auf 5.000 Quadratmetern alles angeboten, was man zum Leben braucht. Noch vor wenigen Jahren waren die Hallen ein teurer Markt. Doch mittlerweile ist das Angebot erschwinglicher und der Zentralmarkt ist zum Zentraltreffpunkt geworden.
Seit der Unabhängigkeit im Jahre 1991 hat sich Lettland enorm verändert. Die meisten Menschen genießen die neue Freiheit und erleben einen wirtschaftlichen Aufschwung. Für viele Letten hat der Wechsel jedoch ein Leben in Armut gebracht. Trotzdem herrscht in dieser stolzen baltischen Nation Aufbruchstimmung.
Samstag, 21. Juli
08.05-08.20 WDR
Sprungbrett Ausland - Praktikum in St. Petersburg
Touristen lockt St. Petersburg, die ehemalige russische Zarenstadt, mit ihren goldenen Prunkfassaden. Kristin ist allerdings aus einem ganz anderen Grund hierher gekommen: Die Berlinerin studiert Immobilienwirtschaft und absolviert für ein halbes Jahr ein Praktikum bei einer großen Immobilienfirma. Ein Auslandsstipendium der Bundesregierung hilft ihr dabei, den Aufenthalt zu finanzieren. Die kleine Wohnung, die sie gefunden hat, liegt in einem Plattenbau etwas außerhalb. Mit der Sprache hatte Kirstin anfangs einige Probleme, denn das Schulrussisch von zu Hause reichte für den Alltag kaum aus. Doch die Startschwierigkeiten waren schnell überwunden und jetzt darf sie bei der Planung eines neuen Einkaufszentrums in der Stadt mitarbeiten. Praktische Erfahrungen, die ihr - da ist sich Kirstin sicher - beim weiteren Studium zugute kommen werden. Auch sonst genießt sie die Zeit hier, denn sie interessiert sich sehr für die russische Kultur und Geschichte und ist in ihrer Freizeit oft mit Freundinnen zu Besichtigungen in der Stadt unterwegs.
14.30-15.20 3sat
Russlands vergessene Kolonie
Ein Film von Kaspars Goba
Von Riga aus, einer langen, einsamen Staatsstraße in Richtung Estland folgend, kommt man nach Seda, einem abgelegenen Teil Lettlands. Erbaut wurde Seda 1952, seitdem leben dort Arbeiter aus allen Teilen der früheren UdSSR. Die Stadt ist ein "Klein-Russland": Russisch ist die vorherrschende Sprache, russisch ist die Architektur, und gefeiert werden neben lettischen Nationalfeiertagen russisch-orthodoxe Rituale. Der Film zeigt das Leben in Russlands vergessener Kolonie.
22.15-22.30 Br-Alpha
Schätze der Welt - Erbe der Menschheit: St. Petersburg. Das Venedig des Nordens
Sonntag, 22. Juli
16.35-17.00 Phoenix
Walaam. Wiedergeburt eines Klosters in Russland
Ein Film von Joachim Bartz, 3SAT/2005
Der Ladogasee ist der größte See Europas und liegt nordöstlich von Sankt Petersburg. Das Kloster, das zwei Mönche vor 1.000 Jahren auf der mitten im See liegenden Inselgruppe Walaam gegründet haben, beherbergte zu seinen besten Zeiten im 19. Jahrhundert über 3.000 Mönche. Seit einigen Jahren nun wird das Kloster wieder aufgebaut. Der Film gibt Einblick in das klösterliche Leben, das den Besuchern sonst verwehrt bleibt
19.15-20.00 Phoenix
Ermland und Masuren. Wo die edlen Pferde zuhause sind
Ein Film von Vera Meyer-Matheis, SR/2007
Ermland und Masuren waren schon immer das Land der Pferde. Auch heute existieren zahlreiche große und kleinere Gestüte sowohl in staatlicher als auch privater Hand. Bekannt war die Region für eine Pferderasse, die lange als Inbegriff edler Pferde galt: die Trakehner. Der Film erzählt die Geschichte der Pferdezucht in Ermland und Masuren und berichtet über den Wandel in der Nutzung der Tiere
21.15-22.45 3sat
Schattenland - Reise nach Masuren
Ein Dokumentarfilm von Volker Koepp, Deutschland 2006
Masuren ist ein dünn besiedelter Landstrich. Früher war der Fischreichtum in den wohl 3.000 Seen sprichwörtlich. Noch heute ist die Fischerei ein wichtiger Wirtschaftszweig neben der Landwirtschaft. Die Böden für die Landwirtschaft sind meist schlecht und die Winter sehr lang. Beharrlich trotzen die Bauern der masurischen Erde dennoch Getreide ab. Bis heute zählt Masuren trotz des Tourismus zu den ärmsten Gegenden Europas. Besonders betroffen sind die Grenzregionen zur russischen Exklave Kaliningrad.
Der Dokumentarfilm von Volker Koepp stellt Menschen vor, die sich für einen Aufschwung des Landes einsetzen. Er und sein Kameramann Thomas Plenert begegnen Bewohnern Masurens, die nach dem Zweiten Weltkrieg in dieser Gegend gestrandet sind, Polen und Ukrainer, die als Bauern und Fischer ihr Auskommen suchen. Sie stellen aber auch Menschen vor, die, fasziniert von der masurischen Landschaft, einen Neuanfang wagen. Unter ihnen ein polnisches Ehepaar, das mit großem Engagement Häuser renoviert und an Touristen vermietet.
Montag, 23. Juli
08.15-08.30 Br-Alpha
Kinder Europas (11/12): Wir kommen aus Lettland
19.15-20.00 Phoenix
Metropolen des Ostens (1/5): Moskau
Ein Film von Christian Klemke, RBB/2006
Über Jahrzehnte war die 10-Millionen-Metropole das Zentrum eines Riesenreiches, einer Supermacht. Alles in Moskau ist riesengroß, Moskau ist eine Stadt der Superlative wie New York oder Tokio - und: Moskau ist nicht Russland! Der Film beobachtet und befragt die Menschen der Stadt
23.00-23.45 NDR
Menschen und Hotels: Grand Hotel Europa - St. Petersburg
Ein Film von Rita Knobel-Ulrich
Rita Knobel-Ulrich erzählt Geschichte und Geschichten von Nobelherbergen dieser Welt, diesmal vom Grand Hotel Europa in St. Petersburg. Europas alte Residenzen sind keine anonymen Glas- und Glitzerpaläste, sondern Häuser mit Tradition und Geschichte. Sie waren und sind die feine Kulisse für Leidenschaften, Politik und Kunst.
Das Grand Hotel Europa in St. Petersburg ist ein Mikrokosmos des heutigen Russland: Im edlen Jugendstilrestaurant spielen bedürftige Musiker Harfe während Businessmen tafeln. Die Musikanten bessern ihr mageres Gehalt auf, die Geschäftsleute wickeln beim Essen ihre undurchsichtigen Deals ab. Im Hotel herrscht für alle höchste Sicherheits-
stufe. Wie auf dem Flughafen muss jeder durch eine Schleuse und wird von Sicherheits-
kräften genau beäugt. Erst dann kann man gemütlich durch die Eingangshalle in die Bar schlendern zu Igor, Doktor der Geologie. Seit einigen Jahren arbeitet er sich nicht mehr durch das ewige Eis am Polarkreis, sondern mixt Eiswürfel und Cocktails. Der Staat hat seinen Lohn nicht mehr gezahlt, also beschränken sich seine Expeditionen nun auf die Bar. Er nimmts philosophisch. So sei das Leben nun mal. Die Hotelwäsche wird von Ingenieurinnen gewaschen, die Zimmer werden von ehemaligen Krankenschwestern geputzt.
Engelbert Gamsriegler, der österreichische Chefkoch des Hotels, ist eigentlich ein Gemütsmensch, nur mit den Kaviarhändlern legt er sich beim Probieren ihrer Ware regelmäßig an. Einmal hat er Kaviar, den er für ungenießbar hielt, einfach wegkippen lassen. Den grauen, körnigen, milden lässt er als kleine Aufmerksamkeit des Hauses für den erlauchten Gast von Suite 112 aufs Zimmer bringen, zusammen mit einer Flasche Champanskoe. In Suite 112 wohnt José Carreras. Er geht immer ins Grand Hotel, wenn er in St. Petersburg gastiert. Selbstverständlich ist seine Suite mit einem Piano ausgestattet, so wie es alle großen Musiker und Komponisten, die hier abstiegen, gewohnt waren. Carreras ist sich dessen bewusst, dass hier Tschaikowsky, Prokofjew, Schostakowitsch gewohnt, diniert und musiziert haben und auch die fürstlichen Verwandten der Zarenfamilie einst hier logierten. Doch damit war 1917 Schluss.
Um die Ecke vom Grand Hotel Europa, im Winterpalais, begann der Sturm auf die alte Ordnung. Aus Petersburg wurde Petrograd, dann Leningrad. In die russische Nobelherberge zog der Mief des realen Sozialismus ein. Erst nach der Perestroika kam der alte Glanz wieder. Aus der Stadt der Revolution, Leningrad, wurde wieder St. Petersburg, das Jevropejskaja wieder zum Grand Hotel Europa - wunderschön restauriert, für Gäste aus aller Welt.
23.45-01.00 NDR
Flussfahrt in Ostpreußen: Die Gilge
Ein Film von Volker Koepp
Das nördliche Ostpreußen ist nach dem Zweiten Weltkrieg als "Kaliningrader Gebiet" zur Sowjetunion gekommen und nach deren Zerfall heute eine russische Exklave zwischen Litauen und Polen. Wenige Kilometer hinter Tilsit, dem heutigen Sowjetsk, verliert die Memel - russisch: Neman, litauisch: Nemunas - ihren Namen, die Hauptarme ihres Deltas heißen nun Ruß und Gilge. Durch die Elchniederung fließt die Gilge bis ins Kurische Haff.
Der Film beschreibt eine einzigartige Flusslandschaft, von der kaum jemand noch etwas weiß. Ein kompliziertes Entwässerungssystem machte die Gegend gleichzeitig zur landwirtschaftlichen Besonderheit. Nach 1945 wurde die deutsche Bevölkerung ausgesiedelt und es kamen Menschen vieler Nationalitäten aus vielen Gebieten der früheren Sowjetunion. Viele Häuser, Dörfer und Kirchen wurden in den letzten Jahrzehnten geschleift, und es scheint, als würde die Natur manche Orte versinken lassen. Der allgemeine Verfall in Russland wirkt sich in dieser Exklave besonders aus. Doch die Menschen geben nicht auf. Sina, die rothaarige Melkerin, erzählt von ihrem Leben an der Gilge. Sie lebt allein mit ihrer Tochter, die Nachbarn sind unfreundlich in ihrem Dorf. Anatoli, vor Jahren aus Sibirien gekommen, versucht hinter dem Deich, Landwirtschaft zu betreiben, baut sich gar auf alten Grundmauern ein neues Haus. Die Ufer der Gilge sind ein Paradies für Kinder, auf Anatolis Grundstück mit der Kirchenruine kann man an die hundert Störche zählen.
Der Fluss, der hohe Himmel Ostpreußens, der Wind, das Haff: Ein Film über eine Landschaft und über Menschen, die in dieser Landschaft leben.
Dienstag, 24. Juli
09.00-10.00 WDR
Reise mit dem Nostalgiezug durch Masuren nach Königsberg
Die Moderatoren unternehmen eine nicht alltägliche Reise: mit einem nostalgischen Sonderzug durch die schönsten Regionen Polens und Russlands. Die Tour führt durch Masuren und Ostpreußen. Ob Kunstfreund, Naturliebhaber oder Geschichtsbegeisterter - für alle gibt es eine anregende Mischung. An den gemütlichen 1.-Klasse-Abteilwagen ziehen wunderschöne Landschaften vorüber. Weltberühmte Kulturdenkmäler lassen sich bei den vielen, langen Stopps näher erkunden. Die aufmerksame Reiseleitung garantiert ein Höchstmaß an Komfort und sorgt für eine erlebnisreiche Fahrt.
Mittwoch, 25. Juli
00.30-01.15 Phoenix
Mythos Ural. Vom Polarkreis ins Tal der Petschora
Ein Film von Albrecht Reinhardt, WDR/2003
01.15-02.00 Phoenix
Mythos Ural. Gold, Edelsteine und ein toter Zar
Ein Film von Albrecht Reinhardt, WDR/2003
02.00-02.30 Phoenix
Russland zu Fluss. Von St. Petersburg nach Moskau
Ein Film von Heidi Sämann, NDR/2000
02.30-03.00 Phoenix
Nasdorowje! Der Wodka - Treibstoff der russischen Seele
Ein Film von Anja Bröker, NDR/2003
03.00-03.45 Phoenix
Russlands kaltes Herz (1/2): Eine Sommerreise auf dem Ob
Ein Film von Andreas Voigt, SWR/2005
03.45-04.30 Phoenix
Russlands kaltes Herz (2/2): Entlang des Ob zum Polarkreis
Ein Film von Andreas Voigt, SWR/2005
04.30-05.10 Phoenix
Der Rote Platz. Russlands Mausoleum
Ein Film von Rob Hof, WDR/2001
05.10-05.55 Phoenix
Russlands starke Frauen
Ein Film von Sonia Mikich, Udo Lielischkies, Albrecht Reinhardt und Ina Ruck, WDR/2004
05.55-06.40 Phoenix
Frühling für St. Petersburg. Die Stadt der Zaren wird 300
Ein Film von Dirk Sager, ZDF/2003
06.40-07.30 Phoenix
Die Verbannten der Tundra
Ein Film von, ZDF/arte/2000
07.05-07.30 Arte
Sommer, Sonne, Strand (3/20): Ukraine / Jalta
07.30-08.15 Phoenix
Eine russische Zeitreise.Von St. Petersburg bis Wolgograd
Eine Film von Britta Hilpert, ZDF/3sat/2005
19.15-20.00 Phoenix
Metropolen des Ostens (3/5): Krakau und der Blick der feinen Dame
Ein Film von Johannes Unger, RBB/2007
Die Bedeutung von Krakau liegt nicht in seiner Größe. Die Stadt hat 750.000 Einwohner. "Aber was für Menschen!", sagen die Krakauer. Johannes Unger porträtiert einige der Bewohner der "schönsten Stadt" des polnischen Nachbarlandes.
20.15-21.00 NDR
Ostpreußens Küste: Elche, Sand und Seeadler
Ein Film von Susanne Hanke
Grau ist das Frische Haff im Winter, Schaumkronen tanzen auf den Wellen, wenn die Winterstürme darüber hinwegfegen. Auch im Schreckenswinter 1944/45 zeigte sich die herbe Landschaft von ihrer unwirtlichsten Seite. Tausende Menschen kämpften sich über das zugefrorene Haff zur Hafenstadt Pillau - und so mancher versank in den eisigen Fluten. Susanne Hanke folgt den Spuren der Flüchtenden in Gegenrichtung, von Westen nach Osten, vom Frischen zum Kurischen Haff, von der Weichsel bis zur Memel. Das Augenmerk liegt dabei auf der teilweise noch ursprünglichen Natur an der Küste des ehemaligen Ostpreußens.
Erste Station ist Kaliningrad, das einstige Königsberg. Viele Häuser sind verfallen, Löwenzahn und Gänseblume kämpfen um ein wenig Erde und Licht. Während in der Stadt das bisschen Natur ein Zeugnis von Verfall und Armseligkeit ist, führt sie an der Memel eindeutig die Regie. Das Fernsehteam begleitet einen Fischer die Memel herab bis ins Haff hinein. Hier lauern Reiher auf reiche Beute, ziehen Seeadler ihre Kreise, füttern Hunderte von Kormoranen ihre Jungen groß. Schon von der Memelmündung sind die gewaltigen Dünenberge auf der Kurischen Nehrung zu sehen. Ein Fotograf aus Nidden ist ständiger Begleiter der noch heute wandernden Sandberge, die schon mehrfach ganze Dörfer unter sich begruben. Seine Bilder zeigen Kuppen und Furchen, Hügel und Haken, sonderbare Gebilde, die der Wind formt. Im Wald mit seinen vom Wind bizarr verformten Kiefern leben Wildschweine, Füchse und sogar Elche.
Letzte Station ist die älteste Vogelwarte der Welt. 1901 wurde Rossitten, heute Rybatschij, gegründet. Die Vögel nutzen die Nehrung als Landbrücke auf ihrem Zug und finden ungestörte Rastplätze. Hier drehte der bekannte Tierfilmer Heinz Sielmann seinen ersten Film: "Vögel über Haff und Wiesen". Ausschnitte aus seinem Film und weitere Archivaufnahmen zeigen, wie wenig sich das Gesicht der Landschaft, allen politischen Veränderungen zum Trotz, in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hat.
Donnerstag, 26. Juli
11.30 -12.15 NDR
Wildes Masuren
Ein Film von Uwe Anders
Masuren - das sind dunkle Wälder, klare Flüsse und tiefblaue Seen. Tiere bevölkern diese Landschaft im Nordosten Polens, die in vielen Teilen Europas längst verschwunden sind. Wisente und Elche durchstreifen die ausgedehnten Wälder, Fischotter tauchen in sauberen Flüssen nach Beute. Hier bleibt im Einklang mit der Landwirtschaft noch Platz für Feuchtwiesen und Sümpfe, in denen sich die Frösche tummeln. Auch die Weißstörche finden hier noch ausreichend Nahrung. Kaum ein Bauernhof, der nicht "seinen" Storch hat. Die Lebensbedingungen für diese "Glücksbringer" sind so gut, dass manche Dörfer mehr Störche als Einwohner zählen.
Ein Hauptdarsteller in diesem Film ist der Wisent, der in Polen vor dem Aussterben bewahrt worden ist. Der Film zeigt die großen Wildrinder im Wechsel der Jahreszeiten und ihre Kälber beim Spiel. Doch er stellt auch jene Tierarten vor, für die sich die Lebensbedingungen selbst in Masuren immer weiter verschlechtern: die Birkhühner etwa oder die buntschillernden Blauracken
Die Ferien des Herrn Gadjiew. Mit den Russen ans Mittelmeer
Ein Film von Stephan Stuchlik, WDR/2006
13.00-13.30 Phoenix
Russisch Baden-Baden im Kaukasus. Unterwegs im Stawropoler Kray
Ein Film von Albrecht Reinhardt, WDR/2007
13.45 -14.00 Br-Alpha
Kinder Europas (12/12): Wir kommen aus Estland
15.15-16.50 Arte
Russlands Wunderkinder
20.15-21.00 NDR
Masuren
Ein Film von Wolfgang Wegner
Masuren, das ehemalige Ostpreußen, die "grüne Lunge" Polens: Hier bauten die Ritter des Deutschen Ordens im 12. und 13. Jahrhundert ihre Ordensburgen, als sie in den Osten Europas bis ins Baltikum vorstießen. Der deutsche Adel hatte im Gebiet des heutigen Masuren Landsitze von gewaltigen Ausmaßen.
Die masurische Reise führt durch malerische Landschaften. Geschichte und vor allem Geschichten gibt es an vielen Orten. Manche hat Siegfried Lenz in "So zärtlich war Suleyken" beschrieben. In Frombork, dem ehemaligen Frauenburg, verbrachte der berühmte Astronom Nikolaus Kopernikus einen großen Teil seines Forscherlebens. In der berühmten Kathedrale von Frauenburg soll der Astronom begraben sein.
Masuren ist auch ein Wunderwerk der Natur. Bis vor wenigen Jahrzehnten lebten in vielen Bereichen des ehemaligen Ostpreußens Wölfe, Luchse, Bären, heute arbeiten Wissenschaftler an Auswilderungsprojekten für die bedrohten Tiere. Inbegriff der intakten Natur sind die eindrucksvollen Landschaften: die Masurische Seenplatte, der wildromantische Fluss Krutynna, die Ostseeküste, die Johannisburger Heide, die tiefen Wälder. Wald und Wasser wechseln sich ab und bieten vielen Tieren, die anderswo längst verschwunden sind, den idealen Lebensraum.
23.35-01.00 Arte
Moskau - Das hohe Haus
Dokumentarfilm, Frankreich 2004, ARTE F, Synchronfassung
Das "hohe Haus" im Zentrum Moskaus ist einer der berühmten sieben Wolkenkratzer, die Stalin von deutschen Kriegsgefangenen und Gulag-Häftlingen errichten ließ. Die ersten Mieter - Parteifunktionäre und Angehörige der "Intelligenz" - bezogen ihre Wohnungen Anfang 1953, nur wenige Wochen vor dem Tod des Diktators. Valerius, der humorvolle Sohn eines Bildhauers des realistischen Sozialismus, lebt seit seiner Kindheit in dem Hochhaus. Die gutmütige, füllige Ekaterina ist Kostümbildnerin am Theater und kämpft gegen die Rattenplage und die durch nicht greifbare Bauarbeiter verursachten Misslichkeiten der "ständigen Renovierung". Und während ein medaillenschwerer Ingenieur, der einst die SS-20-Raketen entwarf, mehr schlecht als recht von der mageren Rente lebt, hat sein Nachbar Verbindungen zu internationalen Finanzkreisen und kann sich an Austern und teuren Weinen laben. Und der Urenkel von Felix Dserschinskij, des Gründers der Tscheka, der ersten bolschewistischen Geheimpolizei, wettert gegen die "Schwarzen" aus dem Kaukasus und verehrt Präsident Putin.
Für Regisseur Pavel Lungin ("Taxi Blues", "Ostrov") ist das "hohe Haus" eine Metapher seines Heimatlandes. Ironische Kommentare begleiten seine Streifzüge durch Treppenhäuser, Wohnungen, Kellergeschoss und Bildarchive. Das Gebäude ist ein Emblem des stalinschen Totalitarismus. Hier leben Superreiche in engster Nachbarschaft mit einfachen Leuten. Für Lungin ist das Haus eine Projektionsfläche seiner Sichtweise der UdSSR und der russischen Seele. Die sieht er allerdings etwas heiterer als der Westen, der gern die tragische Variante kultiviert. Auch Stalins Herrschaft betrachtet er aus dieser Perspektive: Laut Lungin verstand es Stalin, die Angst, die er dem Volk einflößte, durch geschickt dosierte Glücksmomente auszugleichen: glänzende Paraden, Konsumversprechen. Vielleicht befindet sich der Stalin-Kult deshalb heute wieder in erstaunlichem Aufwind. Zumindest ist das die amüsiert-entsetzte Vermutung des Filmemachers.
Freitag, 27. Juli
Mädchengeschichten: Markéta Raketa
Ein Dokumentarfilm von Kristina in der Schmitten, Deutschland 2006
Markéta Janakova lebt mit ihren Eltern und der kleinen Schwester in der Nähe von Prag. Seit ihrem neunten Lebensjahr fährt sie Motorradrennen. Mittlerweile ist die 17-Jährige international erfolgreich und sorgt im Rennsport für Aufsehen. Durch ihren Sport, die vielen Reisen und Erfolge ist sie anders als ihre Altersgenossinnen. Das sorgt vor allem in der Schule für Probleme. Kristina in der Schmitten porträtiert für die 3sat-Dokumentarfilmreihe "Mädchengeschichten" eine junge Frau, die viel erreichen möchte und dabei viel riskiert.
16.30-17.15 3sat
Entlang der Seidenstraße - Zwischen Himmel und Hölle. Unterwegs in Kirgistan
Ein Film von Matthias Fontius
Mit einem Hubschrauber fliegt Professor Michael Succow von der Universität Greifswald mit einem Team Wissenschaftler nach Zentralasien ins Himmelsgebirge, das Tienschan. Sie wollen, dass die Region mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna als "Weltkulturerbe" unter Naturschutz gestellt wird. Doch während sie um den Erhalt kämpfen, beginnen andere, die Schätze zu plündern. Der Film begleitet Michael Succow und sein Team nach Kirgistan.
19.00 -19.45 Br-Alpha
In der Weite der Puszta
19.15-20.00 Phoenix
Metropolen des Ostens (5/5): Kiew
Ein Film von Christian Klemke, RBB/2005
Die Millionen-Metropole Kiew ist auf dem Weg zurück nach Europa. Was sie mitbringt, ist ein großer Schatz an kulturellen und menschlichem Reichtum.
Samstag, 28. Juli
12.55-13.30 Arte
Zapping International: Das Fernsehen in Tatarstan
Am äußersten Ende Europas erstreckt sich das Gebiet Tatarstan, eine autonome Republik innerhalb der Russischen Föderation. Aber im Gegensatz zu Tschetschenien versteht sich diese wohlhabende Republik, in der etwa gleich viele Christen wie Muslime leben, als Ort der friedlichen Koexistenz. Diese Philosophie hat sich das örtliche Fernsehen mit seinen fünf - die Moskauer Sender ergänzenden - Programmen auf die Fahnen geschrieben. "Vor allem kein Aufsehen erregen", scheint die allgemeine Devise zu sein. Hier ist "die Stimme des Herrn" zweigeteilt: einmal russisch-orthodox, einmal muslimisch.
Wie zieht man sich als Muslimin schick an? Diese Frage wird jede Woche in der Modesendung von "Efir" gestellt. Der Sender bemüht sich, Tradition und Moderne in Einklang zu bringen, um den lockeren Sitten der Russen und den konservativen Auffassungen der Tataren bestmöglich gerecht zu werden. Dasselbe Anliegen verfolgt die wöchentliche Familien-Talkshow des Senders STS, in der ein Moderatorenpaar - Mann und Frau auf dem Bildschirm wie im Leben - heikle Themen anschneidet, jedoch ohne schockieren zu wollen. Wenn sich beispielsweise ein aidskranker Mann outet, wird am nächsten Tag landesweit über das Problem diskutiert, er selbst jedoch bleibt anonym.
Reality-TV auf tatarische Art ist angepasst und kommerziell ausgerichtet. So begleitet die Sendung "Ehe" kurz vor der Hochzeit stehende Paare, wirbt dabei aber unverhüllt für die von den Turteltäubchen besuchten Geschäfte.
Hauptanliegen des tatarischen Fernsehens jedoch ist die Bewahrung und Wiedergeburt der im Verschwinden begriffenen tatarischen Sprache. Auf dem neuen Sender "Nowy Wek" (auf Deutsch: "Das neue Jahrhundert") wird die Hälfte der Sendungen in tatarischer Sprache ausgestrahlt. Da in den Großstädten kaum noch jemand Tatarisch spricht, muss man die Moderatoren aus entlegenen Dörfern holen. In der Primetime zeigt man dagegen lieber Attraktiveres, und zwar auf Russisch, zum Beispiel Doku-Soaps wie "Liebe auf Bestellung" und "Finde mich wieder". Doch die tatarischen Fernsehmacher lassen nicht locker und haben sich etwas Pfiffiges ausgedacht, um das Interesse der Jugend für die Sprache der Vorfahren zu wecken: In der Sendung "Karaoke" werden, wie der Name schon sagt, populäre Hits im Chor nachgesungen - und zwar auf Tatarisch.
19.00-19.45 Arte
Tore zur Welt: Der Hafen von Wladiwostok
"Beherrsche den Osten" - so die wörtliche Übersetzung von Wladiwostok, Russlands Tor zum Pazifik - war für die Zaren und später für die kommunistischen Kremlherrscher stets oberstes Gebot. 1860, nach Abschluss der Grenzverträge mit China an der Bucht des Goldenes Horns gegründet, wurde die aufstrebende Stadt schnell zum Bollwerk gegen Japan ausgebaut, Moskaus Gegner im Ersten wie im Zweiten Weltkrieg.
Im Kalten Krieg wurde die Hafenstadt für Ausländer vollständig gesperrt. Denn hier lagen die Atom-U-Boote der Pazifikflotte, die in Wladiwostok ihren größten Stützpunkt unterhielt. Vor neugierigen Blicken Fremder noch immer gut geschützt, beeinflusst die Pazifikflotte bis heute das Leben von Hafen und Stadt, die beide erst nach dem Ende der Sowjetunion für Ausländer 1991 wieder geöffnet wurden.
Inzwischen ist die Stadt von der UNESCO zu den zehn perspektivreichsten Städten der Russischen Föderation erklärt worden. Die Dokumentation erzählt von den Menschen, die in Wladiwostok leben und arbeiten. So von Viktor, dem Lotsen, der früher Kapitän bei der sowjetischen Handelsflotte war. Heute bringt er Schiffe aus aller Welt sicher in den Hafen, denn Taifune und Packeis brachten schon manches Schiff in Bedrängnis. Viktor stellt auch die Hobbys der Wladiwostoker vor: Eisangeln und Eisbaden.
Sonntag, 29. Juli
14.40-15.25 WDR
Ostpreußens Küste - Elche, Sand und Seeadler
Ein Film von Susanne C. Hanke und Ernst Sasse
Kaliningrad, Kurisches Haff, Memel - diese Namen stehen für Flucht und Vertreibung. Doch die Landschaft hat in den vergangenen 60 Jahren ihren Reiz nicht verloren, die Natur ist ursprünglich geblieben. Reiher, Seeadler, Kormorane, wachsende Sandberge, Wälder mit Wildschweinen und Elchen - all das lässt sich bei einer Reise an Ostpreußens Küste finden. Nicht umsonst hat Heinz Sielmann seinen ersten Film hier gedreht. Länder-Menschen-Abenteuer zeigt grandiose Naturbeobachtungen an der Küste des ehemaligen Ostpreußen.
23.35-00.30 Arte
Suche russische Frau
Dokumentation, Frankreich 2002, ARTE F, Synchronfassung
Pat Stevens ist durch den Verkauf seines Familienbetriebes bereits mit 44 Jahren ein wohlhabender Rentner geworden. Nach seiner Scheidung bewohnt er allein ein kürzlich erworbenes riesiges Haus am Potomac-Fluss bei Washington und widmet sich seinem Hobby, dem Sammeln von Oldtimern. Eines Tages stößt er beim Lesen von Zeitungsanzeigen auf das Foto von Elena, die im Ural lebt. Er findet sie entzückend, schreibt ihr, ruft sie an und will sie dann treffen. Doch vor seiner ersten Auslandsreise, die ihm etwas Angst macht, sucht er den Rat der Ehevermittlerin Natascha Spivack.
Brett Douglass ist 50 Jahre alt, schon Großvater, dreimal geschieden und lebt allein mit seiner Katze. Der sanftmütige und zurückhaltende Mann träumt davon, eine starke und unabhängige Frau zu finden. Er hofft, dass ihm dies mit Hilfe des größten amerikanischen Ehevermittlungsinstituts gelingt, dessen Website immerhin Fotos von 20.000 Frauen zur Auswahl bietet. Die Agentur veranstaltet auch jährlich über 50 Reisen in die Ukraine. Brett hat sich für eine dieser Reisen angemeldet. Mit ihm fahren 15 weitere Amerikaner für umgerechnet 3.800 Euro zwei Wochen nach Kiew, um Hunderte von Frauen zu treffen. Der Filmemacher Jean-Luc Leon hat die beiden Amerikaner bei ihrer Suche nach einer Frau begleitet.
Montag, 30. Juli
18.30-19.00 Arte
Willkommen bei... Viorica
Dokumentationsreihe, Frankreich 2006, ARTE F, Synchronfassung, Erstausstrahlung
Viorica ist gerade einmal 40 Jahre alt, zierlich gebaut, und ihr ungeschminktes Gesicht zeugt von einem eher zurückhaltenden Wesen. Doch hinter ihrer zarten und reservierten Erscheinung verbirgt sich eine lebendige Frau voller Energie. Viorica lebt mit ihren beiden heranwachsenden Töchtern im Norden Rumäniens und verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf bemalter Eier. Von all den traditionellen rumänischen Motiven ist "der Irrweg" ihr liebstes - vielleicht, weil sich die junge Witwe in ihrem Leben so manches Mal verloren fühlte.
Aber Viorica hat immer wieder auf den rechten Weg zurückgefunden, sie ist voller Hoffnung und Optimismus und hat einen großen Traum: ein eigenes Haus. Zurzeit lebt sie nämlich noch bei ihrer Schwiegermutter, und das mittlerweile schon seit über 19 Jahren. Ein eigenes Grundstück besitzt sie bereits, und der Grundstein zum neuen Heim ist auch schon gelegt. Aber es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis sich Vioricas Traum verwirklicht. Eine persönliche Begegnung mit einer Frau, die stolz ist auf das kulturelle Erbe und die Traditionen ihres Landes und zugleich selbstbewusst in die Zukunft blickt.
22.30-23.00 NDR
Kulturjournal on tour: Prag
23.00-23.25 NDR
Schlaflos in St. Petersburg: Ein Streifzug durch die Weißen Nächte
Ein Film von Patrik Baab
Wenn in den Monaten Juni und Juli in St. Petersburg der Abend kommt, dann beginnt keineswegs die Nacht. Die Stadt am Finnischen Meerbusen liegt so weit nördlich, dass es im Sommer nicht mehr dunkel wird - es bleibt ein mattes, silbrigblaues Glühen am Himmel. Wenn in den Weißen Nächten Abendröte und Morgensonne ineinander fließen, dann beginnt nach langem, harten Winter eine kurze Zeit des Glücks: Russische Geschäftsleute feiern ausschweifende Partys, Hochzeitspaare besiegeln auf der Wassili-Insel den Bund fürs Leben und Touristen bewundern die großartige Kulisse der Stadt bei nächtlichen Bootstouren auf der Newa.
Auf ihrem Weg durch die Nacht begleitet Patrik Baab fünf Petersburger - und blickt dabei auch hinter die Fassaden der prächtigen Paläste. Der Weg dieser Menschen zeichnet ein Bild der russischen Ostsee-Metropole und gleichzeitig ein Porträt des neuen Russland.
Donnerstag, 02. August
05.00-05.40 Phoenix
Das Gold der Zaren (2/3): Schätze und Intrigen
Ein Film von Miroslaw Bork, Malgorzata Bucke und Gudrun Ziegler, ZDF/2001
05.40-06.20 Phoenix
Das Gold der Zaren (3/3): Rausch und Elend
Film von Miroslaw Bork, Malgorzata Bucke und Gudrun Ziegler, ZDF/2001
06.20-07.05 Phoenix
Masuren (1/2): In der fernen Heimat
Ein Film von Wolf von Lojewski, ZDF/2003
07.05-07.50 Phoenix
Masuren (2/2): Im russischen Grenzland
Ein Film von Wolf von Lojewski, ZDF/2003
Freitag, 03. August
16.15 -17.00 RBB
Länder - Menschen - Abenteuer: Auf der Kurischen Nehrung
Ein Film von Wolfgang Wegner
Die Kurische Nehrung mit ihren endlos langen Sandstränden, den geheimnisvollen Lichtspiegelungen und den zweithöchsten Dünen Europas zählt zu den europäischen Traumlandschaften. Etwas mehr als die Hälfte der knapp hundert Kilometer langen Nehrung gehört zu Litauen, der andere Teil zu Russland. Die Nehrung trennt das Kurische Haff von der Ostsee.
Ein Fernsehteam hat im Sommer 2006 die Kurische Nehrung bereist, die auch zu deutscher Zeit als Traumziel galt. Ortsnamen wie Sandkrug, Erlenhain, Schwarzort oder Nidden im litauischen Teil, Pillkoppen oder Rossitten im russischen Teil, waren Inbegriff von Reisezielen der Sehnsucht, von Ostseeromantik und heiler Welt. In Nidden hat Thomas Mann mit seiner Familie viele Sommer verbracht; auch Ernst Wiechert und Carl Zuckmayer hielten sich hier auf. Und schon Wilhelm von Humboldt schrieb 1809: "Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, dass man sie eigentlich ebenso gut als Spanien oder Italien gesehen haben muss, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll."
An vielen Orten auf der Nehrung scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Häuser von Nidden, litauisch Nida, sehen noch aus wie früher. Das Filmteam begegnet unterschiedlichen Menschen auf der Kurischen Nehrung: Christel Tepperis ist eine der letzten hier geborenen Deutschen und gehört zu den ganz wenigen, die noch Kurisch sprechen, die alte Sprache der Fischer von der Nehrung. Die junge Litauerin Aujra Feser hat zusammen mit ihrem Mann Werner ein kleines Touristik-Unternehmen gegründet und bringt nun Gästen aus aller Welt die Schönheit der Nehrung und des Haffs nahe.
Es gibt ein Treffen mit dem Leuchtturmwärter von Nidden und dem Förster aus dem Elchwald sowie einem pensionierten Kurenkahn-Kapitän und einem passionierten Bernsteinsammler. Unterwegs mit litauischen Grenzschützern und einem Fischer auf dem Kurischen Haff wird eine filmische Reise zwischen heute und gestern, zwischen Gegenwart und Vergangenheit, gezeigt. Seitdem Litauen der Europäischen Union beigetreten ist, liegt die Kurische Nehrung nicht mehr in unerreichbarer Ferne, sondern mitten in Europa.
Weltreisen: Durchs alte Livland - Von der Ostsee nach Orellen
Ein Film von Tilmann Bünz
Wenn man lange gen Osten reist, dann kommt man nach Livland. Das liegt soweit im Osten, dass die Ostsee hier Westsee heißt. Livland war Vorposten des Sowjetreiches und Sperrgebiet: ein verbotenes Terrain. Heute macht Livland den nördlichen Teil Lettlands und den südlichen Teil Estlands aus. ARD-Korrespondent Tilmann Bünz und sein Team gehen auf Zeitreise durch ein Land, das sich nach einer langen Zwangspause wieder den Reisenden öffnet.
Livland: das sind Adlige und Insulaner, Fischer und Neureiche. Die ursprünglichen Liven sind ausgestorben, aber ihr Geist lebt - zäh und erfinderisch. Besonders spürt man ihn auf der Insel Kihnu, die seit kurzem unter dem Schutz der UNESCO steht. Kihnu wird von eigenwilligen starken Frauen beherrscht, die ihre Geschichte in ihre Röcke weben, trotz der Röcke gern Motorrad fahren und die Dinge am liebsten selbst regeln.
Livland steht auch für Aufbruch und Erfolg im neuen Europa. Von Kihnu geht es aufs Festland nach Pärnu zu einem Treffen mit drei Millionären: einem Bauunternehmer, einem Fischfabrikanten und einen Kurhaus-Manager. Sie haben nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bei Null angefangen. Sie haben gelernt, dass es ohne Hilfe aus dem Westen auch geht, manchmal sogar schneller.
Nach einem Zwischenstop auf der berühmten Neunaugen-Brücke von Salismünde geht es nach Orellen zu einer deutsch-lettischen Begegnung der besonderen Art. Eine Reise auch in die deutsche Geschichte, denn Livland ist die Heimat des Baltentums. Und Orellen ist wohl der berühmteste Landsitz des baltischen Adels. Den letzten Besitzer, Baron Balthasar von Campenhausen, haben die Rotarmisten 1919 umgebracht, seither lebt die Familie im Westen. Das 275 Jahre alte Gutshaus wird von drei lettischen Restaurateuren mit viel Liebe und sehr wenig Geld vor dem Verfall bewahrt. Für die ARD kehrt Jan, der älteste Sohn des ältesten Sohnes des ältesten Sohnes des letzten Besitzers für ein paar Tage zurück in Pavillon, Teehaus und an den See des Gutshauses, wohl empfangen von den Letten, die heute das Anwesen pflegen.
22.35-23.30 Arte
Wie Luft zum Atmen: Der Klang Georgiens
Ein Dokumentation, Deutschland 2005, Originalfassung mit Untertiteln, ZDF, Erstausstrahlung
Die Wohnblocks wirken heruntergekommen, dazwischen das staubige Braun der durch die Hitze versengten Grünflächen. In einer Privatwohnung treffen sich die jungen Frauen regelmäßig zum Singen. Ausgelassen albern sie herum, erzählen sich den neuesten Tratsch, bis plötzlich eine von ihnen eine rhythmische und eingängige Melodie anstimmt. Sofort fallen die anderen ein, umarmen sich, lachen beim Singen, sind - bei aller Ausgelassenheit - hoch konzentriert. "Musik ist für uns eine Auszeit vom Alltag", sagt eine Sängerin, "wirtschaftlich geht es uns nicht so besonders". Tatsächlich hat die Kultur hier einen enorm hohen Stellenwert, ist, wie die Leiterin des Chores später sagt, "wie Luft zum Atmen".
Männer und Frauen singen und tanzen in Georgien in der Regel getrennt. Bei aller Aufgeschlossenheit der westlichen Moderne gegenüber sind die Traditionen des überwiegend christlich orthodoxen Landes mächtig. Geografisch gesehen liegt Georgien im westlichen Asien, die Bewohner sehen sich jedoch eher als "Balkon Europas". Tatsächlich bildet Georgien eine kulturelle Insel im Übergang von Orient zu Okzident und von Asien zu Europa. Davon zeugen unter anderem eine eigene Schrift und Sprache, eine Küche, deren Reichhaltigkeit ihr den Ruf einbrachte, die Haute Cuisine Russlands zu sein, und eine Musik, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Ihre Mehrstimmigkeit, die sich lange vor der europäischen Polyphonie herausbildete, ist fast eine Volkskunst. Wo sonst sind Menschen auf der Straße dazu in der Lage, derart komplexe Klänge aus dem Stegreif zu intonieren?
Musik ist das Lebenselixier der Georgier: Die Ausbildung an mehreren Instrumenten und zum Tanz ist üblich. Stolz sind die Jugendlichen, wenn sie in den Nachwuchs eines der großen Tanzensembles aufgenommen werden. Unter dem Einfluss der Sowjetunion wurden die Volkstänze zu virtuosen Revuen aufpoliert, um ihren Siegeszug zum Broadway und von da aus in die Welt anzutreten. Doch allem propagandistischen Popanz zum Trotz sind Musik und Tanz Ausdruck georgischer Identität geblieben.
ARTE zeigt die gekürzte Fernsehfassung des Films. Die einfühlsamen wie ausdrucksstarken Bilder stammen von Kameramann Marcus Winterbauer, der durch Dokumentarfilme wie "Rhythm Is It", "Die große Stille" oder zuletzt "Full Metal Village" von sich reden machte.
Ruth Olshan ist in Moskau geboren, lebt aber seit ihrem vierten Lebensjahr in der Bundesrepublik Deutschland. Sie studierte in Berlin Theater- und Filmwissenschaften und später an der Kunsthochschule für Medien in Köln, Fachbereich Film und Fernsehen. Seit 1994 ist sie als Kurzfilm-Regisseurin tätig. "Wie die Luft zum Atmen" ist ihre erste abendfüllende Produktion.
Sonntag, 05. August
04.00-04.30 Das Erste
Weltreisen: Durchs alte Livland - Von der Ostsee nach Orellen
(Wh. vom Vortag)
Wie Luft zum Atmen: Der Klang Georgiens
Ein Dokumentation
(Wh. vom Vortag)
09.45-11.05 Arte
Richter, der Unbeugsame (1/2): Swjatoslaw Richter
Ein Dokumentation, Frankreich 1997, ARTE F, Synchronfassung
Weder das politische Regime, noch musikalische Konventionen konnten ihm etwas anhaben: Swjatoslaw Richter wurde als Kind einer russischen Mutter und eines deutschen Vaters 1915 in der Nähe von Schitomir, in der heutigen Ukraine, geboren und zählt heute zu den größten Pianisten des 20. Jahrhunderts. Bereits im Alter von 16 Jahren weiß Richter, dass er Pianist werden will - als er bei Bekannten seines Vaters vorspielt. Nach diesen privaten Auftritten folgen die ersten musikalischen Versuche: Swjatoslaw verwendet das Klavier zum Lesen von Opernpartituren, erhält allerdings keinerlei musikalische Ausbildung. Schließlich beginnt er, sich etwas Geld als Klavierbegleiter zu verdienen. Später wird er als Korrepetitor an der Oper in Odessa eingestellt.
In den Jahren 1937/38 kommt es zu stalinistischen Säuberungen in Odessa. Richter geht im Zuge dessen nach Moskau und wird am Konservatorium Meisterschüler von Heinrich Neuhaus. Dann kommt der Krieg, Richters Vater wird von den Sowjets erschossen, seine Mutter flüchtet mit ihrem Liebhaber nach Deutschland.
Als er 1941 in Moskau Prokofjeff begegnet und unter dessen musikalischer Leitung das fünfte Klavierkonzert interpretiert, beginnt die eigentliche musikalische Laufbahn Richters, der im Prinzip noch Student am Konservatorium ist. Er wird zahlreiche Klaviersonaten von Prokofjeff uraufführen. Richter versucht sich darüber hinaus als Dirigent und leitet die Aufführung eines in der Sowjetunion verbotenen Werkes von Prokofjeff.
Die erste Folge der zweiteiligen biografischen Dokumentation endet mit Aufnahmen von der Trauerfeier Stalins im Jahr 1953. Richter wird überstürzt von Tiflis nach Moskau bestellt, um für den verstorbenen Staatschef zu spielen. Das Publikum begegnet Richter mit großer Skepsis. Bis 1961, als der Pianist erstmals die Sowjetunion für eine große Amerika-Tournee verlässt, darf Richter nicht im westlichen Ausland gastieren.
Zahlreiche Archivaufnahmen und seltene Musikaufzeichnungen geben einen Rückblick auf ein bewegtes Leben in einer nicht minder bewegten Epoche. Der Film skizziert die außergewöhnlich tragische Familiengeschichte des Pianisten und seine unkonventionelle Ausbildung in Odessa. Außerdem zeigt der Film geschichtsträchtige Aufnahmen vom Begräbnis Stalins. Die erste Folge des zweiteiligen Porträts wird von den Werken zahlreicher Komponisten untermalt. Zu hören sind eindrucksvolle Interpretationen von Schubert, Prokofjeff, Schumann, Chopin, Tschaikowsky, Beethoven, Liszt, Debussy, Wagner, Rachmaninow, Mozart und Bach.
13.00-14.00 Phoenix
Abenteuer Ostpreußen - Aufbruch im russischen Kaliningrad
Ein Film von Heidi Saeman, NDR/2007
Das Gebiet Kaliningrad galt bisher als Armenhaus, doch allmählich kommt Tempo in die Wirtschaft der russischen Exklave. Wer eine Nase für die Entwicklung der Region hat, siedelt sich jetzt dort an und steckt sein Geld in Gewinn bringende Projekte. Der Film begleitet Menschen, die den Aufbau vorantreiben.
03.50-04.15 Phoenix
Geheimes Rußland: Nowaja Semlja - Der Archipel der Angst
Ein Film von Jurek Sladkowski, ZDF/1999
04.30-05.15 Phoenix
Geheimes Rußland: Udatschnij - die Stadt der Diamanten
Ein Film von Jurek Sladkowski, ZDF/1999
05.15-06.00 Phoenix
Geheimes Rußland: Südkurilen - Die Insel der Vergessenen
Ein Film von Jurek Sladkowski, ZDF/1999
06.00.-06.45 Phoenix
Geheimes Rußland: Tschukotka - Die vergessene Armee
Ein Film von Jurek Sladkowski, ZDF/1999
06.45-07.30 Phonix
Geheimes Rußland: Jenissejsk 15 - Die Stadt der verlassenen Frauen
Ein Film von Jurek Sladkowski, ZDF/1999
07.30-08.15 Phoenix
Geheimes Rußland: Moskau - Die Zombies der roten Zaren
Ein Film von Jerzy Sladowski, ZDF/1999
14.30-15.00 SWR
Mein Russland: Russisch Baden-Baden im Kaukasus
Ein Film von Albrecht Reinhardt
Das Gebiet um die Stadt Stawropol gehört zu den lieblichsten und schönsten Regionen Russlands. In der Hügellandschaft am Fuße des Kaukasus entstanden im 19. Jahrhundert elegante Kurpavillons aus venezianischem Glas, Spielcasinos zur Zerstreuung des russischen Adels und Operettentheater für die leichte Muse des Fin de Siècle - kurz : Nobeltreffs nach dem Vorbild mondäner europäischer Kurorte wie Baden-Baden. Im sogenannten Stawropoler Kray begann im darauffolgenden Jahrhundert auch der Aufstieg von Michail Gorbatschow. Hier besiegelten er und der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl bei einer fast privaten Begegnung die deutsche Einheit. In dieser "Weltreise" sucht der ARD-Moskau-Korrespondent Albrecht Reinhardt nach den Spuren der versunkenen Vergangenheit und begegnet Menschen, die heute das Gesicht dieser Region prägen.
Donnerstag, 09. August
03.40-04.20 Phoenix
Der 8. Kontinent. Die Eroberung Sibiriens (1/3): Abenteuer und Kosaken
Ein Film von Gudrun Ziegler und Wojtek Krzeminski, ZDF/2005
04.20-05.00 Phoenix
Der 8. Kontinent. Die Eroberung Sibiriens (2/3): Forscher und Reisende
Ein Film von Gudrun Ziegler und Wojtek Krzeminski, ZDF/2005
05.00-05.45 Phoenix
Der 8. Kontinent. Die Eroberung Sibiriens (3/3): Kuriere und Soldaten
Ein Film von Gudrun Ziegler und Wojtek Krzeminski, ZDF/2005
11.45-12.10 3sat
Slowenien Magazin
12.30-13.15 Phoenix
Mann braucht Mut (1/3): Erwachsen werden in Sibirien und der Mongolei
Ein Film von Benoit Segur, WDR/2006
15.00-15.45 Br-Alpha
Zum Trotz sich erhalten - Bergbauern in Slowenien
18.30-19.00 Arte
Menschen am Wasser (4/5): Odessa - Geliebte des Meeres
Eine Dokumentation
Die legendäre Schönheit der Stadt, die berühmte Potemkin-Treppe am Schwarzen Meer, die Stadt als Agentenziel und Wirtschaftsmetropole - all das vermischt sich zu einem beinahe mystischen Bild. Odessa kennt jeder - und niemand. Ein Spitzenkoch und ein Maler werfen ihren ganz persönlichen Blick auf die ukrainische Hafenstadt.
Und so unterschiedlich ihre beiden Leben sind, so verschieden sind auch die Gesichter Odessas: Aleksander Laskajev, der Koch, empfängt in seinem Edelrestaurant die Reichen und Schönen, Baulöwen, Politiker, Mafiosi. Constantine Zaritsky, der Maler, malt die Seele der Stadt - und die ist das Meer.
Der Lage am Meer verdankt Odessa seine Gründung im 18. Jahrhundert. Über den Hafen kamen Menschen aus der gesamten Schwarzmeerregion. Noch heute lebt hier ein buntes Völkergemisch: Ukrainer, Griechen, Italiener, Usbeken, Russen, Polen. Das jüdische Erbe ist noch überall zu spüren und hat sich in Sprache und Essgewohnheiten erhalten. Aleksander kocht ein typisch jüdisches Gericht: "Gefilte Fisch". Constantine zeigt das Odessa der kleinen Leute, die Strände der Fischer, die romantischen Ecken zwischen Gartenlauben und Blechcontainern.
Zu Sowjetzeiten nannte man Odessa die Hauptstadt des Verbrechens - viel hat sich seit dem Zusammenbruch des Kommunismus nicht daran geändert. Bauspekulation, Korruption, Prostitution, das sind die Schattenseiten der aufblühenden Metropole. Dagegen stehen die Herzlichkeit der Menschen, die Offenheit einer Hafenstadt. Noch ist die Stadt im Umbruch, den vielen Gewinnern stehen ebenso viele Verlierer gegenüber. Trotzdem würde kaum ein Odessit seine Stadt verlassen, ihre Heiterkeit und ihre Melancholie schlagen jeden in den Bann.
